Header

Suche

Bildungsforschung und soziale Ungleichheit

Bildung fungiert als eine der Folien, auf der brennende soziale Fragen beispielsweise zu gesellschaftlicher Teilhabe Zukunft und technologischen Entwicklungen ausgehandelt werden. Nicht selten artikulieren sich hier Meinungen und Empfehlungen, die mit anderen politischen Bereichen – z.B. Gleichstellung, Migration, Arbeit, Gesundheit oder Neue Medien – eng korrelieren. Bildungsdebatten und -konzepte entwerfen dabei wirkungsvolle Bilder von Zugehörigkeit und Teilhabe und erschaffen immer auch spezifische Bildungsinfrastrukturen.

Zentraler Untersuchungsgegenstand sind die konkreten Bildungs- und Wissenspraktiken von Akteur:innen und deren Verhältnis zu Bildungsinfrastrukturen, -ressourcen, -gütern, -räumen und -technologien. Diese Begriffe sind bewusst gewählt, denn sie entwickeln im Zusammenhang mit Bildung großes kulturanalytisches Potential und verbinden sich mit Perspektiven der Gender Studies. Sie entstehen in ihrer konkreten lebensweltlichen Verwendung und Aneignung. Bildung wird insofern als ein figurationales Netzwerk verstanden, in dem Menschen, Infrastrukturen, Ressourcen, Güter, Räume und Technologien relational miteinander verbunden werden. Von Interesse sind hier die symbolischen und materiellen Ordnungen und Ökonomien, innerhalb derer diese permanente Verknüpfungsarbeit geleistet wird. Anstatt dabei von einem vorgefertigten Feld der Bildungsforschung auszugehen und dieses zu affirmieren, soll nicht zuletzt stets sichtbar bleiben, wie dieses Feld in und durch Praktiken der Bildung – wie eben auch der Praxis ihrer Beforschung – immer wieder aufs Neue konstituiert wird.