Asymmetrische Forschungsstrukturen

Asymmetrische Forschungsstrukturen

 

Die Forschung ausserhalb der eigenen kulturellen Prägung ist für viele ein zentrales Merkmal der Ethnologie als eigenständiger Disziplin. Ein ‚Blick von Außen’ ermögliche wertvolle Perspektiven auf soziale Phänomene, weil so vermeintlich Selbstverständliches hinterfragt werden könne. Die globale Wissenschaftslandschaft ist diesbezüglich jedoch sehr asymmetrisch. Während die Ethnologie in hegemonialen Regionen der Welt den Anspruch verfolgt, den Rest der Welt zu erforschen, ist dies umgekehrt kaum der Fall. Beispielsweise wird ein Grossteil der ethnologischen Forschungen aus Südasien auch in Südasien durchgeführt. Obwohl dies eine vereinfachte Darstellung ist, kann nicht bestritten werden, dass es enorme Asymmetrien gibt bezüglich der Umsetzung dessen, was für viele den zentralen Beitrag des Fachs zu wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Debatten ausmacht. Dahinter stehen ökonomische, institutionelle, strukturelle und epistemologische Ungleichheiten in der postkolonialen Wissenschaftslandschaft, die wir zum Gegenstand unserer Untersuchungen machen. Entsprechend unterstützen wir Kolleginnen und Kollegen aus Südasien bei Forschungsprojekten in der Schweiz und in Europa.