Kulturwissenschaftliche Raumforschung

Leitung: Prof. Dr. Bernhard Tschofen

Die Kulturwissenschaftliche Raumforschung bildet ein neues Arbeitsgebiet der Populären Kulturen und ist im Sommer 2013 im IPK, jetzt ISEK, eingerichtet worden.

Grundlage des Arbeitsbereichs ist ein relationaler und praxeologischer Raumbegriff, wie er in verschiedenen Zuschnitten in den vergangenen Jahrzehnten in den empirisch arbeitenden Kulturwissenschaften entwickelt worden ist. Im Gegensatz zu älteren Ansätzen geht es dabei weniger um raumgebundene kulturelle Ordnungen oder Repräsentationen, sondern um Räumlichkeit als eine in lebensweltlichem Denken und Handeln hergestellte Dimension der sozialen Welt. Damit ist die Kulturwissenschaftliche Raumforschung auch nicht wie in manchen Traditionen der regionalen Ethnographie an bestimmte Räume (Stadt/Land/Region) gebunden, sondern verbindet die Frage nach der räumlichen Dimension der Alltagskultur in verschiedenen Feldern – von der Alpenforschung über die Museum and Heritage Studies bis zur Tourismusforschung – mit anderen wesentlichen Kategorien der Kulturforschung.


Wichtige Horizonte der Forschung im Arbeitsbereich Kulturwissenschaftliche Raumforschung sind:

Forschung zu Raum und Wissen

  • 'Kulturwissen' und die Konstituierung räumlicher Ordnungen
  • Orte und Räume des Wissens

Forschungen zu populären Raumkonzepten und Raumbeziehungen

  • Ethnographie des Regionalen/Urbanen
  • Konvergierende Mobilitätspraktiken
  • Konfligierende Raumpolitiken

Methodische Perspektiven

  • Praxeologische Raumkulturforschung: Ethnographien des Sinnlichen und Materiellen
  • Historisch-ethnographische Zugangsweisen: Vermittelte Erfahrungen und ihre Medien

Projekte


„wissen & museum“
(„Archiv – Exponat – Evidenz: Generierung und Transformation von kulturellem Wissen im Literaturmuseum“) BMBF-Verbundprojekt (Sprecher), 2009–2012


„Sprachalltag: Dialekt und Alltagssprache – Nord-Baden-Württemberg“
MWK BaWü-Projekt Projekt, Projektphase II: 2012–2014 Weitere Informationen


„Geographische Indikationen. Kulinarisches Erbe als Cultural Property“
DFG-Projekt im Rahmen der DFG-Forschergruppe „Cultural Property“, Universität Göttingen, 2011–2014 Weitere Informationen auf der Website der Universität Tübingen  Weitere Informationen auf der Website der Universität Göttingen


„Living History. Reenacted Prehistory between Research and Popular Performance“
Verbundprojekt VolkswagenStiftung:, gem. m. Prof. Dr. Frank Bösch und Dr. Stefanie Samida, ZZF Potsdam, 2011–2014 Weitere Informationen


„Volkskundliches Wissen und gesellschaftlicher Wissenstransfer: zur Produktion kultureller Wissensformate im 20. Jahrhundert“
DFG-Projektverbund; Teilprojekte: „Konstituierung von Region als Wissensraum. Der Beitrag von Volkskunde und Sprachforschung in Württemberg (1890–1930)“, 2006–2008; „Wissenschaft und Landeskultur. Volkskundliches Wissen im staatlichen Reorganisationsprozess (Baden-Württemberg 1952–1977)“, 2008–2010 Weitere Informationen