Konstellationen des Politischen und des Populären

Das Populäre ist unweigerlich politisch. Populistische Bewegungen, aber auch andere Akteur*innen in politischen Debatten rekurrieren auf das Populäre, Nichtelitäre und Volkstümliche, um die eigenen Vorhaben zu legitimieren und sie im Alltagsverstand zu verankern. Auch die Popkultur – mit ihrem Glamour und ihrem Versprechen von Gegenwärtigkeit, der Zukunftsorientierung neuer Generationen und einer transnationalen Diversität – fungiert als politische Bühne und Ressource.

Als Nachfolgedisziplin der Volkskunde sind die Populären Kulturen in besonderem Masse gefordert, ideologische Funktionalisierungen zu hinterfragen und den politischen Effekten des Popularen und Populären auf den Grund zu gehen. In diesem Sinn verstehen wir «the popular» im Sinne des britischen Kulturwissenschaftlers Stuart Hall als intersektionales gesellschaftspolitisches Aushandlungsfeld und rücken das Schnittfeld von Pop und Politik ins Zentrum der alltagskulturwissenschaftlichen Forschung. Die Forschung am ISEK begleitet aktuelle Re-Konfiguierungen des Populären und Popularen in Europa und trägt mit ethnografisch und kulturhistorisch fundierten Studien zu gesellschaftlichen Debatten bei.

Dies geschieht über einzelne Studien hinaus im internationalen und interdisziplinären Austausch mit KollegInnen in EKW/EE, Ethnologie, Cultural Studies, Kultursoziologie, Geschlechterforschung und Politikwissenschaft, der unter anderem durch die gemeinsame Bezugnahme auf das Konzept einer interdisziplinären «Conjunctural Analysis» zusammengehalten wird.

Laufende und kürzlich abgeschlossene Projekte:

  • «Gegen die Eliten!». Das Anti-Elitäre als feldübergreifendes Motiv in Politik, Popkultur, Medien