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Zeit und Zeitlichkeit

In einer ‚Kulturanalyse der Zeit‘ werden zunächst Zeitkonzepte und temporale Praktiken unterschiedlicher Lebenswelten erforscht. Aus der Perspektive einer ‚Kulturanalyse durch Zeit‘ interessieren nicht nur die Wirkungsweisen von Zeit aus einem funktionalistischen Interesse heraus an, sondern vielmehr, wie Zeit und Zeitlichkeiten selbst hervorgebracht werden. Beispielsweise wird untersucht, wie bestimmte Rhythmen und Temporalitäten (Ideen der Zukunft, Vergangenheit, Lebensweg oder -strecke) politisch gemacht werden und welche Effekte dies hat (Dissertation: Gina Dellagiacoma). Welche kulturellen Phänomene und relationalen Intimitäten gehen einher mit Praktiken des Zeit-Machens (z.B. Nostalgie, Melancholie, Utopie, Hoffnung). Zudem geht es darum, die epistemologische Wichtigkeit von temporalen Relationen innerhalb der kulturwissenschaftlichen Analyse in den Blick zu nehmen und dem Problem von Wissensproduktion in Hinblick auf Zeit nachzugehen. ‚Durch Zeit‘ bezieht sich somit auf die Beziehungen, Normen und Narrationen, die durch Zeitpraktiken hergestellt werden, denn durch Politiken der Zeit entstehen spezifische Beziehungsnetzwerke, die in der Erforschung von Archiv-, Bildungs- und ästhetischen Praktiken eine zentrale Rolle spielen.