Schwerpunkt Kulturwissenschaftliche Technikforschung

Zur Technikforschung: Mensch, Technik und Kultur

Mensch und Technik stehen sich längst nicht mehr gegenüber. Im Gegenteil: Technisches ist mittlerweile ein fester, allgegenwärtiger Bestandteil unseres Alltags und seiner Wissens-, Handlungs- und Orientierungssysteme.

Kulturwissenschaftliche Technikforschung widmet sich der Frage, wie (auf welchen Wegen und mit welchen Konsequenzen), aber auch, wie sehr sich Technik in Kultur, Gesellschaft und den Menschen eingeschrieben hat.

Kulturwissenschaftliche Technikforschung erfolgt unter zwei zentralen Perspektiven: sie geht einerseits von den technischen Objekten und dem direkten Umgang von Menschen mit sog. technischen Artefakten aus. Andererseits fragt kulturwissenschaftliche Technikforschung notwendigerweise immer auch nach dem »Sitz der Technik im Leben«. Ziel dieses Vorgehens ist die Analyse des offenen oder verdeckten, bewussten oder meist unbemerkten Einflusses von Technischem auf die Art und Weise der Lebensgestaltung.

Der volkskundliche Ansatz innerhalb der kulturwissenschaftlichen Technikforschung zielt auf die Erforschung der Erfahrungsdimension der Technik ab. Als historisch argumentierende Alltags- und Gegenwartskulturforschung widmet sich damit die Volkskunde der Technik-Kultur-Geschichte aus der Nutzer- und Akteurperspektive. Sie beschäftigt sich mit der »Erscheinung« technischer Phänomene ebenso wie mit dem Aushandeln von Nutzungskonventionen und Bedeutungen von Technischem; sie geht der Frage der Veralltäglichung von Technischem ebenso nach wie derjenigen nach der Durchdringung von immer mehr Lebensbereichen mit Technik; nicht zuletzt fragt sie nach dem Eingang von Technischem in Vorstellungs- und Handlungs-, Werte- und Orientierungshorizonte.

Forschungsgruppen

Forschungskolleg Kulturwissenschaftliche Technikforschung
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Graduiertenkolleg Kunst und Technik (2005–2014)
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Drittmittelprojekte

  • „Mit Kopfhörern unterwegs – Wahrnehmung, Aneignung und diskursive Konstitution von öffentlichem Raum. Künstlerische und ethnografische Verfahren im Dialog“ SNF-Projekt (2015–2017)
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  • „Broadcasting Swissness – Musikalische Praktiken, institutionelle Kontexte und Rezeption von ‚Volksmusik’. Zur klingenden Konstruktion von Swissness im Rundfunk“ SNF-Sinergia-Projekt (2012–2015)
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    Publikation: „Broadcasting Swissness“: Die Schweiz auf Kurzwelle. Musik – Programm – Geschichte(n). Zürich: Chronos 2016.
  • „Handyfilme. Künstlerische und ethnographische Zugänge zu Repräsentationen jugendlicher Alltagswelten“ SNF-Projekt (2012–2014)
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    Publikation: Ute Holfelder, Christian Ritter: Handyfilme als Jugendkultur. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft GmbH 2015.
  • „Raumkulturen des Büros (1880-1930)“ SNF-Projekt (2012–2014)
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  • „Creating Data Worlds. Data Centers and their Cultural Impact on modern society“ Fritz Thyssen Stiftung (2013)
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  • „Klänge und Töne als cultural property?“ Teilprojekt der DFG-Forschergruppe „Die Konstituierung von cultural property: Akteure, Diskurse, Kontexte, Regeln“ (2008–2011)
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Dissertationen

  • Anke Rees: Das Gebäude als Akteur. Architekturen und ihre Atmosphären
    Publikation
  • Johannes Müske: Klänge als Cultural Property. Technik und die kulturelle Aneignung der Klangwelt
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    Publikation
  • Julia Fleischhack: Eine Welt im Datenrausch. Computeranlagen und Datenmengen als gesellschaftliche Herausforderung in der Bundesrepublik Deutschland (1965–1975)
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    Publikation
  • Christine Oldörp: Writing Culture? Re-Präsentationstechniken im qualitativen Interview
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  • Kerstin Schäfer: Zwischen Departure und Arrival. Ethnografie des aeromobilen Unterwegsseins
  • Janine Schemmer: Hafenarbeit erzählen. Der Wandel von Raum und Arbeitskultur in berufsbiografischen Interviews mit ehemaligen Hamburger Hafenarbeitern
  • Sibylle Künzler: Exploring Shifting Topologies
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  • Christian Elster: „Digital ist Besser“? Musiksammeln als (post)materielle Selbsttechnik
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  • Christian Ritter: Bilder transkultureller Jugendkultur. Audiovisuelle Inszenierungen kultureller Herkunft zwischen Anrufung, Aneignung und Selbstnarration
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  • Maximilian Jablonowski: Drohnen. Zur kulturellen Bedeutung unbemannter Fluggeräte
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Schriftenreihe

Studien zur Kulturwissenschaftlichen Technikforschung
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Tagungen

  • Populäre Musik und Identitätspolitiken
    18.-20.2.2016, Zürich
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  • Bewegtbilder und Alltagskultur(en) – von Super 8 über Video zum Handyfilm. Praktiken von Amateuren im Prozess der gesellschaftlichen Ästhetisierung
    AAU Klagenfurt / Celovec, 29.–31.Oktober 2015
  • Das Büro als Interieur (1880-1960)
    17.–18.10.2013, Bern
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  • III. Kongress Kulturwissenschaftliche Technikforschung
    12.–14.10.2012, Zürich
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Ausstellungen

„Handyfilme – Jugendkultur in Bild und Ton“, Start Oktober 2015, Bern (Wanderausstellung)
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