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Das ISEK - Populäre Kulturen trauert um em. Prof. Dr. Ueli Gyr

Verstorben am 10. Januar 2026 im Alter von 80 Jahren.

Das ISEK - Populäre Kulturen hat die traurige Pflicht, über den Hinschied von Prof. em. Dr. Ueli Gyr (Lehrstuhlinhaber und Institutsleiter 1995-2010) zu informieren. Eine Traueranzeige wird in der NZZ vom Samstag, 17. Januar 2026, erscheinen; einen ersten Nachruf finden Sie auf der Seite In Memoriam der UZH.

In seiner Forschung beschäftigte sich Ueli Gyr unter anderem mit dem Kulturkontakt und der Kommunikation im Alltag, dem Wandel der Lebensstile in Stadt und Region, mit Konsum und Tourismus und den Symboliken und Ästhetiken moderner Traditionen.

Ueli Gyr studierte Volkskunde, Geschichte der Französischen Sprache und Literatur an den Universitäten Zürich und Grenoble. 1977 promovierte er, 1987/88 erfolgte die Habilitation. 1995 wurde er Ordinarius für Volkskunde an der Universität Zürich und zugleich Leiter des Volkskundlichen Seminars. 2010 wurde Gyr emeritiert.

Mit seinen Beiträgen zur lebensweltlichen Kulturforschung prägte Ueli Gyr über Jahrzehnte die moderne Volkskunde der Schweiz. An der Universität ermöglichte er die Öffnung des Faches als «Populäre Kulturen», er setzte sich dabei besonders für den wissenschaftlichen Nachwuchs ein und stärkte die Sichtbarkeit des Faches in der Öffentlichkeit sowie die internationale Vernetzung.

In zahlreichen, stets sorgsam recherchierten und gewitzt formulierten, Schriften beschäftigte sich Ueli Gyr mit Kulturkontakt und Kommunikation im Alltag, dem Wandel der Lebensstile in Stadt und Region, mit Konsum und Tourismus und den Symboliken und Ästhetiken moderner Traditionen. Wichtige Beiträge widmeten sich zudem Fragen der Fachgeschichte und der Fachidentität. Mit ihm verliert die Disziplin in der Schweiz ein wichtiges Gedächtnis, begleitete er doch deren Entwicklung und Wirken über rund fünf Jahrzehnte und reichte sein Wissen weit zurück.

Ueli Gyr war Herausgeber der Institutsreihe «Zürcher Beiträge zur Alltagskultur» (1996–2010). Für die Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde (jetzt: Empirische Kulturwissenschaft Schweiz) hat er sich beeindruckende 33 Jahre lang als Herausgeber der Zeitschrift «Schweizerisches Archiv für Volkskunde» engagiert.

Die Universität Zürich und das Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft – Populäre Kulturen werden sein Andenken in Ehren halten.

Ueli Gyr wünschte sich keine Beisetzung oder Abdankungsfeier

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