„Urban Mountains“

Stadt-Bergbeziehungen im Alpenraum – ein Netzwerk für Forschung und Museen

Mit der europäischen makroregionalen Strategie für den Alpenraum (EUSALP) und ihren nationalen Implementierungen erfährt der Alpenraum auf der Ebene der Steuerung eine immense Erweiterung, die nicht ohne Folgen für die Selbstwahrnehmung und Entwicklungspotentiale des Alpenraums traditioneller Auffassung bleiben wird. Ausgehend von einem relationalen Raumverständnis und in Reaktion auf die Wissensdefizite betreffend die Beziehungen zwischen inneralpinen Gebieten (Highlands) und alpennahen Siedlungsräumen (Lowlands) will der von dem gleichnamigen Netzwerk vorgeschlagene Workshop „Urban Mountains“ zu einer kultur- und sozialwissenschaftlichen Fundierung der Diskussion realer und imaginärer Interrelationen zwischen Berggebieten und Makroregion beitragen.

Im Fokus der Inputs und Diskussionen des Workshops wird die Differenzierung des überkommenen dichotomen Denkbildes urbaner Lowlands vs. ruraler Highlands stehen. Sie scheint eine zentrale Voraussetzung für die Sicherung inner- und ausseralpiner Lebensqualität und die Integration konfligierender Interessen in künftige Entwicklungsstrategien zu sein. Daher ist zunächst nach Formen des Städtischen in den Alpen und der Stellung des Alpinen für den Grossraum zu fragen, um die Vorstellungen eines „lebenswerten Alpenraums“ (vgl. Interreg Alpine Space) im Sinne einer geteilten Solidarbeziehung weiter entwickeln zu können. Entsprechendes Wissen zu erheben und aushandelbar für die Öffentlichkeit aufzubereiten ist eine wesentliche Herausforderung der (alpinen) Museen und lebensweltlich orientierten Alpenforschung – nicht zuletzt weil sie traditionell als Institutionen einer städtisch-bürgerlich geprägten Moderne in die Konstituierung von bis heute nachwirkenden Stadt-Berg-Beziehungen involviert waren.

Der Workshop sucht daher zugleich nach neuen Formen der Forschung und Vermittlung im Sinne eines öffentlich wirksamen koproduktiven Wissenstransfers, der wiederum selbst die tradierte Hegemonie der Perspektive der urbanen Zentren zugunsten partizipativer und vor allem multidirektionaler Strategien aufzubrechen sucht. Entlang thematischer Achsen wie „Selbstbild / Fremdbild“, „Tourismus / Identität“, „Verkehr / Mobilität“, „Siedlungsraum / Raumentwicklung“ könnten in dem Workshop erste konkrete Projekte formuliert und für eine länderübergreifende Untersuchung und Vermittlung vorbereitet werden.

Für die Mitarbeit in dem Netzwerk bestehen bereits Zusagen von alpinen bzw. regionalen kulturhistorischen Museen sowie von Universitätsinstituten aus Deutschland, Österreich, Slowenien, Italien und der Schweiz. Gespräche mit Kooperationspartnern in Frankreich und Fürstentum Liechtenstein sind in Vorbereitung. Das erste Treffen des Netzwerks wird vom Alpinen Museum der Schweiz und dem ISEK – Populäre Kulturen vorbereitet.

 

Weitere Informationen und Programm (PDF, 54 KB)