Wien-Exkursion 2026: Urbane Museumslandschaften – Geschichte und Transformation
Einleitung: Wien – Stadt der 100 Museen
Die europäische Museumslandschaft ist in den letzten Jahren von einem grundlegenden Wandel gekennzeichnet. Neben der allgemeinen Ökonomisierung des Kulturbetriebs haben auch inhaltliche Entwicklungen wie ein verändertes Kulturkonzept das Selbstverständnis der Museen und die Paradigmen der Museumsarbeit zu verändern begonnen. Im Rahmen einer mehrtägigen Exkursion nach Wien – eine Museumsstadt, in der sich die Geschichte und Transformation der Kulturmuseen beispielhaft studieren lassen – haben sich zwölf Masterstudierende der Empirischen Kulturwissenschaft nach dem Prinzip des Lernens durch Anschauung mit diesen aktuellen Prozessen auseinandergesetzt. Sie haben dabei nicht nur zahlreiche Museen kennengerlernt, sondern auch Einblicke in ein wichtiges Berufsfeld gewonnen und ganz nebenbei ein Verständnis für Wien, seine spezifische Geschichte und Urbanität entwickelt.
Mehr Einleitung im Text Einführung: Urbane Museumslandschaften – Geschichte und Transformation (Bernhard Tschofen)
Newsliste
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Einführung: Urbane Museumslandschaften – Geschichte und Transformation (Prof. Dr. Bernhard Tschofen)
Die europäische Museumslandschaft ist in den letzten Jahren von einem grundlegenden Wandel gekennzeichnet. Neben der allgemeinen Ökonomisierung des Kulturbetriebs haben auch inhaltliche Entwicklungen wie ein verändertes Kulturkonzept das Selbstverständnis der Museen und die Paradigmen der Museumsarbeit zu verändern begonnen. Im Rahmen einer mehrtägigen Exkursion nach Wien – eine Museumsstadt, in der sich die Geschichte und Transformation der Kulturmuseen beispielhaft studieren lassen – haben sich zwölf Masterstudierende der Empirischen Kulturwissenschaft nach dem Prinzip des Lernens durch Anschauung mit diesen aktuellen Prozessen auseinandergesetzt. Sie haben dabei nicht nur zahlreiche Museen kennengerlernt, sondern auch Einblicke in ein wichtiges Berufsfeld gewonnen und ganz nebenbei ein Verständnis für Wien, seine spezifische Geschichte und Urbanität entwickelt.
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Turbulente Zeiten im Museum: Das Jüdische Museum Wien zwischen Öffnung und Angreifbarkeit (Jonathan Hauller)
Das Jüdische Museum Wien setzt sich an zwei Standorten mit der Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in Wien auseinander. Während unseres Besuches zeichnete sich einerseits das Bild einer Institution ab, die sich über Online-Präsenz und Wechselausstellungen um Öffnung bemüht. Andererseits zeugten die kuratorische Exposition oder das Verständnis von Vermittlung wiederholt von einer konventionellen, in der Tendenz die museale Deutungshoheit verteidigenden Haltung. Eine Erklärung hierfür könnte sein, dass in vulnerablen Zeiten für jüdische Museen Öffnung in besonderem Masse auch Angreifbarkeit bedeuten kann.
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Nie ankommen: Das Volkskundemuseum Wien im Übergang (Nadja Stocker & Frieder Schaupp)
Das Volkskundemuseum Wien ist unfertig, und das mit voller Absicht. Der physische Ort des Museums ist momentan im Umbau und dies geht mit einer umfassenden Neustrukturierung der ganzen Institution einher. Das VKM nutzt die Zeit des Umbruchs, um seine Positioniertheit im musealen Feld zu reflektieren und neu zu denken: So beschäftigt es sich gegenwärtig mit verborgenen Vergangenheiten, möglichen Zukünften und damit, was für ein Ort das Museum sein soll. Es versteht sich als Teil eines multidimensionalen Austauschs, der bestenfalls nie abgeschlossen wird.
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Watschenmann, Wurstelkasper und Panoptikum: Das Wiener Pratermuseum (Hannah Sophie Schmitt)
Unscheinbar, fast versteckt, zwischen einer Sportsbar und einem Imbissstand, mitten im Geschehen des Praters, befindet sich das 2024 eröffnete Wiener Pratermuseum, dort, wo einst eine Glücksspielbude stand. Zwischen drohenden Rufen des Hotel Psycho und dem Geruch von Pommes bildet es eine Enklave, die eine Reise in die Vergangenheit ermöglicht und dabei auf seine Art nicht weniger Spannung verspricht als das Highspeed-Fahrgeschäft Black Mamba.
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Zwischen Tradition und Transformation: Das Wien Museum am Karlsplatz (Lisa Erard & Alicia Nold)
Wie positioniert sich ein Stadtmuseum im 21. Jahrhundert zwischen historischem Erbe und urbaner Gegenwart? Im Rahmen des Mastermoduls «Urbane Museumslandschaften: Geschichte und Transformation» am Institut für Empirische Kulturwissenschaft der Universität Zürich stand diese Frage im Zentrum zum Wien Museum am Karlsplatz. Am Beispiel der frisch sanierten und spektakulär erweiterten Institution untersucht dieser Beitrag die strategischen, kuratorischen und architektonischen Transformationsprozesse einer modernen Kulturinstitution. Grundlage dafür ist ein Gespräch mit Direktor Dr. Matti Bunzl und Museumsmanagerin Gudrun Baur: Sie zeigen, wie das Haus Barrieren abbaut, auf neue Vermittlungskonzepte setzt und Architektur gezielt nutzt, um sich für die gesamte Stadtgesellschaft zu öffnen.
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Eintreten, Hadern, Reflektieren: Ein Rundgang im Weltmuseum Wien (Noëlle Schmid & Laura Veenemans)
Über 250’000 Objekte in Depots und Vitrinen erzählen von kolonialen Handelspraxen, habsburgischem Sammlerwahn und wissenschaftlichen Expeditionen. Zwischen Marmorsäulen und gedämpftem Licht lädt das Weltmuseum Wien heute zur Auseinandersetzung mit Verflechtungsgeschichten ein. Welche Verantwortungen und Zukunftspotenziale liegen in einem Haus, das die Welt mit Wien verbindet?
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Things in Motion – Vienna Museum of Science and Technology (Lena Dennebouy & Angelika Kubinski)
At the Vienna Museum of Science and Technology, we explored how technical and everyday objects are narrated, reread, and given new meanings through changing contexts and relationships. Rather than focusing on individual objects, we considered how their stories unfold through their connections with other things and with us as visitors.
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Das hdgö: Ein Museum als Diskussionsforum für Zeitgeschichte (Juliane Eberhardt & David Schlittler)
Nach rund 100 Jahren der politischen Debatte wurde das Haus der Geschichte Österreich gegründet und 2018 im Herzen von Wien eröffnet. Es ist das erste zeitgeschichtliche Museum des Bundes. Das hdgö schafft über seine Museumssräume in der Neuen Hofburg am Heldenplatz, über die Web-Ausstellungen und mit mobilen Projekten ein Diskussionsforum zur Auseinandersetzung mit der Geschichte seit der Gründung der Republik 1918 bis heute.