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ActSustainably - Nachhaltige Zukunftsperspektiven für eurasische Graslandschaften gestalten

Projektbild ActSustainably Hungary
Graslandschaft in der Kiskunság Region in Ungarn (Foto von Zsolt Molnár)

Angesichts des fortschreitenden Klimawandels und des zunehmenden Verlusts biologischer Vielfalt stehen Gesellschaften weltweit vor der Herausforderung, nachhaltige Wege für das Zusammenleben von Mensch und Natur zu entwickeln. Graslandschaften zählen zu den bedeutendsten Ökosystemen der Erde: Sie sichern Lebensgrundlagen, speichern Kohlenstoff, fördern die Biodiversität und tragen zur Widerstandsfähigkeit sozio-ökologischer Systeme bei. Ihre nachhaltige Bewirtschaftung ist daher von zentraler Bedeutung für die Zukunft von Umwelt und Gesellschaft.

Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt ActSustainably nachhaltige Entwicklungspfade für eurasische Graslandschaften anhand von Fallstudien in Österreich, Ungarn, Dänemark und Kasachstan. Im Zentrum steht die Frage, wie Institutionen, soziale Normen und Mensch-Natur-Beziehungen nachhaltige Formen der Ressourcennutzung und Governance fördern können.

Désirée Gmür und Peter Finke vom ISEK erforschen die kulturellen Werte, informellen Regeln und sozialen Praktiken, die den Zugang zu Graslandschaften sowie deren Nutzung und Verwaltung prägen. Durch die Verbindung anthropologischer Perspektiven mit institutioneller Analyse untersuchen sie, wie gemeinschaftliche Formen des Ressourcenmanagements mit staatlichen Regulierungen und Marktmechanismen interagieren und welche Auswirkungen diese Dynamiken auf lokale Gemeinschaften und Ökosysteme haben.

Mittels ethnographischer Feldforschung, Interviews, Archivarbeit und Fokusgruppendiskussionen analysieren sie, wie sich historische und gegenwärtige Veränderungen von Landnutzungs- und Governance-Systemen auf kollektive Verantwortung, soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit auswirken. Besonderes Augenmerk gilt dabei den kulturellen Vorstellungen von Natur, Eigentum und Nachhaltigkeit, die Umweltverhalten und Ressourcennutzung entscheidend beeinflussen.

Durch den Vergleich unterschiedlicher gesellschaftlicher und institutioneller Kontexte trägt ActSustainably dazu bei, zentrale Bedingungen nachhaltiger Ressourcenverwaltung zu identifizieren und praxisrelevante Erkenntnisse für den Schutz der Biodiversität sowie die Stärkung resilienter Graslandsysteme zu gewinnen.

Projektteam

Das Forschungsteam vereint internationale Wissenschaftler:innen aus Ungarn, Kasachstan, der Schweiz, Österreich, Dänemark und Deutschland, die langjährige Expertise in den Bereichen Biodiversität, Landnutzungswandel, institutionelle Dynamiken und Governance natürlicher Ressourcen sowie umfangreiche Feldforschungserfahrung in den jeweiligen Untersuchungsregionen mitbringen.

Auf Schweizer Seite leiten Raushan Bokusheva (ZHAW, Schweiz) und Peter Finke (ISEK, Universität Zürich), auf österreichischer Seite Katharina Gugerell (BOKU University, Österreich), auf dänischer Seite Alexander Prishchepov (Aarhus University), auf deutscher Seite Norbert Hölzel (Universität Münster, Deutschland) und auf ungarischer Seite Zsolt Molnar (HUN-REN Centre for Ecological Research, Ungarn) die jeweiligen Arbeitspakete. Désirée Gmür vom ISEK ist Senior Researcher im Projekt.

Finanzierung und Partner

ActSustainably ist ein dreijähriges internationales Forschungsprojekt, das durch Biodiversa+ sowie den Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Innovation Fund Denmark, National Research, Development and Innovation Office of Hungary (NKFIH) und den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gefördert wird.

Projektbild ActSustainably Kasachstan
Graslandschaft im ländlichen Zhetysu in Kasachstan (Foto von Werner Hertzog)