Tove Jansson Symposium

Internationale Tagung zu den Schriften der Kinder- und Jugendbuchautorin Tove Jansson

Universität Zürich – Deutsches Seminar, Schönberggasse 9, 8001 Zürich Samstag, 3.12.2011

Zum Programm

Vor zehn Jahren verstarb die finnlandschwedische Kinder- und Jugendbuchautorin Tove Jansson, die vor allem über ihre Muminbücher bekannt geworden ist.

Aus diesem Anlass planen die Schweizerische Gesellschaft für Skandinavische Studien (SGSS), die Schweizerische Vereinigung der Freunde Finnlands (SVFF) und das Schweizerische Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM, Assoziiertes Institut der Universität Zürich, ein eintägiges wissenschaftliches Symposion, an dem die Schriften der Autorin aus verschiedenen Perspektiven und mit unterschiedlichen Methoden analysiert werden sollen. Die Tagung findet in Kooperation der genannten Institutionen mit dem Deutschen Seminar, Abteilung Nordistik, und dem Institut für Populäre Kulturen, beide Universität Zürich, statt.

Mit ihren Geschichten aus dem Mumintal hat Tove Jansson zweifelsohne einen Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur verfasst. Von der nationalen wie internationalen Bedeutung der in Form von illustrierten Büchern und Comics vertriebenen Mumin-Serie zeugen nicht nur zahlreiche Neuauflagen und Übersetzungen, sondern auch mehrere Zeichentrick-Verfilmungen sowie weitere Transformationen in andere Medien. Es ist inzwischen bekannt, dass sich die Werke von Tove Jansson in einer Art Doppeladressierung sowohl an Kinder wie Erwachsene richten. Die vermeintlich idyllischen Schilderungen des Lebens im Mumintal werden gezielt unterlaufen, wobei die (kindlichen wie erwachsenen) Leser nicht nur mit einer ganzen Reihe von psychischen Leiden, sondern auch mit fundamentalen liminalen Erfahrungen konfrontiert werden, die unter anderem die Grenze zwischen Leben und Tod wie diejenige zwischen den Geschlechtern betreffen.

Dabei schlägt sich die Subversivität der Kinderbücher Janssons keineswegs nur auf einer inhaltlichen Ebene nieder. Sie kommt auch in den raffinierten literarischen Verfahren ihrer Texte zum Ausdruck. Jansson konfrontiert ihre Leser häufig mit widersprüchlichen, zweideutigen und offenen Aussagen und lädt sie dazu ein, das präsentierte Geschehen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Bei all dem zeichnen sich die Schriften der Autorin von Anfang an durch ein hohes selbstreflexives Potential aus, wobei sie sich schon sehr früh auf eine theoretische Auseinandersetzung mit der spezifischen Medialität ihrer illustrierten Bücher einlässt. All dies gibt Anlass, Janssons Kinderbücher aus einem literaturwissenschaftlich und medientheoretisch inspirierten Blickwinkel zu betrachten.

Die Tagung richtet sich gezielt an eine breite Öffentlichkeit.

Kontakt: Prof. Dr. Klaus Müller-Wille; Prof. Dr. Ingrid Tomkowiak

Kooperationspartner

  • Schweizerisches Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM, Assoziiertes Institut der Universität Zürich
  • Schweizerische Gesellschaft für Skandinavische Studien (SGSS)
  • Schweizerische Vereinigung der Freunde Finnlands (SVFF)
  • Finnland-Institut in Deutschland