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Veranstaltungen

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11.–13. Februar 2025, Universität Freiburg 

Zur Polyphonie jüdischen Erbes: Aushandlungen, Konstruktionen, Autorisierungen

Tagung

 

Jüdisches Erbe stellt eine geltungsstarke (kultur)politische und erinnerungskulturelle Ressource in Deutschland und Europa dar. Es firmiert als Ausdruck kultureller Vielfalt, als Beispiel einer gemeinsamen Geschichte und als Medium zur Versicherung geteilter Werte. [...] Ein sozialkonstruktivistischer Blick darauf, was als Erbe ausgewählt und valorisiert wird, hat sich in den Critical Heritage Studies institutionalisiert. Kulturerbe ist nie einfach vorhanden oder eindeutig, sondern stets das Ergebnis komplexer Aushandlungen multipler Akteur:innen, die entlang unterschiedlicher Ziele oder Bedürfnisse kulturelle Ausdrucksformen als schützenswert auszeichnen. Es mag verwundern, dass bislang kaum systematische Arbeiten zu jüdischem Erbe vorliegen. Denn als sensibles und dynamisches Feld kann es geradezu paradigmatisch dafür gelten, umfassende Einblicke in den dissonanten Charakter kulturellen Erbes zu gewinnen. Hier setzt die Tagung an, indem sie Kulturerbe als grundsätzlich polyphon versteht und Vielstimmigkeit aus verschiedenen Richtungen in den Blick nimmt.

 

Mit einem Vortrag von Todd Sekuler und Zuzanna Dziuban zu Atopic Heritage: Unsettling Material Remains of the Holocaust.

Der Vortrag entwickelt das originelle Konzept des Atopischen Erbes, das sich auf ungewöhnliche und schwer zu definierende Objekte bezieht, die Vergangenheit und Gegenwart verbinden, sich menschlicher Kontrolle entziehen und an Erfahrungen oder Emotionen erinnern, die nicht in gewöhnlichen Kategorien passen.

 

→ Tagungsprogramm

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21.–22. Februar 2025, Brechtfestival, Augsburg

Die Große Methode: Brecht ohne Garantien

Tagung

 

In Bertolt Brechts Werk wurde Die Große Methode zumeist als Chiffre für die marxistische Dialektik gelesen. Doch aus der Gegenwart betrachtet, erinnert sein Denken eher an Erneuerer wie Antonio Gramsci oder Stuart Hall als an Hegel. Denn für Brecht ist Die Große Methode nicht marxistisches Naturgesetz oder Philosophie des Fortschritts, sondern eine ‹praktische Lehre›: ein Werkzeug zur Erlangung von Handlungsfähigkeit unter sich stets verändernden Bedingungen. Das Brecht‘sche Programm erscheint somit als ‹ohne Garantien› oder ‹ohne Gewähr› und als methodische Herausforderung: kuratorisch, künstlerisch, wissenschaftlich, praktisch, politisch.

Für das Brechtfestival unter Julian Warners künstlerischen Leitung hiess dies seit dem ersten Tag: Wenn die Gesellschaft sich ändert [...], so ändert sich zwangsläufig das Verständnis von Theater.

Was heisst es kuratorisch, kulturwissenschaftlich und politisch, nach dem Motto ‹Brecht ohne Garantien› zu agieren?

 

Tagung in Kooperation mit dem Käte Hamburger Kolleg global:disconnect der Ludwig-Maximilians-Universität München und dem Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturforschung (ISEK) der Universität Zürich.

 

→ Tagungsprogramm und Anmeldung

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Mi. 26. Februar 2025, 18:30, Schweizerischen Landesmuseum

Fotogeschichten. Das visuelle Gedächtnis der Schweiz

Buchpräsentation

 

Die Reihe Fotogeschichten präsentiert in vier Bänden historische Fotografien aus der Schweiz, die das Leben der vergangenen Jahrzehnte in all seinen Facetten zeigen. Sie dokumentieren den Reichtum dieser visuellen Zeugnisse und belegen die Stellung der Fotografie als einer bedeutenden Kulturtechnik der Moderne. Die Präsentation gilt dem ersten Band mit Materialien aus über 30 Archiven und Sammlungen der Nordostschweiz. Sie erzählen von Menschen und Orten, Dingen und Gegebenheiten und geben Einblick in das Gedächtnis einer Gesellschaft im Wandel.

Nach der Vorstellung des Bandes diskutiert eine Gesprächsrunde die Potentiale und Herausforderungen historischer Fotosammlungen für das visuelle Gedächtnis.

 

Im Anschluss laden das ISEK – Populäre Kulturen und der Benteli Verlag zu einem kleinen Apéro ein.

 

Mit: Denise Tonella, Aaron Estermann, Fabienne Lüthi, Alfred Messerli und Bernhard Tschofen

 

→ Anmeldung über die Website des Landesmuseums verbindlich: Landesmuseum

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Do. 27. Februar 2025, 16:30, AFL

Ethno Graphic - Graphic Novels in der empirischen Kulturwissenschaft

Vernissage

 

Studierende der Lehrveranstaltung Ethno-Graphics haben im letzten Semester zusammen mit Studierenden des Bachelorstudiengangs Nonfiction Illustration an der Hochschule Luzern kleine Forschungsprojekte durchgeführt, die in einer Sammlung von Kunstwerken gipfelten, die ab dem 27. Februar in den Gängen unseres Instituts ausgestellt werden.

 

Wir möchten zu einer kleinen Vernissage einladen, die wir für Donnerstag, den 27. Februar um 16:30 Uhr in den Fluren und der Küche unseres Instituts planen.

 

News

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Antrittsvorlesungen ISEK

  • Montag, 14. April 2025, 17:00 bis 17:45 Uhr, KOL-G-201 (Aula)
    Prof. Dr. Gabriel Scheidecker: Ethnography and Developmental Science: Speaking Across Disciplinary Boundaries
  • Montag, 26. Mai 2025, 18:15 bis 19:00 Uhr, KOL-G-201 (Aula)
    Prof. Dr. Silvy Chakkalakal: Die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen: Eine Kulturanalyse der Biennale

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Unterstützung aus dem UZH Alumni Fonds für die Exkursion nach Krakau

 

Für die fünftägige Exkursion nach Krakau und Umgebung mit dem Titel Erinnerung an jüdisches Leben rund um Krakau, Polen konnte ein Zuschuss des UZH Alumni Fonds gesichert werden. Der Kurs, eine Kooperation zwischen den Universitäten Zürich und Innsbruck sowie der Jagiellonen-Universität in Krakau, widmet sich der Auseinandersetzung mit jüdischem Leben und Erinnerungskultur in Polen.

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Treffen des internationalen Verbundprojekts Redistributive imaginaries (Redigim)

 

Die Forschenden des internationalen Verbundprojekts Redistributive imaginaries (Redigim) haben sich bereits in Lappland und Spanien zum Austausch getroffen – diesmal dufte das ISEK-Team die Projekt-Kolleg:innen in der Schweiz begrüssen. Die aktuelle Projektphase, unter Co-Leitung von Prof. Moritz Ege, steht im Zeichen der ‹alltagsweltlichen› Erkundung von Bedeutungen und Praktiken des Umverteilens im Kontext der Digitalisierung. Vom 15. bis 18. Januar diskutierten die Forschungsteams das ethnographische Material, das sie in fünf europäischen Ländern erhoben haben – zu einer Vielfalt ‹prosozialer Beiträge› von zivilgesellschaftlichen Initiativen, die beispielsweise Crowdfunding-Kampagnen für ÖV-Tickets für Geflüchtete schalten, Geldbeiträge an Nachbar:innen in Not auszahlen oder für einen gemeinsamen Geldtopf werben. Erste Verdichtungen im Hinblick auf geteilte ‹imaginaries› konnten herausgearbeitet werden. Auf ihrer Grundlage werden in der kommenden Abschlussphase des Projekts Szenarien möglicher zukünftiger Entwicklungen erstellt.

 

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Call: Innovation Booster: Future of Urban Society

Wie sieht die Zukunft des Lebens im urban geprägten Raum der Schweiz aus?
Der Innovation Booster Future Urban Society fördert radikal neue Ansätze, um die besten Ideen in den miteinander verknüpften Bereichen Wohnen, Mobilität und Ernährung aus der Nische zu katapultieren.
In Partnerschaft mit der Stadt Basel führt das Team des Innovation Boosters 2025 drei neue Challenges durch:

  • Die essbare Stadt  – Wie wir wieder auf den Geschmack kommen
    Wie könnten wir dazu beitragen, dass mehr Menschen durch den Anbau und Genuss leckerer lokaler Lebensmittel die eigene und die planetare Gesundheit fördern?
  • Sharing Sharing Sharing – Teilen als soziale Innovation
    Wie wird das Teilen von Dingen im urbanen Alltag selbstverständlich?
  • Stadt der kurzen Wege – Raumentwicklung geht uns alle an
    Wie könnten wir in Schweizer Städten und Agglomerationen durch kurze Wege zu einer hohen Lebensqualität beitragen?

Mehr Informationen auf: futureurbansociety.ch

 

 

Medienbeiträge

Weihnachten wandelt sich ständig und wird weltweit auf alle erdenklichen Arten begangen. Doch unser Bild vom traditionellen Fest, das wir bewahren möchten, sei nur eine Momentaufnahme.
Prof. Dr. Bernhard Tschofen in →
Auch die traditionelle Weihnacht
ist voll von Neuerungen
in Bote der Urschweiz, Samstagsgespräch, 21.12.24.

Interview mit Valerie Keller und Eva-Maria Trinkaus, den Herausgeberinnen der Sonderausgabe Postkoloniale Perspektiven einer kultur- und sozialwissenschaftlichen Altersforschung 2024 des Schweizerischen Archivs für Volkskunde (SAVk).
Valerie Keller und Eva-Maria Trinkaus →
Postkoloniale Perspektiven einer kultur- und sozialwissenschaftlichen Altersforschung in Bulletin EKWS, 16.01.25.

 

Publikationen

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Körper erzählen

Embodiment in Kinder- und Jugendmedien

 

Körper und Körperlichkeit werden auf vielfältige Art und Weise in Kinder- und Jugendmedien narrativiert, inszeniert und (re-)präsentiert: Das Spektrum reicht von sexualmoralischen (Selbst-)Beschränkungen der Kinderliteratur über die Vielfalt der Körperentdeckung in Aufklärungsbüchern, über Tabuisierungen und Normierungen von Sexualität und deren emanzipatorischer Infragestellung bis hin zu adoleszenten Normtransgressionen. Erweitert wird diese Variationsbreite in der All-Age-Literatur und in der Fantastik durch Figurationen toter oder untoter Körper sowie durch auf den Körper fokussierte Mensch-Tier-Beziehungen.

In vier Abteilungen versammelt der Band Beiträge, die Körperdiskurse in unterschiedlichen Genres der Kinder- und Jugendliteratur sowie im Kinder- und Jugendtheater analysieren. Der Körper wird dabei im Kontext von Normierungen, De-Kategorisierungen und Performanzen, von Einschreibungen, Markierungen und Entgrenzungen, im Kontext von Kollektiven, Sozionarrativen und Transformationsprozessen sowie von Sexualisierung, Gewalt und (Un-)Doing Gender befragt. Dabei werden der erzählte Körper und der darstellende, respektive erzählende Bild- und Textkörper stets in Bezugnahme aufeinander befragt, sodass die Verschränkung literarästhetischer Aspekte mit der Vielfalt des (medialen) Embodiment sichtbar gemacht wird.

 

Mitherausgegeben von Christine Lötscher und mit einem Beitrag von Claudia Sackl: Den Körper per_formen. Verschränkungen von Physis, Persona und Poetik im (jugendliterarischen Schreiben über) Spoken-Word.

 

Andre Kagelmann, Heidi Lexe und Christine Lötscher (Hg.): Körper erzählen. Embodiment in Kinder- und Jugendmedien. Berlin, Heidelberg: Metzler, 2024. (Studien zu Kinder- und Jugendliteratur und -medien, Band 14)

 

→ Springer

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Fotogeschichten. Das visuelle Gedächtnis der Schweiz

Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Schaffhausen,

St. Gallen, Thurgau, Zürich 

 

Die Reihe Fotogeschichten präsentiert in vier Bän­den historische Fotografien aus der Schweiz, die das Leben der vergangenen Jahrzehnte in all seinen Facetten dokumentieren. Ob Architektur und Land­schaftsentwicklung, Arbeitswelten in Industrie und Landwirtschaft, Dokumente aus Kunst und Wissen­schaft, Handwerker oder Hochzeitspaare, Absurdes oder Alltägliches – die Bilder sind ein bedeutsames, aber immer noch auf Entdeckung wartendes kulturelles Erbe, das in dieser Reihe erstmals in einer repräsen­tativen Auswahl zugänglich gemacht wird.
Den Anfang dieser einmaligen Zusammenstellung macht der Band über die Nordostschweiz mit Materia­lien aus über 30 Archiven. In ihm kommen die ländlich geprägten Bildwelten der Nordostschweizer Kantone mit den fotografischen Zeugnissen des Industriezeit­alters und der städtischen Kultur zusammen. Sie er­zählen von Menschen und Orten, Dingen und Gege­benheiten und geben Einblick in das Gedächtnis einer Gesellschaft im Wandel, wie es sich in den Sammlun­gen öffentlicher Archive, aber auch der Wissenschaft und der reichen Museumslandschaft erhalten hat.

 

Alfred Messerli, Bernhard Tschofen (Hg.): Fotogeschichten. Das visuelle Gedächtnis der Schweiz. Salenstein: Benteli, 2024. 

 

→ Benteli

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Crimscapes: Kulturanthropologische Perspektiven auf Politiken der Kriminalisierung

 

At the end of the last century, criminalisation has become a globally accepted mode of governing social problems. Using two policy fields, sea rescue in the Mediterranean and combating hate speech on the internet, we propose a cultural anthropological perspective on the punitive turn and the politics of criminalisation. Using the concept of crimscapes, we describe the dynamic landscapes that unfold around criminal justice interventions, in which new figures of threat and vulnerability emerge, moral orders are restructured and new constellations of actors and practices are brought to the fore. By relating different policy fields, understood as local articulations of global dynamics of criminalisation, the concept also points to the ambivalences of this policy, which can also have an enabling and protective effect alongside exclusionary, stratifying and punitive effects. This underlines the need for critical cultural anthropological research that highlights the ambivalences and contradictions of criminalisation and contributes to an informed critique that is not based solely on normative evaluations, but can also draw attention to unintended effects and contradictions in political debates.

 

Friederike Faust, Carmen Grimm, Beate Binder, Jérémy Geeraert, Todd Sekuler: Crimscapes: Kulturanthropologische Perspektiven auf Politiken der Kriminalisierung. In: Zeitschrift für Empirische Kulturwissenschaft, Band 2024/2, Münster: Waxmann Verlag, 2024.

 

→ Waxmann Verlag

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Postkoloniale Perspektiven einer kultur- und sozialwissenschaftlichen Altersforschung

 

Valerie Keller und Eva-Maria Trinkaus haben für die zweite Ausgabe 2024 des SAVk, ein Themenheft mit dem Titel Postkoloniale Perspektiven einer kultur- und sozialwissenschaftlichen Altersforschung herausgegeben.

 

Die wissenschaftliche Zeitschrift Schweizerisches Archiv für Volkskunde (SAVk) veröffentlicht Originalarbeiten (Abhandlungen, Debatten, Forschungsberichte und Miszellen) zu volkskundlich-alltagskulturellen, kulturanthropologischen, regionalethnografischen und kulturwissenschaftlichen Themen.

 

Valérie Keller und Eva-Maria Trinkaus (Hg. Themenheft): Postkoloniale Perspektiven einer kultur- und sozialwissenschaftlichen Altersforschung. In: Sabine Eggmann und Konrad J. Kuhn (Hg): Schweizerisches Archiv für Volkskunde / Archives suisses des traditions populaires, Band 2024/2, Zürich: Chronos Verlag, 2024. 

 

Das Themenheft ist open access, und kann unter folgendem Link heruntergeladen werden:

 

→ Chronos Verlag

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Forget Long Belong Remember

Mit Beiträgen von Sabine Eggmann, Patricia Jäggi, Alexandra Neukomm, Jaehee Shin

 

Forget Long Belong Remember beginnt mit einem Heimatgefühl, ausgelöst durch die physische Präsenz eines reich verzierten Speichers in Wyssachen, dessen unbewältigte Geschichte sich die in der Schweiz beheimatete koreanische Architektin Jaehee Shin aneignet. Dass dieses Gefühlskonstrukt Heimat nicht nur kuscheliger Rückzugsort bedeutet, sondern verknüpft ist mit latenten Vorstellungen dazu, wie ein Leben im Hier und Jetzt zu sein hat, macht Sabine Eggmann deutlich, wenn sie aufgreift, wie latent vorhandene Selbstverständlichkeiten in einer SRF-Volksmusiksendung hinterfragt und verteidigt werden. Wie in der Heimat auch eine Sehnsucht nach dem Anderen erwachsen kann, etwa dann, wenn fremde Klänge unmittelbar ein tiefliegendes Verlangen hervorrufen, zeigt Alexandra Neukomm mit ihrer Erzählung zu dem ersten koreanischen Jodler Kim Hong Chul. Dass uns Klänge an Dinge erinnern, an deren sinnliche Qualität wir in kognitiver Erinnerungsarbeit nicht gelangen, ist schliesslich Gegenstand von Patricia Jäggis Essay: Selbst wenn leibliche Erinnerungspraktiken auf Konfabulation fussen, können sie der Verlebendigung dessen dienen, was nicht vergessen gehen soll.

 

Valerie Keller, Matthias Liechti (Hg.): Forget Long Belong Remember, For, Basel, 2025.

 

Magazin Release

Wann: 01. Februar 2025, 11-17 Uhr 

Wo: For (Teichgässlein 31, 4056 Basel)

 

→ For

 
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Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft der Universität Zürich
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