Bachelor (ab HS 19)

Aufbau des Bachelorstudiums

Das Bachelorstudium Ethnologie ist in ein Einführungsjahr und das Aufbaustudium unterteilt. Im Einführungsjahr besuchen Studierende im Major und Minor dieselben Module, die pro Semester 15 ECTS Credits umfassen. Der Pflichtteil im Aufbaustudium umfasst fünf Kernbereichsvorlesungen für alle Studierenden. Zu den Kernbereichen, den regionalen Gebieten sowie thematischen Erweiterungen werden Seminare angeboten, aus denen Sie im Rahmen Ihrer Studienordnung Module auswählen dürfen. Im Major besuchen Sie zudem einen Sprachkurs, Module zu ethnologischer Praxis, und Sie schreiben eine Bachelorarbeit, die von einem Kolloquium begleitet wird.

Alle Module sind einer Modulgruppe zugeordnet, zu denen in der Studienordnung Bestehensvoraussetzungen ausformuliert sind.

Dokumente zum Bachelorstudium Ethnologie:

Major 120 ECTS Credits Studienordnung Übergangsreglement Wegleitung (folgt) Modulkatalog
Minor 60 ECTS Credits Studienordnung Übergangsreglement Wegleitung (folgt) Modulkatalog
Minor 30 ECTS Credits   Übergangsreglement    

 

Übersicht Modulgruppen

Modulgruppe und Module

Major 120

Minor 60

     
Einführung in die Ethnologie 30 ECTS Credits 30 ECTS Credits
Einführung in die Ethnologie, 6 ECTS Credits Pflicht Pflicht
Einführung in die Arbeit mit ethnologischen Texten, 9 ECTS Credits Pflicht Pflicht
Ethnologische Forschungsmethoden, 6 ECTS Credits Pflicht Pflicht
Fachgeschichte, 6 ECTS Credits Pflicht Pflicht
     
Kernbereiche der Ethnologie 33 ECTS Credits 21 ECTS Credits
Kernbereich Verwandtschaft und Gender, 3 ECTS Credits Pflicht Pflicht
Kernbereich Ökologie und Wirtschaft, 3 ECTS Credits Pflicht Pflicht
Kernbereich Politik und Recht, 3 ECTS Credits Pflicht Pflicht
Kernbereich Materielle Kultur, praktisches Wissen und Kunst, 3 ECTS Credits Pflicht Pflicht
Kernbereich Religion, 3 ECTS Credits Pflicht Pflicht
[Kernbereichsseminare] mindestens 3 Seminare mindestens 1 Seminar
     
Regionale Ethnologie und Thematische Erweiterungen 18 ECTS Credits 6 ECTS Credits
[Seminar regionale Ethnologie], 6 ECTS Credits mindestens 6 ECTS Credits mindestens 1 Seminar
[Module Thematische Erweiterungen], 3-6 ECTS Credits mindestens 6 ECTS Credits für Erfüllung der Freiwahlregel buchbar
     
Ethnologische Praxis 9 ECTS Credits für Erfüllung der Freiwahlregel buchbar
[Methodenvertiefungen], 3 ECTS Credits wählbar wählbar
[Lehrforschung], 6 ECTS Credits wählbar wählbar
[Summer School], 6 ECTS Credits wählbar wählbar
[Museumspraktikum Völkerkundemuseum], 6 ECTS Credits wählbar wählbar
[selbständig durchgeführte Feldforschung], 6 ECTS Credits wählbar wählbar
     
nicht-romanische, nicht-germanische Sprache 6 ECTS Credits für Erfüllung der Freiwahlregel buchbar
[Sprachkurs], 6 ECTS Credits mindestens 6 ECTS Credits wählbar
     
Weitere curriculare Module für Erfüllung der Freiwahlregel buchbar nur für Studierende im Major
[diverse Formate gemäss Modulkatalog und Vorlesungsverzeichnis] wählbar nicht anrechenbar
     
Abschluss 18 ECTS Credits nur für Studierende im Major
Bachelorarbeit, 15 ECTS Credits Pflicht nicht anrechenbar
Bachelorkolloquium, 3 ECTS Credits Pflicht nicht anrechenbar
     
Freiwahlregel mind. 6 ECTS Credits nach freier Wahl innerhalb des Programms mind. 3 ECTS Credits nach freier Wahl innerhalb des Programms

 

Modulgruppe Einführung in die Ethnologie

In den Veranstaltungen der Modulgruppe Einführung in die Ethnologie werden Sie zunächst mit allen Teilbereichen der Ethnologie in ihren Grundzügen bekannt gemacht. Sie beschäftigen sich mit der Fachgeschichte, erfahren von wichtigen Forschungsergebnissen, erlernen die Methoden der Arbeit mit Texten und die Methoden der empirischen Datenerhebung und -auswertung. Das Einführungsstudium verfolgt das Ziel, es Ihnen zu ermöglichen, in allen diesen Bereichen Grundlagen zu bilden, die Sie in den anschliessenden Semestern weiterentwickeln werden.

Modulgruppe Kernbereiche der Ethnologie

Die Kernbereiche stellen wichtige thematische und theoretische Forschungsfelder der Ethnologie dar, die jeweils ihren Fokus auf einen anderen Teil oder Aspekt von Gesellschaft legen und in denen die Ethnologie zahlreiche Forschungen durchgeführt hat. Das ISEK-Ethnologie kennt fünf Kernbereiche:

  • Kernbereich Verwandtschaft und Gender
  • Kernbereich Ökologie und Wirtschaft
  • Kernbereich Politik und Recht
  • Kernbereich Materielle Kultur, praktisches Wissen und Kunst
  • Kernbereich Religion

Da die Ethnologie so verfährt, dass sie ihre „Forschungsgegenstände“ in ihrem gesamtgesellschaftlichen Kontext analysiert (Beispiel: Kunst ist nicht nur einfach Kunst, sondern auch Handwerk, fusst auf einer Tradition, vielleicht ist sie auch Ausdruck von Frömmigkeit oder reagiert auf die Politik, bedient ökonomische Interessen und allenthalben ist sie ein Ausweis menschlicher Kreativität) ist man als Ethnolog*in gut beraten, sich auch mit diesen fünf Kernbereichen zu beschäftigen, da sie sich in der Analyse eines jeden ethnologischen Themas verzahnen.

Modulgruppe Regionale Ethnologie

Ethnologie gewinnt ihre Erkenntnisse dadurch, dass sie in die Welt hinausgeht, diese zu erfassen strebt und analysiert. Das Produkt der Arbeit von Ethnolog*innen, die in ein und derselben Region arbeiten, akkumuliert zu einem ethnologischen Wissensstand zu einer Region. Dieser bildet zugleich die Grundlage für alle weiteren ethnologischen Arbeiten in einem regionalen Gebiet.

Mit diesen regionenbezogenen Forschungsergebnissen beschäftigen sich die Veranstaltungen der Modulgruppe Regionale Ethnologie. Die Regionalmodule haben auch einen inhaltlichen Bezug zu den Kernbereichen. Denn in den Gesellschaften einer Region verschränken sich soziale Organisationsformen, Wirtschaft, Politik, Religion und materielle Kultur.

Die Schwerpunktregionen des ISEK-Ethnologie sind Ostasien, Südasien, Südostasien, Zentralasien und Europa. Die meisten Veranstaltungen aus dieser Modulgruppe beziehen sich auf diese Regionen. Es gibt aber auch Veranstaltungen zu anderen Weltregionen, wie etwa zum Mittleren Osten, zu Nordamerika, Lateinamerika, Ozeanien/Australien und zum subsaharischen Afrika.

Modulgruppe Thematische Erweiterungen

Diese Modulgruppe berücksichtigt, dass nicht das gesamte Spektrum an theoretischen Interessen in der Ethnologie durch die Veranstaltungen aus den Kernbereichen abgedeckt wird. So gibt es zum Beispiel eine „Ethnolinguistik“, die sich unter anderem mit dem Verhältnis von Sprache und Denken beschäftigt, eine Ethnologie der Identität, eine Kognitionsethnologie, Medizinethnologie oder die visuelle Anthropologie. Veranstaltungen, die diese und andere Themengebiete behandeln, werden in dieser Modulgruppe angeboten.

Modulgruppe Ethnologische Praxis

Wie bereits oben erwähnt, ist die Ethnologie eine empirische Wissenschaft, die in die Welt hinausgeht, um Gesellschaften und Kulturen zu erforschen. Sie hat also eine praktische Seite, die über die Bearbeitung von Fachliteratur hinausgeht und mit den Worten „Beobachten, Befragen, Notizenanfertigen und Datenauswerten“ umschrieben werden kann. In der Modulgruppe Ethnologische Praxis besuchen die Studierenden Veranstaltungen, in denen sie diese Praxis kennen lernen und einüben.

Modulgruppe Nicht-romanische, nicht-germanische Sprache

Ethnologische Forschung basiert auf der Beobachtung, der Befragung und auf der Kommunikation mit Menschen. Der sprachliche Austausch mit Menschen und die Teilnahme an ihrer Kommunikation mit Anderen rückt damit in den Mittelpunkt ethnologischen Forschens. Ethnolog*innen streben es daher an, die Sprache zu lernen, in der die Menschen, zu denen und mit denen sie arbeiten, sprechen und denken. Zugleich ermöglicht der Zugang zu anderen Personen in ihrer Muttersprache eine Differenziertheit des Austausches und damit ein tieferes Verstehen der anderen Personen, ihrem Denken und Handeln. Mit dem Erlernen einer nicht-romanischen und nicht-germanischen Sprache sollen Sie sich auf den Weg dahin begeben, sich diese Möglichkeiten zu erschliessen und diese Erfahrung zu machen. Zugleich vermittelt dieses Modul ein Verständnis für die Unterschiedlichkeit sprachlicher Strukturen und Ausdrucksformen.

Modulgruppe Weitere curriculare Module

In dieser Modulgruppe werden Module angeboten, die das reguläre Curriculum der Ethnologie ergänzen, aber nicht in den inhaltlich definierten Modulgruppen untergebracht werden können. Hier werden z.B. Module anderer Institute der UZH, die für Ethnologiestudierende interessant sein können, als Crosslisting-Angebote aufgeführt. Auch Angebote wie „Ethnologie und Beruf“ werden in diese Modulgruppe aufgenommen.

Modulgruppe Abschluss

Wenn Sie sich dem Ende des Studiums nähern, obliegt es Ihnen, eine Abschlussarbeit zu schreiben, die Bachelorarbeit. In dieser Arbeit wählen Sie sich in Absprache mit einer Betreuungsperson ein Thema, das Sie eigenständig bearbeiten. Sinn dieser Arbeit ist es, Ihnen eine Möglichkeit zu geben, das wissenschaftliche Arbeiten anhand eines ethnologischen Themas eigenständig zu praktizieren und damit auch unter Beweis zu stellen, dass Sie das Ziel des Bachelorstudiums erreicht haben. Die Details dazu werden in einem eigenen Merkblatt ausführlich beschrieben. Das Merkblatt finden Sie auf der Webseite des ISEK-Ethnologie.