Universität Zürich
Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft
PK-Veranstaltungen im Mai
Copyright Marlis Heyer
06. Mai 2026, 18.30 Uhr, AFL-E-015

Präfigurationen queerer Solidarität als Krisenpraxis

Sascha Sistenich 

Sascha Sistenich (Bonn) widmet sich der Frage, wie queere Bewegungen Vergangenheit und Zukunft miteinander verschränken, um auf gegenwärtige, multiple Krisen, wie dem Rechtsruck und einer damit einhergehenden Zunahme von Queerfeindlichkeit zu reagieren und alternative gesellschaftliche Lebensweisen zu entwerfen. Der Vortrag basiert auf Sistenichs aktivistisch-kollaborativen ethnografischen Dissertationsforschung und zeigt, dass queerer Aktivismus nicht allein auf Kritik oder Erinnerung zielt, sondern auf die Präfiguration queerer Utopien.

Im Rahmen der kulturwissenschaftlichen Vortragsreihe Zukünfte (in) der Krise


Agenda
 
Copyright Marlis Heyer
20. Mai 2026, 18.30 Uhr, Labör, Affolternstrasse 76, 8050 Zürich

Zukünfte (in) der Stadt. Kurzvorträge und Gespräch

Ignacio Farías und Léon Gross

 

An diesem Abend hören wir zwei Kurzvorträge aus der Stadtanthropologie und dem urbanistischen Aktivismus zur Frage, wer Zukünfte (in) der Stadt in Zeiten des Klimawandels wie diskutiert, plant, gestaltet und verändert. Im Anschluss werden die beiden Perspektiven in einen transdisziplinären Dialog gebracht.
Ignacio Farías spricht über seine aktuelle Forschung zu globalen Stadtentwicklungsprozessen im Kontext von Klimawandelanpassungen. Dabei geht es u.a. um die Handlungsmacht von Winden, Gewässern, Böden und Wärme als Kräfte, die städtische Ordnungen erschüttern, neue Akteure ins Spiel bringen und genuine Konflikte darüber eröffnen, was Städte sind und für wen.
Der Input von Léon Gross beschäftigt sich mit der Spree als umkämpftem urbanem Akteur: zwischen Infrastruktur, Lebensraum und politischem Subjekt. Anhand künstlerischer Projekte und aktivistischer Praktiken fragt er, wie Kunst dazu beitragen kann, Flüssen Rechte, Stimmen und Handlungsmacht zuzuschreiben. Im Zentrum stehen dabei Fragen nach ökologischer Fürsorge, Eigentum, Klimagerechtigkeit und neuen Formen des Zusammenlebens zwischen Stadt, Wasser und mehr-als-menschlichen Akteuren.

Im Rahmen der kulturwissenschaftlichen Vortragsreihe Zukünfte (in) der Krise


Agenda
 

Die Veranstaltungen werden regelmässig in der UZH-Agenda der Populären Kulturen aufgeschaltet.

Vitrine – Wissenschaftliches Personal
In der Mai-Vitrine stehen die wissenschaftlichen Mitarbeitenden im Fokus, die keinem Lehrstuhl angehören. Mit ihren Forschungs- und Lehrprojekten tragen sie zu einem vielfältigen Institutsleben bei. Wir stellen hier eine Auswahl laufender Arbeiten vor.

Rahel Grunder: Summer School Ethnographischer Film 2026: WASSER

Die Summer School 2026 ist mit der vorbereitenden Lehrveranstaltung erfolgreich gestartet. Dreizehn Studentinnen werden bis Ende Juni vier dokumentarische Kurzfilme rund um das Thema Wasser realisieren. Die Recherchen laufen bereits und führen ins Flussbad Oberer Letten, zu Urban Surf, in die Stützliwösch Letzipark und zu einer Fischerin. Ab dem 15. Juni beginnt der zweiwöchige Intensivkurs mit Dreharbeiten und Schnitt. Den Abschluss bildet die Premiere am Samstag, 27. Juni, im Kino Xenix. Um 11 Uhr werden die entstandenen Filme dort erstmals präsentiert.

Dr. Valerie Keller, Dr. Sabine Eggmann: Leben mit Vergesslichkeit. Agency und Selbstvertretung

Das dreijährige Forschungsprojekt wird von der Competence Foundation dementia.live finanziert. 

Kern unserer Bemühungen ist es, zu einer demenzfreundlichen Gesellschaft (Rothe et al. 2015) beizutragen. Das zentrale Ziel des Forschungsprojekts besteht darin, Menschen mit Vergesslichkeit essenziell zur Selbsttätigkeit und Selbsthilfe zu verhelfen sowie weitere Gruppen von An- und Zugehörigen für die Bedürfnisse und notwendigen Hilfestellungen bei der Festigung der Selbsttätigkeit von Menschen mit Vergesslichkeit zu sensibilisieren und zu ermächtigen. Dies ermöglicht sowohl die Auflösung von Hierarchien unter den verschiedenen Akteur*innen als auch das Aufbrechen von Stigmatisierung und bestehenden Bildern der «Demenz», die den betroffenen Personen ihre Selbsttätigkeit absprechen. (Unterstützte) Selbstvertretung bei der eigenen Alltags- und Lebensgestaltung von betroffenen Menschen wird genau dann zum gesellschaftlichen Potential, wenn das Umfeld die Mitgestaltungspotentiale erkennt und fördert.

Dr. Sibylle Künzler: «Empirische Kulturwissenschaft als Lehr-Lernpraxis»

Wissenschaftsalltage der Empirischen Kulturwissenschaft sind bekanntlich stark vom Lehren und Lernen geprägt. Praxeologisch betrachtet, stellt sich «Fachidentität» – das Fach, seine Perspektiven, Theorien und Inhalte, seine Vertreter:innen, seine gesellschaftliche Relevanz etc. – durch die Lehr-Lernpraxis auf situative, multiple und prozesshafte Weise fortlaufend her. Was als Empirische Kulturwissenschaft gefasst wird, ist von stetigen mikropolitischen Aushandlungsprozessen geprägt. Die Lehrsituation – Räume, Möblierungen, Materialien, Inszenierungen, zeitlichen Verhältnisse (Künzler, 2023), etc. – ist somit an der Wissensproduktion vor Ort beteiligt: Dinglichen Akteure, Szenografien, multisensorisch wahrgenommene performative Akte bilden fluide Medialitäten, durch welche Wissen zirkuliert.

Im kumulativen Habilitationsprojekt befragt Sibylle Künzler «Empirische Kulturwissenschaft als Lehr-Lernpraxis» und ihre eigenlogische Fachdidaktik. Kulturwissenschaftliches Modellieren (Künzler, 2021) von Lehrsituationen kann bedeuten: die Bedingungen der Wissensproduktion beim Lehren und Lernen mitzudiskutieren, dominante Vorgaben taktisch-spielerisch umzudenken und dadurch den Möglichkeitssinn (Musil, 1930)  zu trainieren – z.B. kann bereits das Verschieben eines Stuhls das mikropolitische Setting einer Lehrsituation fundamental irritieren und dadurch diskutierbar machen, was zuvor als selbstverständlich galt (Künzler, 2026).

Infrastrukturierungen der kulturwissenschaftlichen Lehr-Lernpraxis finden nicht nur im Seminarraum statt: Auch die «langweiligen» (Leigh Star, 1999) lehradministrativen Prozesse, wirken weit vor den Lehrveranstaltungen machtvoll dabei mit, wie sich das Fach herstellen kann. Die Arbeit in der Programmkoordination beispielsweise – soll sie von ihrem administrativen Anschein gelöst und kulturwissenschaftlich-formativ gewendet werden – erfordert ein fachlich-forschendes Gestalten, das auch «breakdowns» (Leigh Star, 1999) als produktive Momente in der akademischen Verhandlung von Fachwissen erkennt (Künzler, 2025).

Dr. Meret Fehlmann: Tremate, tremate le streghe son tornate!
Hexen in der Populärkultur – Figuren und Narrative in Medien und Künsten

29.10. bis 01.11.2026, Universität Zürich

Die Tagung wird von Dr. Meret Fehlmann & Prof. Dr. Christine Lötscher organisiert und wird gemeinsam vom ISEK und der Kommission für Erzählforschung der DGEKW gehostet. 

Im Herbst 1996 startete die TV-Serie Sabrina, the Teenage Witch und prägte damit eine Generation von Hexendarstellungen in der Populärkultur. Dieses Jubiläum ist Ausgangspunkt für die interdisziplinäre Tagung, die sich mit den vielfältigen und sich stetig wandelnden Bildern der Hexe auseinandersetzt.

Sabrina, the Teenage Witch steht einerseits für das von Rachel Moseley als

«glamourous witchcraft» beschriebene Phänomen, das Magie, Weiblichkeit und feministische Lesarten miteinander verknüpft und insbesondere Hexendarstellungen der späten 1990er Jahre prägte. Andererseits verweist ihre lange Rezeptionsgeschichte – von den Archie-Comics über Fernsehserien bis hin zu neueren, deutlich düstereren Adaptionen – auf die Wandlungsfähigkeit der Figur.

Hexenbilder stehen stets im Austausch mit gesellschaftlichen Entwicklungen. Sie greifen kulturelle Deutungsmuster auf, reagieren auf soziale, religiöse und politische Veränderungen und werden in unterschiedlichen medialen Kontexten immer wieder neu geformt. Dabei reicht ihr Bedeutungsspektrum von dämonisierten Aussenseiterinnen über naturverbundene Heilerinnen bis hin zu Symbolfiguren von Selbstermächtigung. Die «Hexe» existiert nicht – vielmehr handelt es sich um eine Projektionsfigur, die je nach Zeit, Genre und Publikum unterschiedlich ausgestaltet wird.

Die Tagung nimmt diese Dynamik in den Blick und fragt nach den historischen, ästhetischen und ideologischen Dimensionen von Hexennarrativen in Vergangenheit und Gegenwart. Beiträge aus verschiedenen Disziplinen sind ausdrücklich erwünscht.

Alle Informationen finden sich unter Tagung Hexen in der Populärkultur.

Weitere Veranstaltungen
📅
28.3. — 1.11.2026, Salzmagazin Stans
No Time To Loose

Ausstellung

 

Musik ist in unserem heutigen Leben allgegenwärtig. Ob beim Feiern, bei der Arbeit oder unterwegs: Musik ist ständig verfügbar. Doch wie fand sie den Weg in unseren Alltag?

Die Ausstellung No Time To Lose. Von Stubeten, Dancings und Discos erzählt die Geschichte der Tanzmusik im Kanton Nidwalden in den letzten 150 Jahren. Im Fokus stehen jene Orte, wo Menschen zusammenkamen, um Musik zu hören, zu tanzen, sich zu vergnügen: Wirtshäuser, Dancings, Discos, Festivals.

📅
8. Mai 2026, 12.30-18.30 Uhr, Université de Neuchâtel – Institut de Langue et Littérature Anglaises (FLSH)
3. DocNetCH Workshop «Computational Approaches to Literary Studies: From Close to Distant Reading»

Am 8. Mai findet der nunmehr bereits dritte Workshop des Swiss Literary PhD Network DocNetCH statt, in dem wir erkunden, wie Ansätze der Digital Humanities traditionelle Methoden des Close Reading ergänzen und erweitern können. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Frage, welche Erkenntnisse gross angelegte, computergestützte Textanalysen liefern können, die mit herkömmlichen literaturwissenschaftlichen Methoden nicht zu gewinnen sind.

Geleitet wird der Workshop von zwei Forscher:innen der Cornell University (NY): Prof. Dr. Lindsay Thomas und Sanghoon Oh, M.A.

DocNetCH ist ein neugegründetes schweizweites selbstorganisiertes Netzwerk für Doktorand*innen, die sich mit Literaturanalyse befassen. Unser Ziel ist es, einen Ort für das Austauschen von Ideen, das Aufbauen eines breiteren Unterstützungssystems und das Kennenlernen von Kolleg*innen mit ähnlichen Projekten und Interessen auch ausserhalb unserer eigenen Universitäten zu schaffen. Mehr Infos zum Netzwerk gibt es hier.

Sprache: Englisch.

Anmeldung unter mattia.ferraro@unine.ch bis 5. Mai 2026. Für die Teilnahme ist keine Vorerfahrung mit computergestützten Methoden nötig.

Detailliertes Programm: hier.
📅
12. Mai 2026, 10.15-11.45 Uhr, online
Pflanzen(/)Menschen. Das Becoming of Plant in der aktuellen Populärkultur
Vortrag von Jacqueline Heinzelmann
Einladung in die Vorlesung Populärkultur – Über das, was viele beachten an der Universität Würzburg, die sich an Studierende der EKW richtet. Die Veranstaltung verbindet eine Einführung in Fachgeschichte, Methoden und Theorien der EKW-Populärkulturforschung mit konkreten Forschungsberichten: Populärkulturforscher:innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz berichten von ihren eigenen Projekten. Im Mittelpunkt stehen dabei keine klassischen Forschungsvorträge, sondern Einblicke in die eigene Forschungspraxis: Welche Methoden werden in Populärkulturforschungen eingesetzt? Wie entwickeln sich Analysefragen im Laufe der Forschung? Auf welche Weise lassen sich theoretische Perspektiven in die empirische Forschung einbinden? Und auch: Wie werden Forschungsergebnisse verschriftlicht und präsentiert?
Link zur Vortragsreihe: Zoom-Link
Copyright Marlis Heyer
12. Mai 2026, 10.15 Uhr, KOL-E-13, UZH Zentrum

Necropolitics of the Algorithm: AI, War, and Environmental Life

Prof. Robert Marzec & Prof. Michael Boyden

Guest lecture by Professor Robert Marzec (Purdue University), entitled Necropolitics of the Algorithm: AI, War, and Environmental Life, followed by a response from Professor Michael Boyden (University of Fribourg). The event is part of the Culture Club lecture series organized within the context of the Cultural Analysis study program.


If you would like to attend, please email Dr. Benno Wirz 


Agenda
 
📅
15.-17. Mai 2026, Zürcher Hochschule der Künste 4.K13 · Galerie 1
NEU HIER
Was können Neophyten uns über Zugehörigkeit erzählen?

Drei Tage, drei partizipative Akte, drei Pflanzen geben einem Forschungs‑ und Begegnungsraum Gestalt. In diesem entstehenden Raum bist du eingeladen, Sorge tragend zu berühren – wahrzunehmen, in Austausch zu treten, zu gestalten und zu verwandeln. Die Berührung fragt, wie Zugehörigkeit entsteht und wie sie neu gedacht werden kann. Das Sorgetragen trägt den Wunsch nach Verbundenheit in sich.

Kostenfrei und ohne Anmeldung
Raumgeberin: Maria Lorenzo Souto

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16. Mai 2026, 18.00 Uhr, Projektraum 13 im Dynamo, Wasserwerkstrasse 21, 8006 Zürich
Wasser.Stadt.Machen
Vernissage

Herzliche Einladung zur öffentlichen Vernissage der Ausstellung im Rahmen des Workshops Wasser.Stadt.Machen. Mehr-als-menschliche Aushandlungen urbaner Flusswelten am Platzspitz (UZH, ISEK - PK)

Die Ausstellung zeigt die Ergebnisse der künstlerisch-forschenden Auseinandersetzungen der Studierenden der Populären Kulturen/Empirischen Kulturwissenschaft mit Fragen der nachhaltigen mehr-als-menschlichen Gestaltung des Platzspitzes.

Die Leitung des Workshops und leitende Ko-Kuration der Ausstellung verantworten Léon Gross und Nikolaus Heinzer.
 
📅
20.-22. Mai 2026, Stiftung WaldHaus Freiburg, Freiburg i. Br.
(In)To the Roots: Human-Vegetal Temporalities in A Dance with Dragons (2011)

Vortrag von Jacqueline Heinzelmann

 

When characters coming of age turn plant instead of growing up, more than just societal expectations are uprooted, as the radical transformation and its subsequent crossing of taxonomical boundaries largely untether the plant-turning characters from their age(ing): When Bran finally meets the Greenseer in George R. R. Martin’s A Dance with Dragons (2011), he learns how to go «into the roots[;] into the weirwood»—to «become the tree.» This causes Bran to perceive visions of the past from the point of view of weirwood trees; these visions thus intrude upon the perception of temporality for Bran as character, the novel's narrative voice, and by extension that of the reader. The cultural phenomenon of characters turning tree thus raises the questions: What occurs when multiple different temporalities (those of humans and plants) converge? How might the convergence of vegetal temporalities with those of humans enable a new, more inclusive future?

This presentation is part of the Workshop «Critical Plant Studies Revisited: Literatur- und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf Pflanzen aus europäischer und globaler Perspektive» and is hosted by the Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.
 
📅
4.-6. Juni 226, Aarhus, Denmark
Uprooting Futures? Queer Temporalities in Econarratological Texts

Vortrag von Jacqueline Heinzelmann

When characters coming of age turn plant instead of growing up, more than just societal expectations are uprooted. The radical transformation and its subsequent crossing of taxonomical boundaries largely untether the plant-turning characters from their age(ing): Bran in George R. R. Martin’s A Dance with Dragons (2011) gains the ability to “skinchange,” which allows him to enter the roots of weirwood trees and thus observe events of the past out of order in a narrative present. Similarly, Amy Goldsmith's Predatory Natures (2025) tells the story of Lara, who relives memories of her past with her previous toxic ex-boyfriend as she comes closer to releasing a mythological Blodeuwedd from her ancient curse. The cultural phenomenon of characters turning tree thus beg the questions: What happens to narrative when multiple different temporalities are imagined? And how might these temporalities inform the narrative(s) that enables us to live (for) an ecocritical future?

The 41st Narrative Conferenceof the International Society for the Study of Narrative
News

Feministische Leseliste der ≠igfem

In Schulen und Universitäten dominieren oft noch immer Texte von Männern. Das EU-geförderte Projekt der ≠igfem Österreich will diese Lücke schließen: Mit einem vielfältigen und kompetenten Expertinnengremium wurden feministische Leselisten für die Unter- & Oberstufe, die Universität und alle Interessierten kuratiert. Ziel ist es, starke Frauenstimmen in den Unterricht zu bringen und für mehr Gerechtigkeit im Bücherregal zu sorgen.

Claudia Sackl war im Expertinnengremium für das Leselisten-Projekt tätig.

Seit April 2026 ist die Feministische Leseliste nun online: www.femlit.eu

Lucia Dénes begleitet die Inszenierung «Dreigroschenoper» am Schauspielhaus Zürich

Lucia Dénes wird im Rahmen ihrer Dissertationsforschung die Eröffnungsproduktion der Spielzeit 2026/27 am Schauspielhaus Zürich «Die Dreigroschenoper» (REGIE: Pınar Karabulut MUSIKALISCHE LEITUNG: Bettina Ostermeier) für das Archiv Darstellende Kunst der Akademie der Künste Berlin dokumentierend begleiten. Die Inszenierungsdokumentation wurde durch Bertolt Brechts «Modellbücher» und Walter Felsensteins «Regiechroniken» angeregt und seit den 1960ern von der Akademie umgesetzt. Während zunächst der künstlerische Austausch durch die Sammlung und Archivierung von Probenprozessen im Vordergrund stand, wird das Archiv heute vor allem von Wissenschaftler:innen genutzt, um Einblicke in verschiedene Arbeitsweisen und Regiehandschriften zu erhalten. 

Medienbeiträge

Rave statt Club, zu Hause statt Kneipe – Warum die Gen Z anders feiert

SWR, 07.04.2026, Julian Schmitzberger – Immer weniger Menschen gehen abends in Clubs und Kneipen. Dieser Trend seit der Coronapandemie hält an, selbst ikonische Clubs wie das Watergate oder das SchwuZ in Berlin mussten schliessen. Vor allem junge Menschen ziehen andere, teils günstigere Formen des Feierns vor. 

 

Einige Städte haben auf die Bedürfnisse junger Menschen reagiert und die Ausgehkultur angepasst. Mannheim und Münster haben unter anderem deshalb Nachtbürgermeister*innen engagiert.

Anhören unter: SWR
Publikationen
Moritz Ege, Kathrin Ottovay, 2026. 

Making donors put their money where their hearts are: How a payment app’s donation marketplace shapes redistributive imaginaries

Finance and Society (2026), 1–27

Based on a study of the Swiss mobile payment app Twint and its use as a tool for charitable giving, this article introduces a framework for studying redistributive imaginaries and examines donation ‘marketplaces’ and their implications. Engaging with literatures on socio-technical imaginaries, the platformization of payment, post-humanitarianism, and the digital-solutionist ethic, the article asks what happens when practices of giving are facilitated and enclosed by a tech-ified finance industry. Twint’s catalog-like platform for donating reconfigures digital giving and its relation to redistribution. We argue that donations platforms like Twint’s are introducing a new redistributive imaginary by interpellating users as donors, consumers and citizens who – given behavioral psychology – need guidance to exercise choice and become more ethical selves. On the basis of an interface analysis and interviews, we specify a ‘post-sovereign consumer-citizen redistributive imaginary’, characterized by a market frame and tech-solutionism. This imaginary relies on a bounded-rationality model of the human and promotes a post-political idea of democratic participation. The article notes a slippage between different semantics of ‘good’ and ‘better’ technology, which are relevant for a discursive-ideological analysis of the FinTech sector and its rhetoric more broadly. Analyzing them helps us better understand how platform operators are accruing power culturally, economically, and politically.
Verfügbar unter: Cambridge University Press
Universität Zürich

Institut für Sozialanthropologie und Empirische
Kulturwissenschaft
Populäre Kulturen

Affolternstrasse 56

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