Veranstaltungstexte HS 22

Binder, Stefan
Times and Ethics: On the temporalities of ethnography, capital, and sexuality
Seminar
Do 12.15-13.45

“What then is time? If no one asks me, I know what it is. If I wish to explain it to somebody who asks, I do not know.” This quote by Augustine of Hippo is a famous example for the tricky nature of time: it is a fundamental, seemingly self-evident aspect of human life and experience, but the closer one looks, the more elusive, contradictory, and difficult it becomes. In this seminar, we engage with major themes in the anthropology of time with a particular focus on their intersections with the anthropology of ethics. We explore how ideas, institutions, and experiences of time relate to regimes of power and knowledge production such as anthropology, capitalism, or heteronormativity.

Learning outcome:

The aim of the seminar is to introduce students to central themes and historical developments in the anthropology of time. The seminar will also explore interactions between anthropological approaches and other disciplinary perspectives on time, especially postcolonial and queer/gender studies. Students will familiarize themselves with concepts, theories, and ethnographic work that deal with time and temporality as both an object of study as well as a broader analytical and methodological lens.

Literature:

Fabian, Johannes. Time and the Other: How Anthropology Makes Its Object. Edited by Matti Bunzl. New York: Columbia University Press, 2002.
Munn, Nancy D. ‘The Cultural Anthropology of Time: A Critical Essay’. Annual Review of Anthropology 21 (1992): 93–123.
Greenhouse, Carol J. A Moment’s Notice: Time Politics across Cultures. Ithaca: Cornell University Press, 1996.
Boellstorff, Tom. A Coincidence of Desires: Anthropology, Queer Studies, Indonesia. Durham: Duke University Press, 2007.
Rao, Rahul. Out of Time: The Queer Politics of Postcoloniality. New York: Oxford University Press, 2020.

Anrechenbarkeit:

MA: Fokus Ethics, Religion, Knowledge (Major 90 und Minor 30)

Binder, Stefan / Derks, Annuska / Finke, Peter / Flitsch, Mareile
Einführung in die Ethnologie
Vorlesung
Di 10.15-12.00 und Do 10.15-12.00

Die Vorlesung Einführung Ethnologie vermittelt ein Grundverständnis und einen Überblick über die Gegenstandsbereiche der Ethnologie. Sie dient Studierenden dazu, einen ersten Einblick in die thematische Breite des Faches sowie in seine Veränderungen im Laufe der letzten Jahrzehnte zu gewinnen. Im Mittelpunkt steht dabei die kritische Auseinandersetzung mit zentralen Konzepten und wissenschaftlichen Traditionen im Fach, sowie die Frage, wie sich ihre Bedeutungen mit der Zeit verändert haben. Neben den zentralen Fragestellungen und Debatten findet auch eine kurze Einführung in die epistemologischen, theoretischen und methodischen Traditionen des Faches statt.

Lernziel:

Die Vorlesung hat das Ziel Studierende in das Fach der Ethnologie einzuführen. Hierzu werden die zentralen Konzepte und Gegenstandsbereiche vorgestellt und diskutiert. Dies soll eine kritische Auseinandersetzung auch mit deren historischen Entwicklung ermöglichen. Die Vorlesung stellt die Grundlage für alle kommenden Module des Studiums dar.

Anrechenbarkeit:

BA: Einführung in die Ethnologie (Major 120 und Minor 60)

Brabec de Mori, Bernd / Lewy, Matthias
Ethnomusikologie – Forschung, Praxis, Theorien
Seminar
1. Sitzung (Einführung und Absprache), Freitag 23.09.22, 10.00-14.00 Uhr
2. Sitzungen am Freitag 30.09.22, 10.00-18.00 Uhr, Samstag 01.10.22, 10.00-14.00 Uhr
3. Sitzungen am Freitag 11.11.22, 10.00-18.00 Uhr, Samstag 12.11.22, 10.00-14.00 Uhr 

Die Lehrveranstaltung bietet einen fundierten und modulhaft organisierten Einstieg in die aktuelle Ethnomusikologie. Was ist Ethnomusikologie, womit beschäftigen sich EthnomusikologInnen und welche Relevanz hat ihre Forschung? Anhand von Beispielen aus aller Welt lernen die Studierenden die Arbeitsmethoden und Aufgabenstellungen des Fachs kennen. Im Mittelpunkt steht die gesellschaftliche Relevanz von Musik: warum machen Menschen in dieser oder jener Region oder Tradition Musik auf diese oder jene Weise? – Hat die Musik mit Identitäten zu tun, mit Religion, mit Kommunikation? – Vermittelt sie ästhetisch erlebtes Vergnügen, oder trägt die Musikpraxis einen weiteren Sinn, sind damit Effekte verbunden wie Liebesglück, Kriegsführung, Heilung, oder Abgrenzung von gegnerischen politischen Gruppen? Es werden verschiedene Fachrichtungen innerhalb der Ethnomusikologie vorgestellt, die sich etwa mit Aktivismus (applied ethnomusicology), mit Fragen von Intersektionalität und Gender, mit Krankheit und Heilung (medical ethnomusicology), mit Tanz (ethnochoreology) sowie vielen anderen Facetten der aktuellen Forschung auseinandersetzen.

Lernziel:

Die Studierenden gewinnen einen Überblick über aktuelle Methoden, Theorien und Diskurse der Ethnomusikologie. Sie werden für die Historie des Faches zwischen Ethnologie und Musik- und Medienwissenschaft sensibilisiert und mittels eigener Literaturrecherche und Rezeption von ausgewählten Fachtexten sowie zugehörigen Musik- und Videobeispielen in die einzelnen Teilbereiche des Faches eingeführt. Die Studierenden erarbeiten eigene akademische Texte, wobei einzelne Schritte des akademischen Schreibprozesses aufbauend erläutert werden. Zusätzlich werden Resonanzen zu Hörwahrnehmungen und audiovisuelle Darstellungsformen berücksichtigt, die den Studierenden fachübergreifende Kompetenzen vermitteln.

Anrechenbarkeit:

BA: Kernbereiche der Ethnologie (Major 120 und Minor 60)

Bristley, Joseph / Sancak, Meltem
Anthropology of Socialism and Afterlives
Seminar
Mo 12.15-13.45

This course deals with socialist and post-socialist societies that have been undergoing extensive processes of change since the fall of the Soviet Union some 30 years ago. Its focus will be on changes and continuities in aspects of economic and social life. The course provides an opportunity to review some of the significant developments in the world during and after the Cold War and ask fundamental questions about capitalism and modernity. Both the past and the present are not uniform models but show great diversity in their implementation in everyday life. In the face of a globalized world we want to study, from an ethnological perspective, one of the most dramatic economic and social transformations in human history. This course aims to give students a wide range of background knowledge and understanding of processes of social change to allow a better comprehension of the present.

Learning objectives:

Dealing with the intersectionality of larger disciplinary arenas and topics, critical thinking, development and articulation of theoretical and analytical skills, independent and group work with peers, research and presentation training.

Anrechenbarkeit:

BA: Kernbereiche der Ethnologie (Major 120 und Minor 60)

Bristley, Joseph / Dietz, Daniela / Kuncoro, Wahyu / Rutz, Kiah
Graf, Josepha / Iselin, Daniel / Omlin, Lucrezia / Planzer, Lia / Thomann, Tatjana
Einführung in die Arbeit mit ethnologischen Texten
Übungen und Tutorate
Übungen: Mo 10.15-12.00 (Gruppe A) / Mi 08.00-09.45 (Gruppe B) / Do 14.00-15.45 (Gruppen C und D) / Fr 10.15-12.00 (Gruppe E)
Tutorate: Mo 12.15-13.45 (Tutorat A) / Mi 10.15-12.00 (Tutorat B) / Do 16.15-18.00 (Tutorat C und D) / Fr 12.15-13.45 (Tutorat E)

In der Übung und dem Tutorat dieses Moduls werden die wissenschaftlichen Techniken des Lesens, Schreibens und Analysierens miteinander verbunden. In der Übung stehen verschiedene Textgenres im Vordergrund. Neben wissenschaftlichen Artikeln sind Monographien zentraler Bestandteil der Ethnologie. Studierende beschäftigen sich mit einer ethnographischen Monographie, deren späterer Rezeption und aktuellen Relevanz. Im Unterricht analysieren und kontextualisieren sie eine exemplarische ethnologische Forschung. Sie bereiten sich auf den Unterricht durch die Lektüre vorgegebener Literatur vor, verfassen im Laufe des Semesters eigene wissenschaftliche Texte und üben sich in Präsentationstechniken.

Im Tutorat stehen grundlegende wissenschaftliche Arbeitstechniken im Vordergrund, die fachspezifisch erläutert und im Unterricht eingeübt werden. Schwerpunkt ist die Vorbereitung auf die Aufgaben der Übung.

Auch inhaltlich beziehen sich Tutorat und Übung aufeinander.

Lernziel:

Studierende erlernen zentrale Aspekte der Analyse von ethnologischen Texten und grundlegende wissenschaftliche Arbeitstechniken. Aufbauend auf den im Assessmentjahr erworbenen akademischen Kompetenzen, werden diese im Laufe des Bachelorstudiums systematisch vertieft.

Anrechenbarkeit:

BA: Einführung in die Ethnologie (Major 120 und Minor 60)

Bristley, Joseph und Hertzog, Werner
Core field: Economic Anthropology (Kernbereich Ökologie und Wirtschaft)
Vorlesung
Mi 14.00-15.45

Die Vorlesung vermittelt einen Überblick über zentrale Themen und Theorien der ökonomischen Anthropologie. Unterschiedliche Formen der Produktion, Konsumption und Distribution von Gütern werden dabei in vergleichender Weise und im jeweiligen sozialen und kulturellen Kontext betrachtet. Zugleich werden übergreifende Fragen nach den Strategien von (Über-)Lebenssicherung, Aspekten der globalen Einbettung und Ungleichheit sowie nach der Motivation menschlichen Handelns angesprochen. Anhand von klassischen und zeitgenössischen Texten werden empirische Fallbeispiele und theoretische Erklärungsmodelle vorgestellt und diskutiert. Besonderes Augenmerk ist dabei auf das Verhältnis von individueller Handlung, institutionellen Rahmenbedingungen und globalen Ungleichheiten gerichtet.

Lernziel:

Ziel der Veranstaltung ist es ökonomische Strukturen auf lokaler und globaler Ebene in ihren jeweiligen sozialen und kulturellen Kontexten zu verstehen und analysieren. Damit trägt die Vorlesung auch zur Debatte um Relativismus und Universalismus bei sowie zur Sensibilisierung gegenüber gegenwärtigen Prozessen der Globalisierung und deren Auswirkungen auf die Lebenswelten von Menschen in unterschiedlichen Teilen der Welt. Ein zentrales Ziel ist es zudem, ein Verständnis von ökonomischen Strukturen auf andere Bereiche des sozialen und kulturellen Lebens zu schärfen.

Anrechenbarkeit:

BA: Kernbereiche der Ethnologie (Major 120 und Minor 60)

Eitel, Kathrin
Abfallbegegnungen. NaturenKulturen und Nachhaltigkeit neu betrachtet
Seminar
Mi 08.00-09.45

Abfall ist omnipräsent: in den Medien, den Wissenschaften und in politischen Programmen. Dabei ist Abfall mehr als nur die Summe seiner schlechten Eigenschaften. Abfall nimmt Zwischenräume ein und landet oft daneben. In seiner Materialität ist er kaum greifbar, seiner Definition nach ist er weitgehend unbestimmbar und in seiner Ontologie vieldeutig. Was ihn letztlich schädlich und zu einer der vielfältigen Ursachen für die gegenwärtige Umwelt- und Klimakrise macht, ist nicht sein objektiver Status, sondern das Netzwerk, in dem er ‚hängt‘. Je nachdem, welche Form der Abfall in verschiedenen Konstellationen annimmt, ändert sich auch der Umgang mit ihm. So zeigt sich der Abfall mal als Umweltproblem oder wird zum Luftverschmutzer, wenn er auf Deponien verbrannt wird, andermal kann er zum Lebensspender werden – wenn er etwa als vitaler Nährboden für Mikroben und Fische fungiert. Manchmal ist Abfall auch eine wertvolle Ressource, um die sich ein ganzer Wirtschaftszweig drehen kann, oder aber er wird zum Marker für globale Ungleichheiten.

In diesem Seminar widmen wir uns den verschiedenen anthropologischen Zugängen, durch die man sich Abfall nähern und ihn begreifen kann – bspw. NaturenKulturen und STS-inspirierten Konzepten, sowie spekulativen Ökologien. Zudem präzisieren wir die Problematiken, die etwa im Rahmen politischer Nachhaltigkeitsprogramme entstehen können, und für globale Umweltungerechtigkeit sorgen. Wir folgen also den Fragen: Wie können wir Abfall anthropologisch begegnen? Wie wird Wissen über das Problem Abfall von wem produziert? Und was bedeutet das für eine soziokulturelle und umweltgerechte Nachhaltigkeitsvision, die auch die Zukunft mitdenkt?

Schlagwörter:

Abfall, Nachhaltigkeit, Ökologie, Leben/Tod, Umweltgerechtigkeit, Anthropologie, STS

Lernziele:

  • Sie erhalten sowohl Einblicke in Konzepte aus den anthropologische Abfallstudien und den Discard Studies als in Forschungen zum Thema Nachhaltigkeit, Ökologie und Wissen (Science and Technology Studies)
  • Mithilfe unterschiedlicher Quellen (politische Reports, Youtube-Videos, Instagrambilder, etc.) lernen Sie zudem sich kritisch mit der Art und Weise auseinanderzusetzen, wie Wissen produziert wird, wer Zugang zum Diskurs hat und wie Wissen letztendlich machtvoll zirkuliert wird
  • Ziel des Seminars ist es daher auch eine Sensibilität für Ungleichheiten, Diskriminierungen und Intersektionalitäten anhand eines ‚materiellen‘ Themas zu entwickeln
  • Mithilfe spekulativer Schreibübungen finden wir zudem gemeinsam heraus, wie Umweltgerechtigkeit in Zukunft aussehen kann

Einführende Literatur:

Alexander, Catherine / Sanchez, Andrew (Hg.) (2019): Indeterminacy. Waste, Value, and the Imagination. New York u. a.: Berghahn Books.

Douglas, Mary (1985): Reinheit und Gefährdung. Eine Studie zu Vorstellungen von Verunreinigung und Tabu. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Gesing, Friederike / Knecht, Michi / Flitner, Michael / Amelang, Katrin (Hg.) (2018): NaturenKulturen. Denkräume und Werkzeuge für neue politische Ökologien. Bielefeld: Transcript Verlag.

Liboiron, Max (2021): Pollution is colonialism. Durham: Duke University Press.

Liboiron, Max / Lepawsky, Josh (2022): Discard studies. Wasting, systems, and power. Cambridge: The MIT Press.

Lindner, Christoph / Meissner, Miriam (Hg.) (2016): Global Garbage. Urban Imaginaries of Waste, Excess, and Abandonment. London, England u. a.: Routledge.

Thompson, Michael (1981): Die Theorie des Abfalls. Über die Schaffung und Vernichtung von Werten. Stuttgart: Klett-Cotta.

Anrechenbarkeit:

BA: Thematische Erweiterungen (Major 120 und Minor 60)

Eitel, Kathrin
Research Seminar on Transformation and Development
Seminar
Mi 14.00-15.45

The world of today is shaped by economic and social transformation processes of tremendous scale that are changing the lives of people across the globe in unforeseeable ways. This research seminar tackles these processes from an anthropological perspective, looking at global configurations as well as local impacts and responses in a great variety of settings. Studying empirical examples and engaging with current theoretical debates, the seminar aims to develop a broader vision that gives credit to the ultimate complexity and ambiguity of transformation processes and critically examines the development paradigm and its implications.

Learning Outcome:

This research seminar introduces major debates and case studies dealing with transformation processes and development. Students will familiarise themselves with the relevant literature and identify an original research topic, develop a relevant research question, and write a research paper on particular aspects of transformation and development processes.

Anrechenbarkeit:

MA: Focus Transformation and Development (Major 90 und Minor 30)

Elabed, Saada
Visuelle Anthropologie: Ethnographisches Filmfestival Regard Bleu 2022
Praktikum
Do 14.00-15.45 (14-täglich bis 27.10.2022)

Seit mehr als zehn Jahren wird alle zwei Jahre im Oktober am Völkerkundemuseum der Universität Zürich das ethnographische Filmfestival Regard Bleu durchgeführt. Es ist eine studentische Werkschau, die sich inzwischen zu einer internationalen Plattform für junge studentische FilmemacherInnen weiterentwickelt hat. Im kommenden Frühjahrssemester und Herbstsemester 2022 wird das Festival im Rahmen eines Lehrforschungsseminars Visuelle Anthropologie gemeinsam mit Studierenden wissenschaftlich weiterentwickelt, geplant und umgesetzt.

Parallel mit dem Modul «Methodenvertiefung: Einführung in die Visuelle Anthropologie» wird die Theorie des ethnographischen Filmes weiter vertieft, um schliesslich den Fokus auf das Format „Filmfestival" auszurichten: Schwerpunkte des diesjährigen Festivals werden diskutiert und festgelegt. Die praktische Planung des Festivals (Sichtung und Auswahl der eingereichten Filme, Aufbereitung der Programminhalte, etc.) wird begleitet durch theoretische Auseinandersetzungen mit dem gesamten Prozess.

Lernziel:

Die Studierenden planen und organisieren das Film-Festival Regard Bleu 2022 von Anfang mit, dabei wenden sie ihr theoretisches Wissen praktisch an. Die Studierenden vertiefen ihr theoretisches Grundwissen zur Visuellen Anthropologie und üben einen kritischen Umgang mit aktuellen Werken in Bezug auf die Geschichte und Theorien der visuellen Anthropologie sowie aktuelle Fragen rund um die Ethnologie.

Unterrichtsmaterialien:

Texte uns Filme werden von der Lehrperson zur verfügung gestellt.

Anrechenbarkeit:

BA: Ethnologische Praxis (Major 120 und Minor 60)
MA: Thematic, Regional and Methodological Extensions (Major 90 und Minor 30)

Fitzpatrick, Molly
Anthropological Perspectives on Care
Seminar
Di 12.15-13.45

As one of anthropology’s most loved buzzwords of recent years, care has become a ubiquitous concept in anthropological writing and thinking, in particular in the subfield of medical anthropology and within feminist approaches to the discipline. But, as many have pointed out, it is a tricky concept to define. What is care? Does care denote a particular technical skill related to medical knowledge, or is it rather an affective state, a relational way of being-in-the-world? How can we conceptualise care without falling into a normative understanding of it as intrinsically good? And how can care help frame our anthropological understanding of how people relate to each other in a diverse range of fields? In this seminar we will unpack this slippery concept, exploring its value as well as inquiring into the boundaries of its application. In particular, we will pay attention to how care is practiced, both by caregivers and by those who are cared for. This focus will guide our exploration of care as a concept within medical anthropology, while we will also read works that engage with the role of care in kinship, gender, humanitarianism, environmentalism, postcolonial studies, and more.

Learning Objectives:

  1. To provide an insight into the way in which a popular concept in anthropology ‘travels’ in time and across the discipline’s subfields of medical anthropology, humanitarian studies, migration studies, postcolonial studies, feminist anthropology, the anthropology of the emotions, the anthropology of morality, and more.
  2. To become sensitized to the way in which a concept is used by different authors in different ways through the reading of articles and book chapters, and to be able to argue for the merits and/or weaknesses of different applications of the concept.
  3. To consider more generally the usefulness of a particular concept in and to anthropology.
  4. To further develop the key academic skills of critical reading, discussion, and academic writing during the seminars and through different assignments.

Some literature:

Garcia, Angela. 2010. The Pastoral Clinic: Addiction and Dispossession along the Rio Grande.

Mol, Annemarie, Ingunn Moser and Jeanette Pols. 2010. Care in practice: On tinkering in clinics, homes and farms. Bielefeld: Transcript Verlag.

Stevenson, Lisa. 2014. Life beside Itself: Imagining Care in the Canadian Arctic.

Tronto, Joan. 1993. Moral boundaries: A political argument for an ethic of care. New York: Routledge.

Varma, Saiba. 2020. The Occupied Clinic: Militarism and Care in Kashmir.

Anrechenbarkeit:

BA: Kernbereiche der Ethnologie (Major 120 und Minor 60)

Flitsch, Mareile
Kernbereich Materielle Kultur, praktisches Wissen und Kunst
Vorlesung
Mi 10.15-12.00

Die Vorlesung bietet Einblick in relevante wie auch zeitaktuelle Forschungsfelder und methodisch-theoretische Ansätze zur ethnologischen wissenschaftlichen Beschäftigung mit materieller Kultur und praktischem Wissen. Über die gemeinsame kritische Lektüre zentraler theoretischer Texte, die im Verlauf der Vorlesung in ihrem jeweiligen Hintergrund erschlossen, in ihren Kernaussagen erläutert, anhand von Fallbeispielen erweitert werden, sowie über praktische Übungen, wird ein Überblick über das Forschungsgebiet geboten.

Lernziel:

Die Studierenden erhalten Einblick in ein hoch aktuelles Forschungsfeld, seine Themen, Theorien, Methoden, Fragestellungen und Problemfelder. Ziel der Vorlesung ist es nicht zuletzt, Studierende für die Bedeutung dieses Kernbereichs für die ethnologische Forschung, Vermittlung und Praxis zu sensibilisieren und Ihnen allfällige praktische Talente in ihren möglichen Bedeutungen für Ihr Studium bewusst werden zu lassen.

Anrechenbarkeit:
BA: Kernbereiche der Ethnologie (Major 120 und Nebenfach 60 und Minor 30)

Flitsch, Mareile
Beyond the Museum Innocent – Ethnographic Museums in Transition
Seminar
Do 16.15-18.00

The role of ethnographic museums, of non-European collections in Western museums, are currently on trial. How can and should museums be sustainably decolonized? What does this require? This practice-oriented MA-seminar provides insight into current anthropological debates and practice and invites to practically investigate current collaboration and transformation projects.

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Die Rolle von ethnologischen Museen, von aussereuropäischen Sammlungen in westlichen Museen steht aktuell auf dem Prüfstand: wie kann Dekolonisierung nachhaltig gelingen? Was braucht es dafür? Dieses Praxis-orientierte MA-Seminar bietet Einblick in aktuelle ethnologische Debatten und Praktiken rund um dieses Thema und lädt dazu ein, aktuelle Kollaborations- und Veränderungsprojekte forschend in den Blick zu nehmen.

Anrechenbarkeit:

MA: Focus Material Culture and Museum (Major 90 und Minor 30)

Ghosh, Banhishikha
Regionalmodul Südasien: Anthropology of South Asia
Seminar
Do 14.00-15.45

This course provides an understanding the social, cultural, political, religious and economic realities of the region of South Asia. The course traces colonial and postcolonial trajectories of this region, the subsequent impact of these events, and events continue to influence the contemporary realities of the region. The course also traces the emergence of the anthropology in South Asia drawing from the works of scholars of the region. In doing so it sheds light on the pertinent social realities of the region including class, caste, gender, sexuality and ethnicity and nationalism. It also looks at the films and literature to illustrate the dynamic patterns of everyday life people in this region.

Learning Outcome:

1. Develop an understanding of the key anthropological concepts, theoretical approaches, and major themes of the region of South Asia.
2. Develop an understanding of how class, caste, sexuality, religion, politics, ethnicity and other interrelated key factors shape contemporary social life and everyday practices in the region.

Essential readings:

Channa, Subhadra. (2012). Gender in South Asia: Social imagination and constructed realities. 1-228. 10.1017/CBO9781107338807.

Sangari, K., & Vaid, S. (1990). Recasting women: Essays in Indian colonial history. New Brunswick, N.J: Rutgers University Press.

Reddy, Gayatri. 2006. With Respect to Sex: Negotiating Hijra Identity in South India.

University of Chicago Press. (Read: “Chapter 3, Cartographies of Sex/Gender”).

Fuller, Chris. 2003. “Caste.” In Veena Das (ed.) The Oxford India Companion to Sociology and Social Anthropology, Vol. 1. (Read the first two sections only: 477 -480.)

Dirks, Nicholas. 1992. “Castes of Mind.” Representations (Special Issue: Imperial Fantasies and Postcolonial Histories). 37: 56-78.

Guru, G. (1995, October 14–21). Dalit women talk differently. Economic and Political Weekly, 30(41/42), 2548–2550. 

Mies, M. (1981). Dynamics of Sexual Division of Labour and Capital Accumulation: Women Lace Workers of Narsapur. Economic and Political Weekly16(10/12), 487–500. http://www.jstor.org/stable/4369617

Dickey, S. (2012). The Pleasures and Anxieties of Being in the Middle: Emerging Middle-Class Identities in Urban South India. Modern Asian Studies, 46(3), 559-599. doi:10.1017/S0026749X11000333

Anrechenbarkeit:

BA: Regionale Ethnologie (Major 120 und Minor 60)
MA: Thematic, Regional and Methodological Extensions (Major 90 und Minor 30)

Isler, Andreas
Master-Colloquium I+II
Fr 14.00-15.45

Master-Colloquium I is designed as a workshop for students before they start their fieldwork, museum research or extended literature study. Students get the chance to present their research project and debate their preliminary research concept. The formulation of research questions and state of the art, the writing of the research proposal, theoretical conceptualization, methodological approach, and ethical concerns are discussed with peers, senior researchers and supervisors. To pass the Colloquium, the research projects must be presented and discussed and a written research concept must be handed in before the end of the semester.

Students learn how to present individual research projects and discuss it with colleagues and supervisors. Based on these discussions, they develop or revise their research concept. Students also learn to give constructive feedback on their peers' projects and learn the tricks of the trade of scientific exchange.

Master-Colloquium II is designed as a workshop for students who have returned from fieldwork, done their museum research, or completed their extended literature and archival research. Students present their research results and experiences and discuss each other's research reports. Different issues relating to theory and empirical material, data analysis, and writing are discussed. To pass this course, the research must be presented and the written research report handed in before the end of the semester.

Students learn to convey their research results and research experience and reflect these. They are supported in presenting research findings and learn how to prepare and what to include in a research report. Students learn how to give constructive feedback on others' reports and learn the tricks of the trade of scientific exchange and collaborative knowledge production.

Anrechenbarkeit:

MA: Anthropological Research (Major 90)

Luchsinger, Tanja
BA-Kolloquium
Kolloquium
Do 10.15-12.00

Im Rahmen des Kolloquiums stellen Studierende ihre BA-Arbeit vor, reichen Texte ein und diskutieren diese mit Dozent*in und Mitstudierenden. Je nach Stadium und Fokus der Arbeiten werden unterschiedliche Schwerpunkte problemorientiert diskutiert (Konzept und Strukturierung der Arbeit, Umgang mit Literatur, Verschriftlichung und Repräsentation, Einsatz unterschiedlicher Textgenres) und verschiedene Kernkompetenzen des wissenschaftlichen Austausches (schriftlich sowie mündlich) eingeübt.

Lernziel:

Das BA-Kolloquium ist als Schreibwerkstatt konzipiert. Es begleitet Studierende, die bereits eine Disposition zum Thema ihrer BA-Arbeit ausgearbeitet haben bei der Weiterentwicklung und dem Schreiben ihrer Arbeit.

Voraussetzung:

Buchung der BA-Arbeit. Ab Herbstsemester 2019 buchen Studierende die Bachelorarbeit während der vom Studiendekanat angegebenen Modulbuchungsfrist. Bitte beachten Sie auch die Informationen auf der Webseite des Studiendekanats. Im Merkblatt Bachelorarbeit (PDF, 76 KB) ist definiert, wer am ISEK-Ethnologie betreuungsberechtigt ist. Eine aktuelle Liste mit möglichen Betreuungspersonen finden Sie hier.

Wichtig: Vor der Buchung einer Bachelorarbeit muss die Disposition von der Betreuungsperson angenommen worden sein. Bitte reichen Sie die Bestätigung für die angenommene Disposition (PDF, 17 KB) zu Beginn des Semesters, in dem Sie die Arbeit schreiben, im Bachelorkolloquium ein.

Anrechenbarkeit:

BA: Abschluss (Major 120)

Lustenberger, Sibylle
Kernbereich Verwandtschaft und Gender
Vorlesung
Di 14.00-15.45

Diese Vorlesung bietet Studierenden eine Einführung in die diversen Vorstellungen und Erscheinungsformen von Gender und Verwandtschaft weltweit. Anhand ethnographischer Beispiele aus verschiedenen Teilen der Welt werden die soziale und historische Vielfalt sowie die Verschränkungen von Verwandtschaft, Gender, Reproduktion und verwandten Themenbereichen beleuchtet. Die Vorlesung vermittelt einen Überblick über die theoretischen Entwicklungen in der Verwandtschafts- und Genderethnologie von den Anfängen der genealogischen Methoden bis zu den heutigen Debatten in den New Kinship, Gender und Queer Studies und geht dabei auf aktuelle Themen und Fragestellungen bezüglich Genderdiversität, Reproduktionstechnologien, Globalisierung und Migration und Politik und Recht ein. Gleichzeitig werden Studierende dazu angeregt, sich kritisch mit den eigenen, als selbstverständlich wahrgenommenen Vorstellungen von Gender und Verwandtschaft auseinanderzusetzen.

Lernziel:

Studierende gewinnen einen Einblick in die Diversität, Variabilität und Verschränkungen von Gender und Verwandtschaft. Sie erwerben grundlegendes Wissen bezüglich der Geschichte, zentralen Konzepten und Methoden der Verwandtschafts- und Genderforschung in der Ethnologie und lernen, dieses mit aktuellen Fragestellungen und Forschungsgebieten zu verbinden.

Anrechenbarkeit:

BA: Kernbereiche der Ethnologie (Major 120 und Minor 60)

Quack, Johannes und Binder, Stefan
Theories in Anthropology
Seminar
Di 12.15-13.45

This course is designed for Ma-students to make themselves familiar with a variety of theoretical strands used in anthropology. The detailed discussion of classic as well as contemporary concepts shall help students framing and preparing their research and data analysis. Theoretical approaches used by anthropologists vary substantially, both in context as well as in their epistemological foundation. In this course, we will focus on approaches that take an explanatory start and address key issues of the social and cultural sciences in general. Why do people behave the way they do? What unites and what distinguishes us as humans? How is social order established and maintained, and what is the source of inequality within societies? Why do we have culture and religion?

Learning Outcome:

This seminar is an advanced course on anthropological theories. It familiarises students with classic theories as well as current debates to develop their own taking and support them when analysing their own empirical data. Theories discussed in this course are of a general nature, applicable to a range of issues in cultural and social anthropology. By way of intensive reading and in-class discussion students will develop their skills in engaging with theoretical texts and debates. The course will enable students to apply theory to their respective research themes.

Anrechenbarkeit:

MA: Anthropological Theories (Major 90 und Minor 30)

Rams, Dagna
Global Capitalism Deconstructed
Mi 12.15-13.45

Economic theories of capitalism have relied on setting out the society and culture as distinct from the economy and its laws. They make appeal to notions such as efficiency, cost saving or rationality to explain the operations of global capital and the ways in which it directs investments or remunerates labour. This course reveals instead how historical processes, politics, kinship, ethics and culture have been shaping economic life at different scales. The course looks at how global capitalism builds on and consolidates regional differences, inequalities, and legacies of gender and race relations. We will seek to understand how history, geopolitical location, and cultural difference are relevant dimensions for understanding global capitalism. How to make sense of the continued differentiated valuation of labour based on gender, race and place? How to imagine the role of the individual and collectives in the global economy that often enlists their efforts but limits their ability to act or resist? What role individuals and communities have played in defining and redefining the global economy? How anthropological methodologies can contribute to these discussions?

Learning Outcome:

The class aims to introducing students to new anthropological scholarship. The course will introduce students to notions such as racial capitalism, de-colonisation, neoliberal capitalism, post-capitalist politics.
In addition, the students will be encouraged to work on their writing skills as the final paper will be divided into 
steps that will introduce students to planning writing but also deriving joy from the process.

Choice of ethnographic works:

Hannah Appel. 2020. The Licit Life of Capitalism: US oil in Equatorial Guinea. Duke University Press
Jessica Cattelino. 2008. High Stakes: Florida Seminole Gaming and Sovereignty. Duke University Press.
Robyn D’Avignon. 2022. A Ritual Geology: Gold and Subterranean Knowledge in Savanna West Africa. Duke University Press.
Jatin Dua. 2019. Captured at Sea: Piracy and Protection in the Indian Ocean. University of California Press. Carla Freeman. 2000. High Tech and High Heels in the Global Economy: women, work and pinkcollar identities in the Caribbean. Duke University Press.
Kimberly Kay Hoang. 2015. Dealing in Desire: Asian Ascendancy, Western Decline, and the Hidden Currencies of Global Sex Work, Berkeley: University of California Press.
Kirsten Peterson. 2014. Speculative Markets: Drug Circuits and Derivative Life in Nigeria. Duke University Press.
Alex Rosenblat. 2018. Uberland: How Algorithms Are Rewriting the Rules of Work, Berkeley: University of California Press.
James H. Smith. 2021. The Eyes of the World: Mining in the Digital Age in the Eastern DR Congo. University of Chicago Press.
Sylvia Yanagisako and Linda Rofel. 2019. Fabricating Transnational Capitalism: a collaborative ethnography of Italian-Chinese Global Fashion, Duke University Press.

Besides having to choose one ethnography from the list above to read and present, students will read material for individual seminars, these include excerpts from the following works but also numerous others:
Adom Getachew. 2019. Worldmaking after Empire: The Rise and Fall of Self-Determination, Princeton University Press.
Robinson, Cedric J. 1983. Black Marxism: The Making of the Black Radical Tradition. Chapel Hill: University of North Carolina Press.

Anrechenbarkeit:

MA: Focus Transformation and Development (Major 90 und Minor 30)

Sancak, Meltem
Alles (über) Essen - und was wir darüber wissen
Seminar
Mi 12.15-13.45

Essen ist nie «nur Essen» und seine Bedeutung geht weit über Ernährung und Lebensunterhalt hinaus. Dieser Kurs soll einen multidisziplinären, vergleichenden und notwendigerweise vielseitigen Blick auf die Anthropologie des Essens bieten. Die Veranstaltung betrachtet die Verbindungen zwischen dem, was wir essen, und dem, was wir darüber wissen/denken, und wie persönliche und kollektive Identitäten, soziale Beziehungen und wirtschaftliche Ungleichheiten durch Praktiken der Lebensmittelproduktion und -zubereitung sowie des Lebensmittelkonsums geformt und erhalten werden. In diesem Seminar werden wir diskutieren, was «gutes» Essen ausmacht - schmackhaft, gesund, ethisch, fair – sowie die damit verbundenen politischen und ökonomischen Aspekte auf lokaler und globaler Ebene.

Lernziele:

Hauptziel des Kurses ist es, Studierenden konzeptionelle Werkzeuge zur Hand zu geben, um die ökologischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Aspekte von Essen und Lebensmittelsystemen auf lokaler und globaler Ebene zu verstehen und zu hinterfragen.

Zugleich soll im Kurs der Umgang mit interdisziplinären Arenen und Themen, kritisches Denken, die Entwicklung und Artikulation von theoretischen und analytischen Fähigkeiten, unabhängiges Arbeiten und Gruppenarbeit, recherchieren und präsentieren geübt werden.

Anrechenbarkeit:

BA: Kernbereiche der Ethnologie (Major 120 und Minor 60)

Scherer, Mareike
Anthropologische Perspektiven auf Religion, Gewalt und (Flucht-)Migration
Seminar
Di 08.00-09.45

Eine zunehmende Zahl gewalttätiger Konflikte wird in Verbindung mit Religion gebracht. Doch die Rolle von Religionen in Konflikten ist vielschichtig und wird entsprechend kontrovers diskutiert. Jene Konflikte aber auch religiös konnotierte Gewalttaten gegen Einzelpersonen können wiederrum zu Formen der Vertreibung führen. Im diasporischen Kontext können solche Gewaltverhältnisse neue zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen. Auch wird in diesem Zusammenhang immer wieder in Frage gestellt, inwiefern diasporische Mobilisierung und Konfliktdynamiken zusammenhängen.

Dieses Seminar gibt eine Einführung in anthropologische Perspektiven auf diese vielschichtigen Überschneidungen zwischen Religion, Gewalt und (Flucht-)Migration. Dabei werden grundlegende Debatten einführend beleuchtet sowie ausgewählte Fallbeispiele diskutiert. Gerade anhand der ethnographischen Fallbeispiele geht es darum, sich mit Lebensverhältnissen im Wandel wie z.B. generationalen Dimensionen zwischen Religiosität und Bedingungen der Gewalt im (Flucht-)Migrationskontext auseinanderzusetzen.

Lernziel

Einen vertieften Einblick in die komplexen Verflechtungen zwischen Religion, Gewalt und (Flucht-)Migration erlangen; Einen Überblick über grundlegende Debatten und aktuelle anthropologische Beiträge zum Thema erarbeiten; Das Verständnis und Rezeption wissenschaftlicher Texte, die kritische Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Debatten sowie eigenständiges wissenschaftliches Arbeiten üben; Mündliche Präsentations- und Diskussionskompetenzen praktizieren

Anrechenbarkeit:

BA: Kernbereiche der Ethnologie (Major 120 und Minor 60)

von Atzigen, Aline
Qualitative Datenanalyse – making sense/science of data
Übung
Mo 14.00-15.45

In diesem Seminar vertiefen die Studierenden ihr methodologisches Wissen zur Qualitativen Datenanalyse. Das Seminar hat das Ziel, dass die Studierenden praktisch und angewandt lernen ihre eigenen ethnographische Daten* zu analysieren. Dazu gehört das Codieren, die Erarbeitung und Bildung von Kategorien, sowie das Schreiben von Memos. Wir lesen und diskutieren gemeinsam Texte zu drei unterschiedlichen methodischen Ansätzen (Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring, nach Kuckartz und Grounded Theory) und deren konkrete Anwendung im Analyseprozess. Wir beschäftigen uns mit der Verknüpfung von empirischen Daten, Theorie und Analyse und wie die Forschungsergebnisse in einem Text so dargestellt werden können, dass ein wissenschaftlichen Dialog mit der bestehenden Forschung hergestellt werden kann. Der Fokus des Seminar liegt darauf die Studierenden im Prozess der Datenanalyse zu begleiten und Herausforderungen gemeinsam zu reflektieren, zu diskutieren und analytische Lösungen zu finden.

* Im Rahmen dieses Seminars analysieren die Studierenden ihre eigenen ethnographischen Daten. Dieses Seminar eignet sich deshalb besonders für Studierende, die gerade daran sind, ihre BA-Arbeit zu schreiben und bereits Daten erhoben haben.

Studierende, die eine Literaturarbeit planen oder noch nicht an der BA-Arbeit sind, werden gebeten für ein selbstausgewähltes Forschungsprojekt im Rahmen dieses Seminars in den ersten Wochen des Semesters (oder in den Semesterferien) ethnographische Daten zu erheben. Studierende, für die das der Fall ist, bitte die Dozentin vor Semesterbeginn kontaktieren.

Lernziele

Die Studierenden sind nach Abschluss dieses Seminars in der Lage

  • selbständig ethnographische Daten zu analysieren – mit MAXQDA und gemäss einer Methode der Qualitativen Datenanalyse
  • ein Codiersystem für ihre Daten zu erarbeiten und Kategorien zu bilden - und so einen analytischen Bezug zwischen Empirie und Theorie herzustellen
  • mit den eigenen ethnographischen Daten und deren qualitativen Analyse einen Text zu schreiben und in einen wissenschaftlichen Dialog zu treten

Anrechenbarkeit:

BA: Ethnologische Praxis (Major 120 und Minor 60)
MA: Thematic, Regional and Methodological Extensions (Major 90 und Minor 30)

Winterberger, Georg
Doing Ethnography
Übung
Fr 10.15-12.00

In this course, you will apply ethnographic methods within the framework of a small individual research project. The aim is to learn how to set up an ethnographic research project independently, which means finding a research question, developing a research design and getting familiar with different methodological approaches. You will carry out your individual project, analyse your findings and put them into writing while we will be discussing important issues concerning this process via short readings in our sessions.

Parts of the course are small presentations about your individual project, written assignments as well as active participation in the discussions.

This module can serve as a preparation or for your own research in the future.

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In diesem Modul wenden die Studierenden ethnographische Methoden im Rahmen einer kleinen individuellen Forschung an. Ziel ist, selbstständig ein ethnographisches Forschungsprojektes aufzubauen: das Finden einer Forschungsfrage, die Entwicklung eines Forschungsdesigns und das Kennenlernen unterschiedlicher methodischer Herangehensweisen. Die Studierenden führen ein individuelles Projekt durch, analysieren die Erkenntnisse und halten diese schriftlich fest, während im Unterricht wichtige Fragen zu diesem Prozess diskutiert werden.

Bestandteile des Kurses sind kleine Präsentationen zum individuellen Projekt, schriftliche Arbeiten sowie die aktive Teilnahme an den Diskussionen.

Dieses Modul kann als Vorbereitung auf eine spätere eigene Forschung dienen.

Der Unterricht findet auf Deutsch statt, wenn alle Teilnehmende Deutsch verstehen.

Anrechenbarkeit:

BA: Ethnologische Praxis (Major 120 und Minor 60)
MA: Thematic, Regional and Methodological Extensions (Major 90 und Minor 30)