Archiv MA-Forschungprojekte

Ethnographic Research Internship (June-July 2020) in a Swisscontact Project on Financial Inclusion among Garment Factory Workers in Bangladesh

We are looking for a highly motivated anthropology master student to conduct ethnographic research within the ongoing SARATHI project (Progress through Financial Inclusion) in Bangladesh of the NGO Swisscontact. The focus of the ethnographic exploration is women’s perspectives, their choices and agency along with their interactions with power structures in interventions that aim to improve financial inclusion among garment factory workers.

Project Description

SARATHI is a 30-month (January 2018- June 2020)[1] financial inclusion project, jointly funded by MetLife Foundation and Swisscontact. It aims to build an ecosystem where wage digitization promotes financial inclusion of Ready-Made Garments (RMG) workers, while also benefitting RMG factories and building a commercially-viable business model for the commercial banks that participate in the process.

Bangladesh’s RMG sector consists of 45% of the total workforce and contributes to 13% of the total GDP. RMG workers, despite their numbers, remain outside the purview of formal financial services as cash-based transactions have been the primary method of transaction made by and to businesses in the country. SARATHI is working with commercial banks and RMG factories to bring RMG workers, especially women, within the sphere of formal banking services. Through wage digitization, the project empowers RMG workers to conduct financial transactions as account holders and clients. The project activities are directed to find market-based and scalable solutions that address underlying constraints such as inadequate financial literacy; lack of access to formal banking services; and commercially viable business solutions for commercial banks to cater to the needs of the RMG workers.

Your Research

While the project is professionally assessed and evaluated by Swisscontact within the usual structured measurement process, Swisscontact is keen to go beyond that and is interested in an anthropological study assessing the political-economic, social and cultural changes due to the financial inclusion project. It seeks to develop an understanding of the wider impact of financial inclusion and increased income. What has changed in the life of people due to financial inclusion? How do women perceive the changes? How do their choices and agency look like? How do they interact with changing power structures? These are only a few of the questions that might lead an ethnographic exploration of the broader political-economic changes experienced by women in interventions that aim to improve financial inclusion of RMG workers.

The chosen student will be encouraged to develop an independent research project during spring semester 2020 (in the Masterseminar Methoden) within the framework of the Swisscontact SARATHI project. This research would ideally culminate in their master’s thesis in social and cultural anthropology (Ethnologie) at the University of Zurich. Due to the tight time frame of the project, a report for Swisscontact would be due already by the end of August 2020.

Research will be partly funded by the project (contribution to board and lodging, translators, and research assistant) and access will be facilitated by the local partners in the project. Supervision will be provided by ISEK-Social Anthropology.

If you are interested in applying for this research internship please send a short CV and a letter outlining your motivation and a preliminary research idea to annuska.derks@uzh.ch by mid-February 2020.

 

Zurich, January 2020

 

 


[1] Since it is a Swisscontact internal project, there is a high chance that it will continue for another 4 years.

Call for Research: Migration und Bildung IZB

Das Institut IZB ist ein Forschungs- und Entwicklungsinstitut der Pädagogischen Hochschule Zug. Wir fokussieren auf globale und internationale Dimensionen im Bildungsbereich, insbesondere auf Fragen im Zusammnenhang mit Migration, sozialen Ungleichheiten, Bildungschancen und sozialem Lernen. Als anwendungsorientierte Forschungseinheit haben unsere Projekte letztlich zum Ziel, zur Verbesserung von Bildungsqualität beizutragen.

Aktell ist bei uns ein Projekt angelaufen, mit dem wir Schulen gezielt darin unterstützen möchten, mit den alltäglichen Chancen und Herausforderungen im Migrationskontext produktiv umzugehen, dabei Anerkennung für Gelingendes zu bekommen und dieses Gelingende zu vestärken, auch kreative Lösungen für verfahrene Situationen zu finden und – durch Austausch mit anderen Schulen – sich gegenseitig mit interessanten Ansätzen zu inspirieren.

Nebst dem direkten Austausch mit Bildungsfachleuten werden wir Erfahrungswerte, gute Ideen und praxiserprobte ‘Tipps und Tricks’ aus der Praxis recherchieren und für eine Website aufbereiten, mit theoretischen Hintergrundinformationen ergänzen und erklären und schliesslich in Form von Bild, Text und Ton (Podcasts) für den deutschsprachigen Raum zugänglich machen. Zudem planen wir Weiterbildungsangebote für Lehrpersonen und Module im Rahmen der Lehrerinnen- und Lehrerbildung sowie breite Disseminiationsaktivitäten im deutschsprachigen Raum, um die Informationen und erstellten Produkte bestmöglich zugänglich zu machen.

Die Wirksamkeit dieses Projekts steht und fällt mit der Frage, ob es uns gelingt, die effektiven Bedürfnisse der Bildungsfachleute zu verstehen und unsere Angebote möglichst direkt an diese Bedürfnissen anzuschliessen. Bedeutsam ist dabei das Erkunden von Anliegen, Sorgen, Ratlosigkeiten oder Resignationen, die oftmals nur auf der ‘Hinterbühne’ geäussert werden, als politisch unkorrekt gelten oder mit so viel Frustration verbunden sind, dass nur ein geduldiges Zuhören dazu führt, dass die darunterliegenden Bedürfnisse zum Ausdruck kommen. Zudem interessieren uns natürlich auch die kreativen, spannenden und inspirierenden Ansätze, die mitunter im Schulalltag entwickelt werden, von denen nur wenige erfahren und von denen andere aber – wenn sie davon erfahren würden – profitieren könnten.

Über eine Zusammenarbeit mit Studierenden der Sozialanthropologie würden wir uns sehr freuen. Wir sehen grosse Chancen insbesondere in zweierlei Hinsicht: Zum einen bietet die Sozialanthropologie und die ethnographische Methodologie hervorragende Möglichkeiten zur forschenden Annäherung an die genannten Perspektiven, Erfahrungen und Bedürfnisse von Lehrpersonen und Schulleitenden. Zum anderen ist die Rolle von ‘interessensneutralen’ Studierenden ideal, um insbesondere auch politisch Unkorrektes zu erfahren und damit letztlich wesentlich zur Anschlussfähigkeit von Angeboten im Rahmen der Lehrerinnen- und Lehrerbildung beizutragen.

Die Fragerichtungen werden sich – je nach Methodenwahl – in einem iterativen Prozess entwickeln und schärfen müssen, als Ausgangsfragen wären die folgenden denkbar:

  • Welche Erfahrungen machen Lehrpersonen und/ oder Schulleitende in ihrem Berufsalltag mit migrationsbezogener Vielfalt?
  • Welche Umgangsweisen entwickeln sie damit, welche Ziele verfolgen sie, woran orientieren sie sich dabei?
  • Bei welchen Schulalltagsthemen konzentrieren sich welche Arten von Herausforderungen oder besonderen Vorlieben?
  • Welche Rolle spielen dabei unterschiedliche/intersektionale Dimensionen der Kategorisierung oder Grenzziehung, etwa auch soziostrukturelle Fragen im Zusammenhang mit Unter- und Überschichtung etc.?

Als theoretische Rahmungen bestehen ebenfalls viele Möglichkeiten, je nach Fokussierung der Fragestellung, etwa sozialkonstruktivistische, anerkennungstheoretische, systemtheoretische, diskurstheoretische, postkoloniale oder poststrukturalistische Theorieanbindungen.

Das Thema ermöglicht vertiefte Einblicke in einen hochrelevanten Bereich zu Fragen von Bildungsqualität im Migrationskontext und das bedeutsame Beitragen zum Füllen einer noch immer recht grossen Forschungslücke.

Über eine Zusammenarbeit würden wir uns sehr freuen, sind offen für weitere Anregungen oder Ideen und stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung.

Dr. Carola Mantel
Januar 2020

 

Literaturvorschläge für ein erstes Einlesen:

Beck M und Jäpel F. (2019) Migration und Bildungsarmut: Übertrittsrisiken im Schweizer Bildungssystem. In: Quenzel G and Hurrelmann K (eds) Handbuch Bildungsarmut. 491-522.

Mächler S. (2001) Schulerfolg: kein Zufall. Ein Ideenbuch zur Schulentwicklung im multikulturellen Umfeld. Zürich: Lehrmittelverlag des Kantons Zürich.

Mantel C, Aepli M, Büzberger M, et al. (2019) Auf den zweiten Blick. Eine Sammlung von Fällen aus dem Schulalltag zum Umgang mit migrationsbezogener Vielfalt, Bern: hep.

Schweizerischer Wissenschaftsrat. (2018) Soziale Selektivität. Empfehlungen des Schweizerischen Wissenschaftsrates SWR. Expertenbericht von Rolf Becker und Jürg Schoch im Auftrag des SWR, Bern: Schweizerischer Wissenschaftsrat.

SKBF. (2018) Bildungsbericht Schweiz 2018, Aarau: Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung.