Laufende Dissertationsprojekte

Die laufenden Disserationsprojekte sind alphabetisch geordnet.

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Claude Allaz: Transhumanismus aus kulturwissenschaftlicher Perspektive

Die Utopie eines langen, jugendlichen Lebens mittels Körperoptimierungen

Transhumanismus wird als ein Diskurs und zugleich als ein Wissenssystem verstanden, in dem davon ausgegangen wird, dass man durch technische Entwicklung bald in der Lage sein wird, Maschinen konstruieren zu können, die so intelligent wie Menschen sind. Eine neue Spezies, so die Vorstellung, werde entstehen, die den Homo Sapiens evolutionär über- flügeln, ihm punkto Intelligenz und Leistungsfähigkeit weit überlegen sein werde. Transhu- manistische Überlegungen sehen in der Mensch-Maschine-Verschmelzung nicht nur für den Menschen in seiner Alltagskultur grundlegende Verbesserungen, sondern auch enorme Ent- wicklungsmöglichkeiten für die Gesellschaft und den Planeten. Von Verbesserungen und Optimierungen, aber auch von wachsender Kontrolle, Überwachung und Regulierung ist die Rede. Schon jetzt gibt es in unserer Gesellschaft eine hohe Bereitschaft für solche Entwick- lungen, etwa beim Einsatz von technischen Überwachungssystemen und Robotern im Haushalt und in Pflegeheimen sowie von elektronischen Körperüberwachungsgeräten im Gesundheits- und Trainingsbereich. Körperfunktionen technisch zu „optimieren“ bzw. mit technischen Mitteln zu „perfektionieren“, ist bereits alltäglich geworden. Es handelt sich um Technologien der Selbstsorge, im Zeichen einer von individualisierten Lebensstilen gepräg- ten Leistungsgesellschaft. Diese technischen Optimierungen am menschlichen Körper, z.B. mittels Human Enhancements und die damit verbundene Selbstorganisation des Lebens in einer Leistungs- und Normalisierungsgesellschaft beinhalten sowohl körperliche als auch mentale Verbesserungen zur Erhaltung von Leistungsfähigkeit, Gesundheit und Jugendlich- keit. Untersucht werden soll die Repräsentation in Medienerzeugnissen, bei den es sich um antizipative technischen Entwicklungen handelt, die eine verbessernde und vereinfachende Wirkung für die zukünftige Alltagsbewältigung in Aussicht stellen, insbesondere für präventi- ve Massnahmen gegen den natürlichen Alterungsprozess.

Die Dissertation wird betreut durch Prof. Dr. Harm-Peer Zimmermann (Universität Zürich, ISEK).

Martin Barde: Alltag im Labor

Temporäre Wissens- und Wirklichkeitskonstitutionen in der biologischen Krebsforschung

Wissenschaftliches, in einem biologischen Labor generiertes Wissen über Krebs ist allgegenwärtig in unserem Alltag. Ob im Zusammenhang mit Brustkrebsscreening, Handystrahlung oder E-Zigaretten – neue Erkenntnisse über die weltweit häufigste krankheitsbedingte Todesursache besitzen einen hohen massenmedialen Nachrichtenwert und sind für viele Menschen enorm relevant. Doch wie kommt dieses Wissen zustande?
Die durch wissenschaftlich generiertes Wissen vermeintlich aufgedeckten Realitäten sind ja nie einfach schon vorab da. Sie besitzen keine irgendwie geartete präformierte, entdeckbare Existenz, die nur noch enthüllt werden müsste. Gemäß des gegenwärtig in den Science and Technology Studies kontrovers diskutierten „ontological turn“ muss Wissen erst durch konkretes praktisches Handeln im Laboralltag „gemacht“ werden. Im Unterschied zu früheren sozialkonstruktivistischen Ansätzen von Karin Knorr-Cetina („Wissenskulturen“) und Bruno Latour („Akteur-Netzwerk-Theorie“) steht in einer kulturanthropologisch-ontologischen Untersuchung der explizit handlungs- und subjektbezogene Begriff des „enactment“ von Realitäten im Vordergrund. Was Krebs ist und was man über ihn wissen kann, kann sich nur durch Praxis in der sozialen Situation des Laboralltags temporär und dynamisch (im Gegensatz zu dauerhafteren „Konstruktionen“) verwirklichen. So können in verschiedenen akademischen Fachbereichen auch jeweils unterschiedliche „Realitäten“ von Krebs parallel zueinander koexistieren. Letztlich sind die alltäglichen „practices of world-making“ (Woolgar und Lezaun 2013) dafür entscheidend, was Krebs nach dem jeweiligen Fachverständnis ist und was nicht – und: wie man Krebs behandeln kann und wie nicht.
Als Untersuchungsobjekte für diese praxeologische Laborstudie stehen ausgewählte akademische Forschungsgruppen verschiedener biologischer Disziplinen des „Cancer Network Zürich“ zur Verfügung, die sowohl mittels qualitativer Interviews befragt als auch teilnehmend beobachtet werden.

Die Arbeit wird betreut durch Prof. Dr. Thomas Hengartner

Evtixia Bibassis: Wer ist im Bild?

 

Projektbeschrieb folgt.

Die Arbeit wird betreut durch Prof. Dr. Thomas Hengartner.

Scott Brand: Hollywood Sherwood - Robin Hood im Film und Fernsehen der Nachkriegszeit

Die Figur des Robin Hood, wie der mit ihr verbundene Mythos, gehört zu den beliebtesten mittelalterlichen Motiven der modernen Populärkultur. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass sie enorm wandelbar ist. Sie bewegt sich zwischen diversen geografischen Räumen, wie auch innerhalb unterschiedlichster sozialer Gruppierungen. Diese Vielseitigkeit macht sie aber überall auch zu einer Randfigur, was wiederum ihre Beweglichkeit erhöht und ihr das Überschreiten der verschiedenen Grenzen erleichtert. Entsprechend passt sich die Figur des Robin Hood leicht neuen Gegebenheiten – wie Medien oder veränderten Publikumserwartungen – an. Der Stoff kann deshalb problemlos durch die unterschiedliche Betonung zweier Aspekte fast gegenteilige Aussagen hervorbringen, ohne dass mit dem Charakter des Mythos gebrochen werden müsste. Infolge dieser nicht-linearen Entwicklung können unterschiedliche Fassungen des Stoffes parallel zueinander existieren. Gleichzeitig verfestigten sich aber bestimmte Elemente des Mythos, welche zu einem fixen Bestandteil der meisten Rezeptionen des Stoffes geworden sind. Diese Beobachtungen lassen sich auch für die zahlreichen Robin-Hood-Verfilmungen anstellen. Ziel dieser Dissertation ist es, die Entwicklung des Mythos innerhalb dieser cineastischen Fassungen zu ergründen, wobei der Fokus auf die verschiedenen Werke der Nachkriegszeit gelegt werden soll. Von besonderem Interesse ist dabei die Frage nach den Einflüssen, welche die unterschiedliche Ausgestaltung des Stoffes in den verschiedenen Verfilmungen bewirkten. Neben den Eigenarten der involvierten Schauspieler und Regisseure, sowie den Darstellungen Robin Hoods in früheren Werken werden vor allem die zeitgenössischen gesellschaftlichen Entwicklungen und historischen Rahmenbedingungen, im Blickfeld der Untersuchung stehen. Es stellt sich also auch die Frage wie die Figur und ihr Mythos mit den Werten und der Geschichte der Nachkriegszeit vereinbar sind, respektive jene nach den Aussagen, die anhand der untersuchten Filme über verschiedene Ereignisse zwischen 1945 und 1959 gemacht werden können.

Dissertation betreut durch Prof. Dr. Ingrid Tomkowiak (Universität Zürich, ISEK).

Claudia Canella: Im Spiegel des ethnographischen Auges

Eine Autoethnographie zur volkskundlichen Fachidentität und Fachkultur

Die Dissertation beschäftigt sich mit Formierungs- und Erhaltungsprozessen von volkskundlicher Fachidentität und Fachkultur. Mittels eines autoethnographischen Zugangs werden die entsprechenden Alltagspraktiken, Normen und Symbole des Feldes empirisch beschrieben und analysiert. Es geht es also mithin um die Konstitution des Forschungsfeldes – auch als Berufsfeld – selbst. Das Qualifikationsprojekt trägt mittels eines empirisch-phänomenologisch analysierenden Blicks auf eigene Wahrnehmungen und Erfahrungen, aber auch auf konkrete Strategien und Praktiken sowie Auseinandersetzungen einer Berufswissenschaftlerin mit der Wissenschaftsgemeinde zur Beschreibung und dem Verständnis von volkskundlicher Fachidentität und Fachkultur bei.
Aufbauend auf den Erkenntnissen der Repräsentations- und Legitimationskrise der Kulturwissenschaften in der Postmoderne nähere ich mich der relationalen, prozesshaften, flüchtigen und immer wieder neu diskursiv verhandelten Identitätszuschreibung und der gelebten Fachkultur an. Dazu verwende ich die ethnographische Repräsentationstechnik der verstehenden Beschreibung und narrative inquiry sowie verschiedene künstlerische Formen.
Anhand dieses Forschungsprozesses sollen auch weiterführende Erkenntnisse zur Autoethnographie als Methodologie gewonnen und deren Bedeutung innerhalb des aktuellen qualitativen Paradigmas in den Kulturwissenschaften diskutiert werden.

Dissertation betreut durch Prof. Dr. Thomas Hengartner (Universität Zürich, ISEK); Prof. PhD. Arthur Bochner (University of South Florida) und Prof. PhD. Tami Spry (St. Cloud State University).

Aurelia Ehrensperger: Atemwege

Eine empirische Annäherung an kulturwissenschaftliche Körperkonzepte

 

Dissertation betreut durch Prof. Dr. Thomas Hengartner (Universität Zürich, ISEK).

Christian Elster: „Digital ist Besser“?

Musiksammeln als (post)materielle Selbsttechnik

Die Digitalisierung nimmt elementaren Einfluss auf die Gestalt des Musiksammelns. Die materielle Kultur, die mit Musikhören und -sammeln in Verbindung steht ist in digitaler Form primär durch electronic devices wie MP3-Player, Smartphones, Computer sowie durch deren Software und die Erscheinung ihrer jeweiligen Benutzeroberflächen geprägt. Es werden keine greifbaren Artefakte wie CDs oder Schallplatten, sondern immaterielle (Meta-)Daten gesammelt. Die Sammlung wird teilweise ‚outgesourced’ und entzieht sich am metaphorischen Ort der Cloud dem physischen Aktionsraum des Einzelnen. Gleichzeitig zu dieser Entwicklung erleben Schallplatten und Kassetten ein Revival. Die Möglichkeiten auf Musik zuzugreifen und mit Musik umzugehen sind gegenwärtig folglich vielfältig.
Die Studie fragt aus subjektzentrierter Perspektive, wie sich Musiksammeln, verstanden als eine „Technologie des Selbst“ (Foucault), in (post)materiellen Umgebungen gestaltet. Mit vielseitigen theoretischen und methodischen Zugängen wird Sammeln aus den Perspektiven unterschiedlicher Subjekte, Artefakte, Orte und Diskurse fokussiert und mannigfaltig kontextualisiert. Es zeigt sich, dass Musiksammeln zum Selbstverständnis und zur Selbstwahrnehmung vieler Subjekte beiträgt. Durch die Herstellung individueller Ordnungen in komplexen (virtuellen) Umgebungen können Formen des Sammelns für Subjekte auch weit über das Feld der Musik hinaus sinnstiftend und weltschaffend sein. In der Forschungsliteratur etablierte Sammelkonzepte erweisen sich jedoch als für das Feld zu stark verengend und werden den Umständen digitaler Umgebungen nicht gerecht.
Ziel dieser Arbeit ist deshalb die Entwicklung eines erweiterten Sammelbegriffs, der postmodernen Formen des Sammelns ebenso gerecht wird wie den Aggregatzuständen digitaler Medieninhalte und dabei die agencys der ins Sammeln involvierten Artefakte mitreflektiert.

Die Dissertation wird betreut durch Prof. Dr. Thomas Hengartner (Universität Zürich, ISEK) und Prof. Dr. Moritz Ege (Universität Göttingen, KAEE). Von 2013-2015 wurde das Dissertationsprojekt im Rahmen des DFG-Graduiertenkollegs „Kunst und Technik“ (Universität Hamburg, TU-Hamburg-Harburg und Hafen City Universität Hamburg) gefördert.

Macarena García González: Origin narratives for/about children from different ethnic/„racial“ backgrounds

Discourses on immigration and international adoption in recent children’s books

Children’s literature provides an excellent source for inquiring into the discourses of ethnic difference and into the processes of identity formation in a world shaped by global migration. In the last decade a growing number of children's books dealing with life in a so-called multicultural and multiracial society have been published. Among them, we find numerous books written for internationally-adopted children, their siblings and/or playmates, which may be described as ‘origin narratives for adoptees’, meant to provide them with a narrative that functions as building blocks for their (racialized) identity construction. These books differ from the less-defined group of books portraying children from immigrant families meant to educate a broader audience on diversity. The comparison between adoption narratives and immigration narratives sheds light on contemporary discourses on ethnicity, ‘race’, national belonging and kinship and uncovers how the celebratory multiculturalism of progressive agendas may hide similar essentialist attitudes as the ones it tries to counteract. The research is focused on Spain, a country that provides an interesting case study to contemporary discourses on immigration, multiculturalism, and ethnic variation: it has had the second highest immigration rate within the EU —after Cyprus—, and the second highest absolute net immigration —to the USA— in the World, while it has been the European country receiving the largest number of adopted children, a much more silent, though massive, migratory movement.

Advisors: Prof. Dr. Ingrid Tomkowiak (Universität Zürich, ISEK) and Prof. Dr. Jens Andermann (Universität Zürich, Romanisches Seminar)

Finanzierung: Becas Chile

Heinrich Grebe: Demenz – Deutungsmuster und Gestaltungsansätze in Medien und Alltag

Im Rahmen des Promotionsvorhabens werden gegenwärtige kollektiv-mediale sowie individuell-alltägliche Konstruktionen des Phänomens Demenz analysiert und miteinander in Beziehung gesetzt. Die Studie ist in drei Teiluntersuchungen aufgegliedert:
I.) Zuerst erfolgt die diskursanalytische Dekonstruktion von printmedialen Demenznarrativen in auflagenstarken, deutschsprachigen Publikationen aus dem Zeitraum von 1990-2013. Es geht hier darum herauszuarbeiten, auf welche (unterschiedlichen) Weisen das Phänomen Demenz interpretiert wird, was die diskursiven Rahmen der jeweiligen Interpretationen sind und mit welchen konkreten (Be-)Handlungsempfehlungen bzw. (Be-)Handlungsaufforderungen diese Interpretationen verbunden sind.
II.) Der zweite Analyseabschnitt verschiebt den Auswertungsfokus von der interdiskursiven Sphäre der Medien auf Wahrnehmungen- und Praxisformen, die Angehörige von Menschen mit Demenz in ihrem Alltag entwickelt haben. Datengrundlage dafür sind 25 narrative Interviews. Die Auswahl berücksichtigt GesprächspartnerInnen aus dem ländlichen und dem städtischen Raum (Deutschland), verschiedene Beziehungssituationen (Kind(er)-Elternbeziehungen; (Ehe-)Partnerschaften) sowie unterschiedliche Geschlechts- und Milieuzugehörigkeiten.
III.) Im dritten Untersuchungsabschnitt werden die Ergebnisse der vorangegangenen Auswertungen in einer Synapse zusammengeführt. So lässt sich einerseits der Einfluss übergeordneter, kollektiv relevanter Wissens- und Wertesysteme auf den individuellen Umgang mit Demenz herausarbeiten. Andererseits können auf diesem Weg alltagspraktische Eigenheiten wie auch widerständige Gestaltungsformen (die sich der Umsetzung hegemonialer Demenzentwürfe verweigern) erfasst werden.
Zusammenfassend zielt das Vorhaben darauf ab, einen Ausschnitt bzw. Teilaspekte jenes komplexen Dispositivs zu erfassen, das a.) dem Phänomen Demenz (und den mit ihm assoziierten neurodegenerativen Erkrankungen) heute seinen Namen gibt, b.) ihm eine spezifische Bedeutung verleiht und c.) zu bestimmten Gestaltungsformen von Demenz beiträgt. In kritischer Absicht will das Vorhaben nicht zuletzt problematische aber auch subjektiv chancenreiche Dimensionen dieses Dispositivs aufzeigen.

Dissertation betreut durch Prof. Dr. Harm-Peer Zimmermann (Universität Zürich, ISEK).

Anita Gresele: Das Jugendbuchprogramm Sauerländer 1900–1950

Beschreibung des Projekts folgt.

Lara Gruhn: Shoppen für eine bessere Welt

Ethik-Konsum – empirische Annäherung an Alltagspraxen und Wissenskonstruktionen

„Global denken – lokal handeln“ lautet die Kurzformel für ein Verbraucherbewusstsein, das der individuellen Verantwortung beim Konsum eine zentrale Bedeutung zuschreibt. Um der suggerierten moralischen Pflicht nachzukommen, wird zum Beispiel darauf geachtet, dass im Brotaufstrich kein Palmöl und im Pullover nur Bio-Baumwolle enthalten ist, mit Fairphones telefoniert, aus Glas- oder Edelstahlflaschen getrunken und keine Tomate im Winter gekauft. Der heuristische Begriff „Ethik-Konsum“ ermöglicht es im Promotionsprojekt verschiedene Facetten der Alltagspraxis des bewussten, moralischen, politischen, nachhaltigen, ökologischen, strategischen und verantwortlichen Konsums miteinander zu denken.

Im Zentrum der Forschung steht die Frage, wie Ethik-Konsum gegenwärtig als alltäglich kulturelle Praxis funktioniert. Das Promotionsprojekt erforscht, wie sich Ethik-Konsum als Geflecht populärer Wissenskonstruktionen konzipiert, und welchen unausgesprochenen Alltagslogiken deren Ausformungen folgen. Es interessiert, wie sich Vorstellungen des ethischen Konsumierens diskursiv konstituieren, wie sie vermittelt werden und wie sie sich in Action manifestieren. Der Fokus auf Wechselbeziehungen zwischen Wissensbeständen, praktischem Handeln, performativer Narration und Selbstdarstellung, leistet einen Forschungsbeitrag, der sich von der – zwischen Ohnmacht des Verbrauchers und Moralisierung der Märkte pendelnden – Nutzen- bzw. Wirkungs-Debatte ab- und zu normativen Sinnstiftungskonzepten und Deutungsmustern hinwendet.

Dissertation betreut durch Prof. Dr. Thomas Hengartner (Universität Zürich, ISEK – Populäre Kulturen) und Univ.-Prof. Dr.  Silke Meyer (Universität Innsbruck, Europäische Ethnologie).

Maximilian Jablonowski: Drohnen. Zur kulturellen Bedeutung unbemannter Fluggeräte

Unbemannte Fluggeräte, alltagssprachlich besser als Drohnen bekannt, sind eine der gegenwärtig umstrittensten technologischen Innovationen, vor allem aufgrund ihrer hauptsächlich militärischen und völkerrechtlich problematischen Nutzung. Drohnen befinden sich jedoch, so eine Ausgangsbeobachtung der Arbeit, an der „Veralltäglichungsgrenze“ (Thomas Hengartner). Schon jetzt werden Drohnen in zivilen Bereichen, zum Beispiel der Verkehrs- oder Wildüberwachung, eingesetzt, weitere Nutzungsmöglichkeiten werden – zumindest als Marketing-Gags, siehe Amazons Paket-Drohne – bereits erprobt.
Dabei lässt sich ein wiederkehrendes Deutungsmuster technologischer Innovation erkennen: einerseits euphorische Vorstellungen über zukünftige Erleichterungen des Alltagslebens, andererseits dystopische Visionen von staatlicher Überwachung und Kontrolle sowie menschlichen Kontrollverlustes gegenüber der neuen Technik.
Damit sind Drohnen ein genuines und gut geeignetes Forschungsobjekt für eine kulturwissenschaftliche Technikforschung. Sie durchbrechen als kontroverse Technologie die „eigentümliche Spurlosigkeit des technologischen Fortschritts“ (Martin Scharfe), hinterlassen somit Spuren, die eine kulturanalytische Rekonstruktion der Einbettung technischer Objekte in alltägliche Sinn- und Handlungszusammenhänge ermöglichen. Dabei wird ein erweiterter Begriff von kultureller Bedeutung zugrunde gelegt, der sowohl semiotische als auch materielle und pragmatische Aspekte ziviler Drohnennutzung mit einbezieht.
Die Drohne als zunehmend autonom operierendes technisches Artefakt eröffnet ein Spannungsfeld von künstlicher Intelligenz, Fernsteuerung und Automatisierung, in dem sich sowohl kulturtheoretische als auch technikanthropologische Fragestellungen, zum Beispiel nach der agency im Mensch-Technik-Verhältnis, verdichtet darstellen und empirisch konkret bearbeiten lassen. Methodisch stützt sich die Arbeit dabei auf feldforschende, diskurs- und bildanalytische Vorgehensweisen.

Dissertation betreut durch Prof. Dr. Harm-Peer Zimmermann (Universität Zürich, ISEK) und Prof. Dr. Karl Braun (Philipps-Universität Marburg).

Artan Hajrullahu: Zwischen Isolation und Partizipation

Eine filmisch-ethnographische Annäherung an den Alltag von Asylsuchenden in der Schweiz

Wie der Titel besagt, verfolgt mein Dissertationsprojekt eine ethnographisch-kulturwissenschaftliche Annäherung an den Alltag von Asylsuchenden in der Schweiz. Zum einen soll aus filmethnographischer Sicht der Alltag dokumentiert und zum anderen aus analytisch-theoretischer Sicht – basierend auf einer Feldforschung – die Lebensumstände von Asylsuchenden in der Schweiz mit filmischen Mitteln visualisiert werden. Ziel ist es, sich durch die Produktion einer filmischen Ethnographie sowie einer schriftlichen Dokumentation der Feldforschungsergebnisse kulturanalytisch dem Alltag von Asylsuchenden in der Schweiz anzunähern. Ein filmisches Portrait ausgewählter Asylbewerber, die über eine längere Zeit begleitet werden, soll Einsicht in den Alltag der ihnen neuen und unbekannten Welt zwischen Isolation und gesellschaftlicher Partizipation vermitteln.
Da die Erhebung von Daten zum Alltag von Asylsuchenden in der Schweiz kein oder nicht zwingend ein experimentelles Vorgehen erfordert, fiel die Wahl der Untersuchungsunterlage auf eine filmische Ethnographie, wobei die Oral History und das biografisches Erzählen miteinbezogen werden. Die so genannten „Experten ihres Alltages“ – in diesem Fall ausgesuchte Asylsuchende – können Auskunft über alltägliche Erlebnisse, Erinnerungen und Erfahrungen geben. Dabei werden die Informationen nicht zur Gewinnung von Fakten verwendet. Die Befragten sollen zeigen, wie sie ihre Erlebnisse und Gegebenheiten wahrgenommen haben und welche Bedeutung sie ihnen zumessen. Sie lassen Erfahrungen deutlich werden und geben Auskunft über ihre soziale Identität und Selbstverständnis. In der Vorgehensweise der Oral History hat sich als vorteilhaft erwiesen, Informationen nicht punktuell abzufragen, sondern die Befragten frei erzählen zu lassen. Bevorzugt werden offene Interviewverfahren in Einzelgesprächen, wo der Befragte die Gesprächsrichtung bestimmt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen nicht zuletzt einen Beitrag zur Integrationsdebatte leisten.

Die Dissertation wird betreut durch Prof. Dr. Thomas Hengartner (Universität Zürich, ISEK).

Nikolaus Heinzer: In Erwartung des Wolfes

Eine kulturanthropologische Studie zu Raubtieransiedlung und 'Wolfsmanagement' in der Schweiz

Das Forschungsprojekt will die Auseinandersetzung verschiedener staatlicher, nicht-staatlicher und lokaler Akteure mit dem seit der Jahrtausendwende wiederkehrenden Raubtier Wolf in der Schweiz aus kulturanthropologischer Perspektive untersuchen. Dabei soll insbesondere darauf geachtet werden, wie unterschiedliche Konzepte von Natur und von Raum durch Aushandlungen entstehen und bestätigt oder verändert werden. Der in der Praxis etablierte und hier aus einer kulturanthropologischen Perspektive aufgegriffene Terminus des ‚Wolfsmanagements‘ soll als begriffliches Gefäss für die Gesamtheit der Auseinandersetzungen mit Wölfen und als konzeptioneller Leitfaden dienen, anhand dessen Verfolgung ein aus vielfältigen Ebenen, Orten und Akteuren bestehendes, polyvalentes und offenes Feld erkundet und untersucht werden kann. Als die Forschung an einem konkreten Ort verankerndes Element dient das Territorium des ersten wieder in der Schweiz lebenden Wolfsrudels, welches sich seit 2011 in der Calandaregion befindet. Dieser „Ort“ richtet sich nicht nach statischen, menschlich gesetzten Grenzen, sondern ist ein wölfischer in dem Sinne, dass er als Lebensraum verstanden werden muss, der mit vielen veränderlichen ökologischen Faktoren (Vegetation, Beutetierdichte, Abgeschiedenheit, etc.) zusammenhängt und zusätzlich durch die Abwanderung junger Tiere ein flexibles und dynamisches Konstrukt darstellt. Durch den Fokus auf das ‚Wolfsmanagement‘, verstanden als Set kultureller Praktiken und Wissensordnungen und als Raum schaffende und verändernde Praxis, soll daher ein offener Feldbegriff beibehalten und die Forschung auf die vielfältigen Antennen und Vernetzungen gerichtet werden, welche vom Wolfsterritorium aus in die ganze Schweiz führen. Ziel dieser Forschung ist es, durch eine komplexe Analyse von ‚Wolfsmanagement‘ einen Beitrag zu einem besseren Verständnis dieses hochaktuellen und brisanten Phänomens zu leisten.

Die Dissertation wird betreut durch Prof. Dr. Bernhard Tschofen und wird finanziert durch den Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung SNF (Informationen zum SNF-Projekt folgen).

Christoph Hermann: unscharfer Raum

Ermächtigungsstrategien in urbanen Freiräumen am Beispiel des Tempelhofer Felds

Die Untersuchung betrachtet Praktiken der Raumproduktion, die sich in den Grenzzonen/Graubereichen/Schwellen unterschiedlicher Wissensfelder, Dispositive, oder Paradigmen abzeichnen. Eben da, wo sich das „Eine“ von einem „Anderen“ abgrenzen will/muss/tut und Neues verhandelt wird.
Diese Grenzzonen sind die Frei/Spielräume/Sphären der Ermächtigung. Hier werden unterschiedliche Taktiken und Strategien sichtbar, die zum „Landgewinn“ der beiden Seiten eingesetzt werden. Hier werden neuen Praxen erprobt und erlangen Stabilität oder erleiden Schiffbruch und scheitern. Hier werden dispositive Formen beste¬hender gesellschaftlicher Ordnung aufgeführt, um Etabliertes zu bewahren. Gleichzeitig werden rhizomorphe Strukturen sichtbar, die Bestehendes unterwandern, aushöhlen und in neue Praktiken einer anderen Gesellschaft transformieren – unscharfe Räume.
In der Untersuchung werden aus unterschiedlichen disziplinären Blickrichtungen Ermächtigungsstrategien betrachtet, die zwischen einer dispositiven Festsetzung gesellschaftlicher Normierung/Ordnung und ei¬ner Fortschreibung gesellschaftlicher Alltagspraxis hin und her oszillieren.
Am Forschungsfeld des Tempelhofer Feldes werden insbesondere Ermächtigungpraxen untersucht, die sich im Spannungsfeld der Planung und der urbanen Lebenswelt befinden. Hier zeigt sich eine tiefe Kluft unter¬schiedlicher Vorstellungen von Stadt, und – noch grundlegender – verschiedene Verständnisse von Raum und Raumproduk¬tion. In dieser Grenzzone zeigt sich eine Transformation des „Räumlichen“, die sich spätestens nach einem vieldiskutierten „spatial turn“ in eine dynamische und pluralistische Raumerfahrung gewandelt hat, deren subjektive Raumerfahrung sich einer objektiven Planung eines konkreten, absoluten Raums weitestgehend entzieht. Ziel der Arbeit ist es festzustellen, ob sich konkrete Probleme in einer Planungspraxis (Stichwort Partizipation) mit einem „Paradigmenwechsel“ auf der Grundlage eines Wandels des begrifflichen Verständnisses von „Raum“ an¬gehen lassen. Dazu werden aktuelle Phänomene der Raumproduktion verschiedenster Akteure (von Feldlerche bis Finanzinvestor, von Pionier bis Politiker etc.), die sich im Bezug zum Tempelhofer Feld abspielen untersucht und in Beziehung gesetzt. Dabei zeigt sich eine Veränderung in der Form wie Raum und dessen Produktion/Ge¬staltung gedacht und umgesetzt wird. Dieser Wandel in der „Raumvorstellung“ ist schließlich ein Indiz für einen gesellschaftlichen Transformationsprozess, der sich von einer dichotomen Schwarz-Weis/Ja-Nein/I-O Binarität (postkolonialer, moderner, neuzeitlicher Wissensan¬sätze) hin zu pluraler, relationaler Gleichzeitigkeit und hybriden Ambivalenz entwickelt. Die bestehende Ordnung territorialer Räume hat aber weiterhin Bestand und wird lediglich erweitert. Die Form klassischer Räumlichkeit lässt sich ge¬wissermaßen als „Ort“ verstehen, der durch das konkrete subjektive Erlebnis dieses Ortes zu einem Raum des Be¬trachters wird. So verliert der Raum seinen Absolutheitsanspruch, da die Betrachter und Raumerlebnisse entspre¬chend gleichzeitig, vielschichtig und plural sind. Daher hat auch die klassische Planung und deren (vorwiegend) territoriales Raumverständnis eine Berechtigung, die es lediglich um die „neuen“ gesellschaftlichen Bedürfnisse einer subjektiven Räumlichkeit zu erweitern gilt.

Die Dissertation wird betreut von Prof. Dr. Thomas Hengartner, Universität Zürich und Prof. Dr. Kathrin Wildner, HafenCity Universität Hamburg. Die Arbeit entstand im Rahmen des interdisziplinären DFG-Graduiertenkollegs Kunst und Technik. Das Kolleg arbeitete vom 1. April 2005 bis 31. März 2014.

Thomas Järmann: Klingende Swissness – Die Konstruktion von Swissness am Radio

Das Forschungsprojekt ‹Broadcasting Swissness› untersucht die Konstruktion und Vermittlung von Swissness mittels Musik. Im Zentrum des Forschungsprojekts steht die ‹Sammlung Dür›. Ein zwischen 1957 und 1967 vom Musikwissenschaftler Fritz Dür im Auftrag von Schweizer Radio International (SRI) zusammengestelltes Konvolut von zirka 7600 Tonbändern. Die Leitfrage des gesamten Projektes ist, wie und vor welchen gesellschaftlichen, historischen wie institutionellen Hintergründen sich musikalisches Schaffen zu klingender Swissness etablieren konnte. Das eigentliche Dissertationsprojekt ist interdisziplinär angelegt und untersucht in einem kulturanthropologischen Ansatz die institutionelle Seite der Entstehung der ‹Sammlung Dür› in ihren sozialen, kulturellen, politischen und ideengeschichtlichen Bezugsrahmen. Auf musikwissenschaftlicher Ebene werden im Sinne von Fallstudien ausgewählte Werke aus der Sammlung analysiert und kontextualisiert. Dabei wird der Frage nachgespürt, wie insbesondere Komponisten der Sparte E-Musik, in ihren Werken (intendiert oder unbeabsichtigt) Swissness zu konstruieren versuchten.

Dissertation betreut durch Prof. Dr. Thomas Hengartner, ISEK, Universität Zürich und Prof. Dr. Hans-Joachim Hinrichsen, Musikwissenschaftliches Institut, Universität Zürich.

Die Dissertation ist ein Teilprojekt des SNF-Sinergia-Projektes „Broadcasting Swissness – Musikalische Praktiken, institutionelle Kontexte und Rezeption von ‚Volksmusik’. Zur klingenden Konstruktion von Swissness im Rundfunk“, in Zusammenarbeit mit der Uni Basel und der Hochschule Luzern. Laufzeit des Projektes: 12.2012 – 12.2015.

Webseite des Projektes: www.broadcasting-swissness.ch

Manuela Kalbermatten: Gesellschaft, Geschlecht und Identität in Future Fiction für Jugendliche

Das Dissertationsprojekt widmet sich aktuellen Romanen der Future Fiction für Jugendliche, einer literarischen Gattung, die in jüngster Zeit grosse kommerzielle Erfolge feiert und bei LeserInnen ab etwa 14 Jahren hohe Popularität geniesst. Dazu gehören etwa Suzanne Collins’ „Hunger Games“-Trilogie (2008-2010), Scott Westerfelds „Uglies-Series“ (2005-2007), Robin Wassermans „Skinned“-Trilogie (2008-2010) und Susan Beth Pfeffers „Moon“-Serie (seit 2006). Angesiedelt in einer meist fernen Zukunft, entwerfen diese Romane in der Tradition klassischer Dystopien Schreckenszenarien zukünftiger Gesellschaften, in denen Naturkatastrophen, totalitäre Strukturen und manipulativ eingesetzte Technologien sowie Grenzkriege zwischen Mensch und Maschine, Natur und Kultur sowie Realität und Virtualität zum Alltag gehören und die jugendlichen ProtagonistInnen vor grosse Herausforderungen stellen.
Trotz der Vielfalt der Negativszenarien und der macht- und kulturkritischen Diskurse, deren Spuren in den Texten nachzuspüren sein wird, lassen sich die Romane nicht auf ihre Funktion der Kritik an gegenwärtigen „Missverhältnissen“ durch Extrapolation in die Zukunft reduzieren. Ebenfalls beschränken sie sich nicht darauf, parallel zu ihrer Warnfunktion alternative Utopien zu entwerfen bzw. zu propagieren und die jugendlichen ProtagonistInnen in romantischer Tradition als ErlöserInnen zu inszenieren. Im Zentrum des Forschungsinteresses stehen vielmehr grundlegende Verständnisse von Identität(en), Identitätskonstruktion(en), Geschlecht und Menschenbild, die in den Texten verhandelt und zur Diskussion gestellt werden.

Dissertation betreut durch Prof. Dr. Ingrid Tomkowiak (Universität Zürich, ISEK).

Hermine Christine Koller-Heidenrijk: Studieren im Pensionsalter. Entsteht ein neues Bildungsideal?

In dieser Dissertation wird untersucht, weshalb Menschen im Pensionsalter ein reguläres Studium anfangen und eventuell eine Dissertation schreiben. Die demografische Entwicklung zeigt, dass wir immer älter werden und länger geistig fit bleiben. Interessant wäre deshalb zu wissen, wie viele Studierende im Pensionsalter an der Universität eingeschrieben sind. Es werden international Universitäten angefragt, ob sie Daten hierzu liefern können. Gibt es spezielle Zulassungskriterien für ältere Studierende? Dürfen diese das studieren was sie wollen, inkl. den teuren Studienrichtungen wie Medizin etc. Wie sind die Prognosen für die Zukunft, muss mit steigenden Zahlen pensionierten Studierenden gerechnet werden. Wenn ja, wie kann man damit umgehen?
Seit den 68-Jahren hat sich vor allem für die Frauen vieles geändert. Deshalb interessiert die Frage, ob Frauen aber auch Männer damals das studieren durften, was sie wollten, oder ob es hiess, Frauen brauchen kein Studium/keine Lehre, denn sie heiraten doch und sollen für die Familie da sein. Bei den Männern hiess es vielleicht, du solltest eine Studienrichtung wählen, womit du eine Familie ernähren kannst. Wurden früher die Söhne punkto Bildungschancen den Mädchen bevorzugt? Und wie sieht dies heute aus? Welchen Einfluss haben das Herkunftsmilieu und die Religionszugehörigkeit? Hierzu werden teilstrukturierte Interviews mit jüngeren und älteren Personen durchgeführt. Gefragt wird danach, ob das studiert wurde, was gewünscht war, ob jemand den Studienwunsch beeinflusst hat und wie die heutige Gesellschaft den älteren Studierenden gegenüber steht und deren Studienwunsch einschätzt: Darf man das? Die Antworten werden im zeitlichen Kontext eingebunden. Was hat sich geändert und was könnten die Ursachen hierfür sein? Weiter interessiert, ob sich das Bildungsideal gegenüber früher geändert hat? Als Referenz dient das Humboldt’sche Bildungsideal.

Betreut wird diese Dissertation durch Prof. Dr. Harm-Peer Zimmermann, Universität Zürich, ISEK.

Yonca Krahn: Triathlon als Praxis der Raumerfahrung

Am Beispiel der physischen Praxis Triathlon beschäftige ich mich aus kulturwissenschaftlicher Perspektive mit dem Raumerleben der Sporttreibenden. Der sich unter körperlicher Belastung konstituierende Raum beeinflusst Training, Wettkampf und Alltagserleben. Er wird durch das szenenspezifische Wissen geformt und ist durch emotionale Stile geprägt, die der Triathlon Community inhärenten sind.
Die drei unterschiedlichen Sportarten des Triathlons – Schwimmen, Radfahren, Rennen – lassen sportartenspezifisches Erleben von Raum zu, welches sowohl durch das Tempo und die physische Intensität dieser körperlichen Praktiken, als auch durch die Wahrnehmung von Umgebung bedingt ist. Dabei ist die sensuell-kinästhetische Erfahrungsdimension und die Rolle des Körpers und des ihn umgebenden Materials zentral.
Ausgehend von pluralen methodischen Zugängen wie (bewegten) Interviews, Teilnehmender Beobachtung und autoethnografischer Forschung (u.a.) stehen Training, Wettkampf und Alltag der Athletinnen und Athleten im Zentrum. Ein Fokus liegt dabei auf den Triathlonwettkämpfen Lofoten Triathlon (Norwegen) und Ironman Hawaii (USA). Das Projekt geht vielfältigen Fragen nach, die immer wieder die Rolle der sinnlich-kinästhetischen Erfahrung von Forscherin und Forschungsfeld mit einbeziehen: Welche Rolle spielen die Bewegungsformen der drei Disziplinen, welche das eigene Körperverständnis, das Material(wissen), die praktizierten Formen von Selbstvermessung, die Reisepraktiken und die konkurrierenden und konvergierenden Wissensordnungen über den Sport und seine Integration als Alltagspraktik?
Die physische Belastung und die Auseinandersetzung mit dem Terrain bieten vielfältige Anknüpfungspunkte, um sensuelles Erleben in Beziehung zu setzten mit einem versportlichten Raum des Feldes Triathlon.

Betreut durch Prof. Dr. Bernhard Tschofen und Prof. Dr. Thomas Hengartner.

Sibylle Künzler: Exploring Shifting Topologies

Das Promotionsvorhaben Exploring Shifting Topologies (Arbeitstitel) untersucht den «augemented space», welcher im Gebrauch der Geodaten von Google – Google Maps, Google Earth, Google Street View etc. – entsteht und verhandelt wird. Dabei dienen diese Plattformen lediglich als Beispiel, denn im Vordergrund stehen vor allem die theoretische Konzeptualisierung einer solchen Räumlichkeit der Medialität als auch deren Erforschbarkeit mittels einer Erweiterung der Methode des «Wahrnehmungsspaziergangs».
Anders als dies beispielsweise der Medientheoretiker Lev Manovich in seiner Definition des «augmented space» beschreibt – obschon er gerade eine neue Spielart des Raumes erfassen will –, wird ein Zweiraumdenken, bei welchem der physische Raum vom virtuellen «überlagert» wird, abgelehnt, da hier das in den Kulturwissenschaften mehrfach kritisierte Containerraum-Modell reaktiviert wird. Vielmehr wird versucht, den «augmented space» von Google Maps als atmosphärisches, multisensorisches, technotopes, topologisches, d.h. nicht dreidimensionales und in der Praxis entstehendes Arrangement zu erfassen. In einem ersten Schritt widmet sich die Arbeit daher der theoretischen Herleitung und dem konzeptionellen Entwurf eines solchen Raummodelles.
Der zweite Teil der Arbeit befasst sich mit methodologischen Fragen. Als Zugang, um eine so konzeptionierte Räumlichkeit greifbar zu machen, wurde der aus der kulturwissenschaftlichen Raumforschung bekannte «Wahrnehmungsspaziergang» gewählt und im Sinne eines methodischen «Do-it-yourself» und inspiriert von Bruno Latours und Emilie Hermants Werk «Paris ville invisible» für die Erforschung solcher digitalen Räumlichkeiten erweitert. Hier wird auch der transduktive Wahrnehmungsmodus bedeutsam und Transduktion als theoretisches Konzept beleuchtet.
Abschliessend wird in einem dritten Teil eine solche transduktive Tour durch die Räumlichkeit der Medialität von Google Maps und Co. beispielhaft vorgenommen, wobei die Arbeit selbst eine digitale Erweiterung erfährt.
Das Forschungsdesign mag von einer eher konventionellen medienwissenschaftlichen Perspektive aus betrachtet etwas eigenwillig erscheinen. Es zeichnet sich aber eben gerade durch diesen besonderen und stärker kulturwissenschaftlich und phänomenologisch orientierten Ansatz aus.

Dissertation betreut durch Prof. Dr. Alfred Messerli (Universität Zürich, ISEK) und Prof. Dr. Thomas Hengartner (Universität Zürich, ISEK).

Eva Lüthi: Stadtethnografische Fotografie

Das Dissertationsprojekt nimmt sich zum Ziel, ethnografisches Fotografieren und Fotografien als Forschungsinstrument und Repräsentationspraxis im qualitativen Forschungskontext der empirischen Kulturwissenschaft methodenreflexiv zu integrieren. Damit wird eine Forschungslücke und ein Bruch zwischen einem populären Medium und den wissenschaftlich reflektierten bildhaften Forschungsmethoden über einen fotobasierten Ansatz theoretisch und fotografierend empirisch erschlossen. Basis bilden eigene ethnografische Fotoprojekte, die sich auf den urbanen Lebensraum eingrenzen lassen. Sie stehen im Bedeutungszusammenhang von Urbanität, Lokalität und Globalisierung in der Spätmoderne. Die Fotoarbeiten setzen bei fotografischen Beobachtungen über einen längeren Zeitraum im Erlebnisraum einer Shopping Mall an. Über Kamerablicke wird eine Hausverschiebung als Antwort auf urbane Raumdiskurse visuell wahrnehmbar gemacht und als mediatisiertes Stadtereignis aufgezeigt. Eine aus der Fortbewegung heraus konzipierte Fotostrecke fokussiert multilokale, globalisierte Arbeitsstätte der spätmodernen Stadt. Des Weiteren fliesst eine fotoethnografische Arbeit in die Dissertation ein, welche die Transformation eines Wohnortes im Verdichtungsprozess mit Blick auf ihre beteiligten Akteure im Zeitverlauf aufzeigt. Der fotobasierte Ansatz erhebt den Anspruch, über die einzelnen Verortungen bzw. Rückbettungen zu einem Sinnverstehen sozialer Situationen im urbanen Innen- und Aussenraum zu führen, dieses in seiner Alltagsdimension zu veranschaulichen.

Dissertation betreut durch Prof. Dr. Thomas Hengartner (Universität Zürich, ISEK).

Rebecca Niederhauser: Kulturelle Verhandlungen von Alter(n) am Beispiel der Wohngemeinschaft

Gegenwärtig entstehen neue gemeinschaftliche Wohnformen für das Alter(n): Siedlungs-, Haus- und Wohngemeinschaften. Sie sind Ausdruck eines sich verändernden und pluralisierenden Alter(n)s, das die demographisch bedingt neue Lebensphase des sog. jungen Alters hervorbringt.. Im Wohnen manifestiert sich so die sich verändernde gesellschaftliche Struktur der Alter(n)swirklichkeiten und die Antworten der Menschen darauf.
Am Beispiel der Alters-Wohngemeinschaft fragt das Dissertations-Projekt nach kulturellen Verhandlungen des jungen Alters sowie nach deren verräumlichten Ausdrücken. In einer ethnographischen Dispositivanalyse re- und dekonstruiert das Projekt Alter(n)swirklichkeiten von in Wohngemeinschaften lebenden Menschen in der Lebensphase des jungen Alters. Dabei stehen Fragen wie folgende im Fokus des Erkenntnisinteresses: Welche Selbstdeutungen des Alter(n)s stehen hinter dem Entscheid, in einer Alters-WG zu wohnen? Welche Bedeutungsaufladungen erfährt die Alters-WG? Und wie zeichnen sich diese in den Raumkulturen ab?
Das Alter(n) wird dabei – entgegen der gängigen gerontologischen Auffassungen – als kulturelle Variable, die den Fokus auf die performative Konstruiertheit des Alter(n)s richtet, verstanden. Damit soll ein Beitrag zur Etablierung einer noch ausstehenden Kulturgerontologie geleistet werden.

Dissertation betreut durch Prof. Dr. Thomas Hengartner (Universität Zürich, ISEK).

Nadine Pietzko: Schulbuchlandschaft in der Schweiz um 1800

Den Ausgangspunkt der Dissertation bildet eine Schulumfrage von 1799 zur Zeit der Helvetischen Republik. Die sog. Stapfer-Enquête präsentiert nicht nur ein anschauliches Schulalltagspanorama, sondern erlaubt auch konkrete und geographisch breite Erhebungen über tatsächlich verwendete Lehrmittel, so dass es einerseits möglich ist, eine Lücke in der desideraten Schulbuchforschung der Frühen Neuzeit zu schließen und andererseits die helvetische Schulgeschichte anhand wirklichkeitsnaher Positionierungen zu revidieren. Die im Dissertationstitel implizierte knappe Fragestellung der Arbeit lautet daher: Welche Lehrmittel wurden wo verwendet?
Für die Datenerhebung wurden alle Schulen der deutschsprachigen Kantone involviert, um eine einheitliche Grundsprache und somit ein vergleichbares Quellenmaterial zu gewährleisten. Dies betrifft die Kantone Bern, Oberland, Zürich, Baden, Thurgau, Aargau, Waldstätten, Basel, Säntis, Schaffhausen, Solothurn und Linth.
Die der Dissertation zugrunde liegende dreigliedrige Themenverortung (produkt-, prozess- und wirkungsorientierten Untersuchungssegmente) dient nicht nur dem Konzept einer ganzheitlichen Betrachtung, sondern auch einer Sensibilisierung, um sowohl der Aktion der einzelnen Akteure als auch deren weitausgreifenden Interaktion gewahr zu werden. Der erste Bereich diskutiert die Verbreitung und Diversifikation des Untersuchungskorpus. Diese Datengrundlage belegt, welche Lehrmittel wo und in welcher Anhäufung verwendet wurden. Tabellen, Graphiken und die eigens dafür entwickelten geographischen Schulbuchkarten visualisieren die Ergebnisse. Neben der reinen Faktendarstellung werden alle Lehrmitteltypen schließlich gruppenweise diskutiert und zwar sowohl mit einem einleitenden Kommentar zu ihrer historischen Fachdidaktik als auch mit einer Deskription von Lehrmitteln, die mit Autor und Titelnachweis eindeutig nachweisbar waren. Die Veranschaulichung der Lehrmittelinhalte, die aus zeitlichen Gründen auf einer eher beschreibenden Ebene beschränkt bleiben müssen, sollen den Einblick in die historischen Lehrmedien erheblich bereichern und unter Umständen auch von Vorurteilen befreien. Der Aspekt der Materialität rundet diesen produktspezifischen Segmenteinblick ab.
Neben der Darstellung des Ist-Zustandes der Schulbuchlandschaft wäre weiterhin zu klären, warum es zu den verschiedenen und parallelen Lehrmittelpräferenzen kam? Dieser Aspekt kann über eine Thematisierung der Produktion und Distribution der Lehrmittel geklärt werden, wo diejenigen Sachverhalte zur Diskussion stehen, die für den Lebenszyklus eines Schulbuches mit verantwortlich sind, etwa die Stationen der Schulbuchproduktion und die Verbreitungsorgane. Geleitet wird dieser Abschnitt von der Frage Warum wurde ein Medium als Lehrmittel ausgewählt und welchen hemmenden oder begünstigten Faktoren unterlag es in seiner Produktions- und Distributionsphase? Der abschließende Themenbereich schlüsselt die Frage auf, wie die Medien im Unterricht genutzt wurden. Im Zentrum des Interesses stehen dafür Informationsgrundlagen, die einen Einblick zum Leser- und Nutzungsverhalten von Lehrmitteln vermitteln.

Die Dissertation wird betreut durch Prof. Dr. Alfred Messerli (Universität Zürich, ISEK), Prof. Dr. Thomas Hengartner (Universität Zürich, ISEK) und Prof. Dr. Stefan Ehrenpreis (Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie).
Die Dissertation ist ein Teilprojekt des SNF-Projektes „Das Niedere Schulwesen in der Schweiz am Ende der Frühen Neuzeit. Edition und Auswertung der Stapfer-Enquête von 1799“, in Zusammenarbeit mit der Universität Bern, Universität Zürich und der Université du Luxembourg. Laufzeit des Projektes: 2009 – 2015.

Webseite des Projektes: http://www.stapferenquete.ch

Verena Poloni Esquivié: Der Klimawandel zwischen Wissenschaft und Politik

Die Rolle Internationaler Organisationen und Assessmentpanels am Beispiel des Klimawandels

Forschungsgegenstand der Arbeit sind die seit den 1970er Jahren entstandenen sog. Hybridorganisationen zwischen Wissenschaft und Politik. An der Schnittstelle von Politik und Wissenschaft bilden sie eine neue Form der Organisation von Leistungsströmen zwischen beiden Bereichen, was einen Einfluss hat auf die jeweilige Form der Leistungserstellung sowohl in der Wissenschaft als auch in der Politik. Diese Arbeit sieht einen Forschungsbedarf erstens zur Rolle dieser Hybridorganisationen zwischen Politik und Wissenschaft. Zweitens soll dadurch die Komplexitätszunahme politischen Entscheidens unter den Bedingungen einer hohen Wissenschaftsabhängigkeit untersucht werden. Es ist nicht selbstverständlich, dass wissenschaftliches Wissen eine Relevanz für politische Entscheidungen besitzt und umgekehrt politische Erwartungen für die Wissenschaft forschungsrelevant werden. Assessmentpanels im Umweltbereich repräsentieren hier eine wichtige institutionelle Innovation, die die Interaktion zwischen Wissenschaft und Politik erleichtern. Als Grenzorganisationen zwischen beiden Funktionssystemen markieren sie die Bereiche der kognitiven Autoritäten. Globale und nationale Assessmentpanels im Umweltbereich werden als einzigartig deshalb beschrieben, weil sie die Grenze zwischen dem politischen Bereich, in dem es um Macht und Interessen geht und dem wissenschaftlichen Bereich, in dem es um Wissen und Wahrheit geht, handhaben. Sie werden als Forum interpretiert, indem die Grenzen zwischen Wissenschaft und anderen Bereichen der Gesellschaft verhandelt werden können.

Dissertation betreut durch Prof. Dr. Thomas Hengartner (Universität Zürich, ISEK) und PD Gabriela Muri-Koller (Universität Zürich/ZHAW/ETH Zürich).

Cornelia Renggli: Un-/sichtbare Differenz

Bilder von Behinderung und Normalität

Das transdisziplinäre Dissertationsprojekt verfolgt die Ziele, das Thema Behinderung in die Volkskunde und den angloamerikanischen Forschungsansatz der Disability Studies mit dem sozialen Modell von Behinderung in die Kultur-, Sozial- und Geisteswissenschaften einzuführen sowie einen Beitrag zur Erforschung von Differenz und der visuellen Kultur in theoretischer, methodologischer und empirischer Hinsicht zu leisten. Im theoretischen Teil der Arbeit werden auf der Grundlage verschiedener theoretischer Ansätze Antworten auf die Fragen nach dem Entstehen, den Formen, dem Wandel und v.a. der Un-/Sichtbarkeit von Differenz gesucht. Im empirischen Teil werden gesellschaftlich geprägte und die Gesellschaft prägende Bilder, d.h. Darstellungen und Vorstellungen von, Einstellungen zu und Verhaltensweisen gegenüber Behinderung und Normalität erforscht. Konkrete Bilder wie auch Bilder in den Köpfen dienen zur Untersuchung, wie, in welchen Formen und weshalb die Differenz zwischen Behinderung und Normalität entsteht, und welche Folgen sie für die Verhaltensweisen hat. Eingesetzt wird dazu eine eigens entwickelte, auf der System- und Diskurstheorie beruhende Kombination von Bild- und Dokumentenanalysen. Die Bilder spielen deshalb eine zentrale Rolle im Projekt, da im Umgang mit ihnen die Dar-, Vor-, Einstellungen und Verhaltensweisen v.a. durch die Sehweisen miteinander verknüpft werden.

Gabriela Schenk: Das Bild der Ärztin in der populären Literatur

Das Thema dieses Dissertationsprojekts von Gabriela Schenk ist vor dem Hintergrund der historischen Entwicklung des Berufs der Ärztin zu sehen. Der zeitliche Rahmen beginnt mit der Zulassung der Frauen zu den (europäischen) Universitäten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und erstreckt sich bis etwa Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Zulassung von Frauen zum Universitätsstudium, insbesondere zum Medizinstudium, sowie die damit zusammenhängenden Probleme in der Ausbildung, Berufsausübung und der gesellschaftlichen Stellung wurden nicht nur in der Fachliteratur und den Medien, sondern auch in belletristischen Werken aufgenommen und diskutiert. Der Gegenstand dieser auf Verfahren der qualitativen Inhaltsanalyse, der Diskursanalyse und des New Historicism gestützten Untersuchung ist der Vergleich von belletristischen Werken mit zeitgenössischen Sachtexten (Fachliteratur, Zeitungsartikel, biographische Texte etc.). Wie wird die Frau im Arztberuf in der Unterhaltungsliteratur dargestellt? Welche Themen bzw. Probleme werden angesprochen? Werden bestimmte Frauentypen bzw. Stereotypen für die Figur der Ärztin bevorzugt verwendet? Ändert sich im Lauf der Zeit das Bild der Ärztin in der Unterhaltungsliteratur und entspricht dies realen Gegebenheiten? Diesen und weiteren Fragen soll im Rahmen dieser Arbeit nachgegangen werden.

Dissertation betreut durch Prof. Dr. Ingrid Tomkowiak (Universität Zürich, ISEK).

Petra Schrackmann: Realisierungen des Unmöglichen

Das Fantastische in Verfilmungen von Kinder- und Jugendliteratur seit 2001

Im ersten Projektteil soll untersucht werden, wie das Fantastische in Verfilmungen von Kinder- und Jugendliteratur seit 2001 umgesetzt wird. Ausgehend von der Annahme, dass Fantastisches besonders an Übergängen zwischen den dargestellten Welten und Wissens- und Identitätszuständen sowie durch die Thematisierung der Konstruktion von Welt(en) und deren Gesetzmässigkeiten fassbar wird, wird das Fantastische in den literarischen Vorlagen und deren filmischen Adaptionen vergleichend untersucht. Anhand der Auslassungen, Ergänzungen, Umwertungen und Neuinterpretationen, welche die Werke beim Medienwechsel erfahren, werden Tendenzen der neueren Fantasyfilme herausgearbeitet (auch im Vergleich zu früheren Adaptionen ähnlicher/derselben Stoffe) und damit in Zusammenhang stehende sozio-kulturelle Phänomene und Diskurse aufgezeigt.

Dissertation betreut durch Prof. Dr. Ingrid Tomkowiak (Universität Zürich, ISEK).

Die Dissertation ist ein Teilprojekt des SNF-Projektes „Übergänge und Entgrenzungen“ (Laufzeit 1. März 2011 – 31. Juli 2013).

Webseite des Projektes

Beatrice Schwitter: Sexualität und Lebensgeschichte in Leserbriefen an die ‚Liebe Marta’

Die Dissertation ist Teil des interdisziplinären SNF-Projekts „Ratgeberkommunikation und die Konstruktion sexueller Selbstverhältnisse, untersucht anhand der Kolumne 'Liebe Marta' in der Boulevard-Zeitung 'Blick' 1980-1995“ von Prof. Dr. Alfred Messerli, Prof. Dr. Philipp Sarasin, Prof. Dr. Sabine Maasen. Laufzeit: 2004-2007.
Das vom Nationalfonds unterstützte Projekt besteht aus vier Teilprojekten. Ausgangspunkt für alle ist die Ratgeber-Kolumne „Liebe Marta“ der Boulevardzeitung „Blick“ mit Dokumenten aus der Zeit von 1980 bis 1995. Es handelt sich um Original-Leserbriefe sowie Kolumnen aus dem Nachlass der seinerzeit äusserst beliebten Journalistin Marta Emmenegger, die als Quellenmaterial einzigartig sind: Im Gegensatz zu sonstigen Untersuchungen kann hier auf ein dichtes Korpus von nicht publizierten Briefen zugegriffen werden. Die Forschungen gehen den Veränderungen des „schreibenden Sprechens“ über Sexualität im 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart nach und fragen dabei nach Erkenntnissen zur wechselseitigen Verschränkung von Sexualität, Medialität und Therapeutisierung der modernen Gesellschaft. Die methodischen Zugänge sind einerseits diskursanalytischer Art, aber auch einer qualitativen Inhaltsanalyse und rhetorisch-hermeneutischen Zeichentheorie verpflichtet. Drei Teilprojekte wurden abgeschlossen; das Teilprojekt „Sexualität und Lebensgeschichte“ ist noch in Arbeit.
Im Ringen des modernen Menschen um ein Wissen über seine Sexualität spielt der Ratgeberdiskurs eine wichtige Rolle und produziert in gewissem Masse dieses Wissen. Wenig erstaunlich also, dass die Kolumne sofort nach ihrer Lancierung regen Zuspruch fand und Leserbriefe vom ersten Tag an eintrafen. Das volkskundliche Teilprojekt fokussiert jene Leserbriefe, die autobiografisch argumentieren und erzählen. Autobiografisches Schreiben, verstanden als retrospektiv sinnbildendes und erzählendes Schreiben, findet sich nämlich in diesen Briefen relativ häufig. Welche Narrative werden verwendet, um intime Beziehungen lebensgeschichtlich zu positionieren? Welche Rückgriffe auf Kindheits- und Jugenderlebnisse werden gemacht? Welcher Zusammenhang wird dabei mit dem Gelingen oder Scheitern von Lebensentwürfen hergestellt? Und was bedeutet es für die Theorie, wenn aktuelle Probleme mit biografischen Ereignissen verknüpft werden; ist der Rahmen dabei ein psychologisch motivierter, und würden nicht vielmehr soziologische Erklärungsansätze weiter führen? Das sind einige der Fragestellungen, denen die Arbeit auf den Grund gehen will.

Susanne Seiz: Umzug, Alter, Zukunft

Über narrative Positionierungen von Frauen im Betreuten Seniorenwohnen

Nicht nur aus breiter gesellschaftlicher Sicht wird Umzügen im Alter argwöhnisch gegenüber gestanden und das längst mögliche Wohnen zu Hause favorisiert – „einen alten Baum verpflanzt man nicht.“ Auch aus ökogerontologischer Perspektive wird auf gewisse Risiken bei einem Umzug von älteren Menschen in institutionalisierte Settings aufmerksam gemacht mit besonderem Verweis auf mögliche negative Auswirkungen auf Gesundheit und „die Identität“.
Das Dissertationsprojekt "Umzug, Alter, Zukunft. Über narrative Positionierungen von Frauen im Betreuten Seniorenwohnen." (Arbeitstitel) tastet sich anhand von narrativ orientierten Interviews (in Deutschland) an die Binnenperspektive von Bewohnerinnen im Betreuten Seniorenwohnen heran. Indes wird eine Forschungsperspektive eingenommen, die Ansätze aus der Kulturwissenschaft und der narrativen Gerontologie vereint, dem älteren Menschen als Geschichtenerzähler Gehör schenkt und Stimme verleiht. Dabei werden Fragen virulent wie: „Welche Relevanz weisen die Akteurinnen dem Umzug zu, wird er als lebensgeschichtlicher Umbruch gesehen? Welche Bedeutungszuschreibungen erfährt das Betreute Seniorenwohnen und inwiefern ziehen die Akteurinnen Verbindungen zum eigenen Älterwerden und ihren Zukunftsvorstellungen? Bei der Analyse der Interviews wird auf die theoretische Konstruktion der „narrativen Identität“ (Lucius-Hoene, Deppermann) zurück gegriffen und gefragt werden, wie und wodurch im Prozess des Erzählens Identitätsarbeit geleistet wird. Besondere Bedeutung nimmt das Analysekonzept der „Positionierung“(Bamberg, Wortham) ein, wodurch sich die Heterogenität und situative Flexibilität von Selbsterfahrungen und –präsentationen abbilden lässt.
Zusammenfassend zielt das Projekt darauf ab einen kulturwissenschaftlich noch ausstehenden Akzent zu setzen mit besonderer Betonung der subjektzentrierten Perspektive als Ergänzung zum überwiegend ökogerontologisch-erklärenden Blick im Themenfeld des Betreuten Seniorenwohnens.

Dissertation betreut durch Prof. Dr. Harm-Peer Zimmermann (Universität Zürich, ISEK).

Gin-Young Song: Transformation und Aneignung städtischer Räume im transnationalen Kontext am Beispiel von Cafés in Seoul

Das Interesse am Thema dieses Dissertationsprojekts wurde ausgelöst durch die Beobachtung, dass die rasante Entstehung von „Cafés“ seit rund zehn Jahren im Zentrum der stadträumlichen Transformation mehrerer Viertel der südkoreanischen Metropole Seoul steht. Sie gelten einerseits als wichtiger Wirtschaftsfaktor der Stadt und ihrer Viertel, andererseits werden mit ihnen Prozesse der Gentrifizierung in Verbindung gebracht wie etwa das Problem des Verlusts räumlichen Bindungen der Stadtbewohner.
Das Projekt fokussiert diese Transformation des Stadtraum Seouls vor dem Hintergrund der aktuellen Wiederentdeckung der materiellen Dimension in der kulturwissenschaftlichen Stadt- und Raumforschung. Dahinter steht die Annahme, dass die Entstehung der Cafés im Kontext eines südkoreanischen Diskurses um die Verwestlichung/Europäisierung bzw. Modernität zu verstehen ist. Diese Cafés positionieren sich in der urbanen Öffentlichkeit, indem sie sich in ein bestimmtes Verhältnis zum „Westen“ setzen. Einerseits wird dies durch die Nachahmung von europäischer Konsum- und Genusskultur sichtbargemacht; adererseits verbindet sich die Transformation mit der Revitalisierung bzw. Inszenierung des „Traditionellen“.
Gegenüber bisherigen Studien zur Entwicklung von Cafés in Seoul, die sich vor allem aus einer soziologischen Perspektive auf gesellschaftspolitische Aspekte konzentrierten, grenzt sich das vorliegende Projekt ab, indem es das Café primär als Ort des sinnlich-ästhetischen Raumerlebens und des alltäglichen Handelns begreift. Dabei wird nicht nur ihre sozial differenzierende Symbolhaftigkeit, sondern auch die materielle Dimension der Raumkonstituierung und somit die multisensuelle Herstellung und Wahrnehmbarkeit urbaner Transformationsprozesse hervorgehoben.

Dissertation betreut durch Prof. Dr. Bernhard Tschofen (Universität Zürich, ISEK).

Aleta-Amirée von Holzen: Maskerade und Identität

Der maskierte Held als Figurentypus populärer Literaturen

Das Dissertationsprojekt widmet sich dem ‹maskierten Helden›, einem Figurentypus populärer Literaturen. Mit dem Begriff sind nicht etwa Helden in wechselnder Verkleidung gemeint, sondern Protagonisten, die sich mit Hilfe einer bestimmten Maske eine zweite Identität schaffen. Dazu gehören so bekannte Gestalten wie wie Zorro, Batman, The Phantom, Spider-Man oder Daredevil, die teilweise seit ihrer Entstehung konstant in der populären Literatur präsent sind. Aufgrund dieser besonderen Charakterkonstruktion eröffnen die Geschichten um diesen Figurentyp einen fortwährenden Diskurs über Identität. Maskerade ist als solche stets mit dem Thema der Identität verbunden, da sie zugleich der Selbstdefinition dient und das Ideal einer homogenen Identität in Frage stellt und sogar dekonstruieren kann. Umgekehrt greifen Identitätstheorien oft auf die Maske als Metapher zurück. Dieser Komplex von Maskerade und Identität bildet den Schwerpunkt meiner Untersuchungen, denn der maskierte Held fasziniert mit einer Besonderheit: Erst die Maskerade erlaubt ihm, mit seinen meist aussergewöhnlichen Fähigkeiten als Held zu wirken, ‹er selbst› zu sein, während er in seiner zivilen Identität den Untauglichen spielt – die ‚wahre Maske’ trägt er also im alltäglichen Leben. Wie wird Identität in den Texten thematisiert? Welche Funktion hat diese besondere Form der Maskerade? Wie lässt sich das Wesen der Helden in diesem Spannungsfeld von Identität und Maskerade, am besten bestimmen? Ist eher von einer Doppelidentität, einer gespaltenen oder einer hybriden Identität auszugehen?

Dissertation betreut durch Prof. Dr. Ingrid Tomkowiak (Universität Zürich, ISEK).

Die Dissertation ist ein Teilprojekt des SNF-Projektes „Übergänge und Entgrenzungen“ (Laufzeit 1. März 2011 – 31. Juli 2013). 

Webseite des Projektes

Samuel Wegmann: „Zürich für Sie“

Wissenspopularisierung zur Organisation soziokultureller Wirklichkeit am Beispiel von Verwaltungspublikationen der Stadt Zürich.

Die Publikationen der öffentlichen Verwaltung – Zeitschriften, Broschüren, Faltblätter, Ortspläne usw. – gehören zu unserem Alltag. Sie sollen uns durch das ganze Leben begleiten. Diese Informations- und Wissensvermittlung wird als eine Form der Wissenspopularisierung verstanden und als Expertenkommunikation in einem spezifischen Herrschaftszusammenhang analysiert. Unter Einbezug machttheoretischer Konzepte wird untersucht, wie in den Publikationen der Alltag in der „verwalteten Stadt" beschrieben wird mit dem Ziel, das Verhalten der Bevölkerung zu beeinflussen. Die Fragestellung zielt auf die Darstellung des Verhältnisses von Verwaltung und Bevölkerung vor dem Hintergrund der Ökonomisierung des öffentlichen Sektors. Besonderes Augenmerk gilt den Strategien, die zur Autorisierung behördlicher Expertise angewendet werden, und der Frage, inwiefern Elemente populärer Kultur dabei eine Rolle spielen. Die Untersuchung fokussiert den Zeitraum ab Mitte der 1990er-Jahre bis heute.

Dissertation betreut durch Prof. Dr. Ingrid Tomkowiak (Universität Zürich, ISEK).

Tamara Werner: „Horrific Fun.“

Umdeutungen des Grusligen im Animationsfilm für Kinder und Jugendliche.

Die 2000er Jahre brachten eine Fülle an Serien und Filmen für Kinder und Jugendliche auf die Bildschirme, deren Figuren per Stop-Motion- und/oder Computeranimation «zum Leben erweckt» wurden. Innerhalb dieser Masse an populären Animationsfilmen lässt sich eine Untergruppe erkennen, deren Figuren, Narrative und Ästhetik nachhaltig vom Horrorgenre geprägt sind; von Stoffen also, die sich vornehmlich an Erwachsene richten. Dieser Umstand kann durchaus irritieren und soll als Anstoss dienen, um ausgewählte, von Grusel und Horror geprägte, «kindgerechte» Animationsfilme aus kulturwissenschaftlicher Perspektive zu beleuchten. Ausgehend vom Korpus werden verschiedene, sich herauskristallisierende thematische Ballungspunkte gebildet und in der Folge verschiedene Fragen an diese Cluster gerichtet: Wie und weshalb finden diese «schaurigen» Einflüsse Eingang ins Kinderzimmer? Welche Prozesse der Um- und Neuimagination lassen sich beobachten? Mit welchen Strategien des Umdeutens werden die Stoffe kindertauglich? Neben diesen Wandlungsstrategien soll der Blick auch auf Darstellungen von Familie, Kindheit und Monstrosität sowie transportierte Normen und Werte gerichtet werden.

Dissertation betreut durch Prof. Dr. Ingrid Tomkowiak (Universität Zürich, ISEK).

Charles Wey: Fussballstadt Zürich

Die Bedeutung des Fussballspiels für die urbane Soziabilität in Zürich

Zürich ist eine globale Finanzmetropole, zählt zu den Städten mit dem weltweit höchsten Lebensstandard und gilt als ökonomisches und kulturelles Zentrum der Schweiz – doch Zürich ist auch eine Fussballstadt. In dieser Dissertation soll herausgefunden werden, wie lokale, nationale und globale Akteure in Zürich über den Fussball in Verbindung zueinander stehen und wie die einzelnen Akteure versuchen über jeweils eigene Vorstellungen des Fussballs, ihre Interessen in diesem Netzwerk geltend zu machen. Daran anknüpfend soll die Rolle des Spiels für die Soziabilität und die Identität der globalen Stadt Zürich untersucht werden.
Fussball spielt sich in Zürich auf drei idealtypischen Ebenen ab: Die unterste Ebene stellt der Breitensport dar, der professionelle Fussballsport verkörpert die mittlere Ebene und die oberste und für Zürich partikulare Ebene ist jene des globalen Regierens im Fussball. Aufgrund des Umstandes, dass der Weltfussballverband FIFA seinen Hauptsitz in der Limmatstadt hat, kann man in Zürich die weltweit grösstmögliche vertikale Bandbreite im Fussball in einem urbanen Raum untersuchen. Ziel dieser Dissertation ist es, eben diese Vertikalität am Fallbeispiel Zürichs zu analysieren: Inwiefern kann man im urbanen Raum Zürich das globale Fussballsystem exemplarisch untersuchen? In dem Sinne soll herausgefunden werden, wie Freizeitfussballer, professionelle Spieler, Verbandsfunktionäre und viele weitere Akteure und Institutionen durch das Fussballspiel in Verbindung zueinander stehen. Daran anknüpfend soll eine vertikale Untersuchung der Zürcher Gesellschaft durchgeführt werden, um die Interdependenz unterschiedlicher Akteure und gesellschaftlicher Geltungsbereiche zu analysieren. All diese Akteure, Institutionen und Assoziationen werden im Rahmen dreier, in der Sozial- und Kulturanthropologie relevanter Forschungsbereiche analytisch in Verbindung zueinander gebracht: Fussball, Urbanität und Globalisierung. Dabei handelt es sich, ebenso wie bei den unterschiedlichen Ebenen im Fussballsystem, um idealtypische Konstruktionen. In diesem Forschungsprojekt sollen die Assoziationen im Fussballsystem, sowie dessen Verbindungen zu weiteren gesellschaftlichen Bereichen und Akteuren im Kontext der globalen Stadt Zürich untersucht werden. Daran anknüpfend wird die spezifische Soziabilität Zürichs als Zentrum globalen Managements analysiert.

Die Dissertation wird betreut durch Prof. Dr. Thomas Hengartner (Universität Zürich, ISEK).

Andrea Züger: Erinnerungen am Lebensende. Erzählt - Editiert - Rezipiert

Dignity Therapy aus kulturwissenschaftlicher Perspektive (From Process to Product: Transition From the Storytelling to the Written and Read Document)

Die Dignity Therapy, eine Kurzzeitpsychotherapie, richtet sich an Menschen mit einer progredienten, weit fortgeschrittenen unheilbaren Erkrankung und ihre Angehörigen, mit dem Ziel, die Würde der Patienten bis ans Lebensende zu erhalten respektive zu steigern. Ein ganz bedeutender Aspekt der Würde ist der Wunsch nach Generativität. Mit Hilfe der Dignity Therapy wird diesem Wunsch nach Generativität nachgegangen. In Form eines Generativitätsdokuments werden die wichtigsten Lebensstationen des Patienten und seine Wünsche, Lebensweisheiten und Hoffnungen für die Angehörigen festgehalten. Dieses Dissertationsprojekt macht Erinnern und Erzählen am Lebensende aus kulturwissenschaftlicher Sicht zum Thema. Das Erzählte in den Generativitätsdokumenten wird als erzählte (Patient), editierte (Therapeut) und rezipierte (Angehörige) Erinnerungen untersucht.
In der editierenden Arbeit des Therapeuten prallen verschiedene Wissens- und Machtdiskurse aufeinander. Der Therapeut fungiert als Editor und Mittler zwischen Sterbenden und Angehörigen und greift in die Erzählkompetenz des Patienten ein. Dinge tragen Handlungsaufforderungen in sich und werden zu Handlungs- und vielseitigen Bedeutungsträgern. Welche Bedeutung übernimmt das Generativitätsdokument für die Angehörigen? Kommt es zu rituellen Praktiken eines wiederholenden Lesens und somit zu einer Praktik des Erinnerns? Was geschieht, wenn Erinnerungen und Lebenswünsche gelesen werden? Welche Bedeutung hat das Generativitätsdokument für die Angehörigen?
Aus kulturwissenschaftlicher Sicht wurde Narration am Lebensende bislang nur unter dem Aspekt einer narrativen Gerontologie zum Gegenstand, nicht aber in Anbetracht einer narrativen Palliative Care, also einer Narration am Lebensende, die sich nicht zwingend durch das fortgeschrittene Alter charakterisiert.
Dieses Dissertationsprojekt will eine Praxisbrücke zwischen Medizin/Psychologie und den Alltagskulturwissenschaften bauen und die Kollaboration zwischen diesen Disziplinen stärken. Das Projekt soll einen Beitrag zur Forschung in der Palliative Care leisten.

Die Arbeit wird betreut durch Prof. Dr. Thomas Hengartner, Universität Zürich (ISEK) und Prof. Dr. Simon Forstmeier, Universität Siegen (Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie). Die Forschungsarbeiten werden am Robert Bosch Krankenhaus in Stuttgart durchgeführt.